Exposition: Humans of Ulm

Ulmer Gesichter und Geschichten erzählen von der Flucht

Am Freitag fand im Gleis 44 in der Schillerstaße im Rahmen des „Festival contre la rassisme“ die Eröffnung der Ausstellung „Humans of Ulm“ statt. Die Seebrücke Ulm die zusammen mit zahlreichen Seebrücken in vielen deutschen Städten 2018 entstand, als viele Flüchtlingsretterschiffe im Mittelmeer nationalstaatlich gestoppt wurden,, hat die Ausstellung im ersten Stock des jungen Kulturzentrums im Dichterviertel der Einstein-Stadt auf die Beine gestellt. Die engagierte und beherzte Psychologiestudentin Leonie, Abschlussthema: Die therapeutische Wirkung von Hochseilgärten schilderte die Lage von Herzen. Die Zahl der Flüchtlinge weltweit habe eine einmalige Höchstzahl erreicht,die Zahl der Asylanträge in Deutschland einen Niedrigstand. Das Mittelmeer sei noch immer einer der gefährlichsten Fluchtwege der Welt. Ihr ginge es seit ihrem Engagement für Geflüchtete Menschen so, dass sie immer öfter erstaunt mitbekomme, dass Menschen die sie schon lange kenne, eine Flüchtlingsgeschichte hätten. Viele „Deutsche“ hätten bei genauerem Kennenlernen geflüchtete Eltern oder Großeltern. Ihr sei es im Alltag viel wichtiger was ihr für Menschen gegenüber treten, analytische oder künstlerische, introvertierte oder extrovertierte.Hier trete die Herkunft hinter der Gegenwart zurück. Leonie trägt ein mattblaues Kleid mit einem in Makramee gearbeiteten Lapislazuli.

Ankunft des Vaterlandes?

Da treibt die bläulich schimmernde Blase einer Geschichte aus meinem Leben in den Vordergrund. Damals 2014 hatte ich in Überwindung all meines schwäbischen Geizes, von dem edlen Glanz des Lapislazuli in den Händen unserer Buddhastatue im Meditationszentrum angespornt, einen handgroßen Lapislazuli gekauft. Mein Kumpel war unpässlich, und ich setzte mich, den Lapis in den Händen vor seiner Wohnung ,in einem ärmeren Viertel Freiburgs, zur Einkehr hin. Als ich mit guten Wünschen nach einer unermessenen Zeit die Augen auftat, sah ich da ein kleines arabisch aussehndes Mädchen, deren Augen im Angesicht des Steines glänzten. Wie von einem unpersönlichen Mut getragen ging ich zu ihr hin und bot ihr den Stein an. Erst winkte sie verlegen ab, dann schaute ich bis zu der Schicht ihrer Augen die den Stein der Hingabe vorher anglänzte und sie nahm ihn in kindlicher Glückseligkeit an sich und ging. Seit dem weiß ich, dass etwas tieferes Welt- und Bewusstseinsgeschichtliches dahinter steckt, dass Syrien tragischer Weise gerade das Land der Welt mit dem größten Bevölkerungsschwund ist. Mein Vater ist Libanese, sieht sich aber als Phönizier, einer seiner Lieblingsautoren ist Khalil Gibran, ein Brückenbauer zwischen Orient und Okzident, gerne erzählt er die Geschichte das Uruba der Legende nach eine wunderschöne phönizische Prinzessin war, die Zeus in der Maske des Stieres zur Untreue, aber auch zur Zeugung des Kontinents trieb.

Azraq: Bridge over troubled water?

Von Überwindung von Trennungslinien erzählen auch die Geschichten und Gesichter der Ausstellung „Humans of Ulm.“ Von schlimmen Erfahrungen: Bilder sterbender Mitreisender auf untergehenden Boten. Von staatlicher Diskriminierung in den 70er Jahren geflüchteter Aleviten aus der Türkei. Aber auch von den Früchten der Selbst- und Weltüberwindung. „Pünktlichkeit ist etwas zutiefst syrisches“, parliert ein junger Syrer, der die Brücken die seine geistigen Vorgänger bauten, zu nutzen wusste über seine unpünktlichen Deutschen Freunde. Am Fenster steht im Abendlicht pittoresk ein Mann mit T-Shirt in gedämpften blau, darauf steht in drei selbstgedruckten schwarzen Lettern: MUT. Mein Gesicht des Abends. Es stellt sich heraus, dass es der Ulmer Lyriker Marco Kerler ist, der mein Gedicht „Löse und verbinde“ für die Flugschrift zu dem „Festival Contre Rassisme“ mit 80 anderen abgelehnt hat. Es fällt mir spontan ein Zitat das Perikles, dem Gründer der antiken Athener Demokratie zugeschrieben wird ein. „Das Geheimnis des Glücks ist Freiheit, das Geheimnis der Freiheit ist Mut.“ Wären wir nicht zu intellektuell würden wir uns jetzt geistig in den Armen liegen. Dem Lyriker, dessen Werke laut eigener Aussage nur in Berlin wirklich verstanden werden, ist das zu klar. Eines ist klar Azraq heißt zu Arabisch blau und Lapislazuli Lazaward.Und die Wasser sind schon seit je her das Medium auf denen der mitfühlende schöpferische Geist der auf uns zu kommt schwebt.

In Ananda

Ich sah so oft die schönsten

Körper hochgeschlossen

Die Seelen ganz verloffen offen…

Jetzt seh ich dich- bourdougal-

Erste Predigt der Erwachten,

bevor sie ihren Mund aufmachten

Um in dich zu beißen… verschmelzendes Begreifen

Ich sah zu oft die schönsten Dinge ungesehn

die blinden Augen aber blendend angesehn

Jetzt ist der Seher

in seinem Sehen und Sinnen

ganz in deiner Sehnsucht

nach Übergang drinnen

Orange dich zu sehen und zu riechen

drängt zu ersten Autopsien

Dein duftendes Orange dir abzuziehen

führt mich zur bitter-süßen Weißheit

hinter den Ästhetik-Theorien

Wir sind allein, wir zwei:

Sehnsucht und Ruhe.

Du willst immer tanzen

und ich hab die Glückseeligkeit

in einer dunklen Truhe

Ich liebe dich!!! Ach lass mich in Ruhe!!

Wenn ich zu weit auf deinem Basilisken reit,

wird unsre Zweisamkeit -in unbeherrschter Körperlichkeit-

bald wieder entzweit

Doch kommst du- und wisse die Welt gibt keine Ruhe-

zu mir in meine Truhe spürst du Gleichursprünglichkeit

Und wir tauchen wie Wasser und Welle ganz in Ananda

ewig zurück zur sprudelnden Quelle

In dir Frucht- will ich mich erkennen,

im Verteilen deiner Spalten will unsre

gütge Einheit ich entfalten

Ich weiß noch- und ich verschmelze-wenn ich es berichte

wie meine Flamme mit O und mit Mmmh

in deinem Fruchtfleisch selbstlos erlischte…

(Farounfirewater 02.07.19, für Sofia)

Begriffe: Bourdugal heißt Orange auf Arabisch, Ananda soll der Schüler aus Buddha Shakyamunis engstem Schülerkreis gewesen sein der als letzter die Erleuchtung erlangte, Ananda heißt auf Sanskrit Freude. Es heißt Buddha hielt seine erste Predigt in dem er eine Orange achtsam schälte und verteilte.

Welt Joga Tag in Ulm

108 Sonnengrüße für globalen freien Geist

Am Anfang war der Klang. So auch beim Welt Joga Tag auf der Gänswiese hinter dem Donaustadion in Ulm. Um 16 Uhr eröffnete die Kirtanband vom Sri Durgamayi Ma Ashram e.V. in Ulm den längsten Abend des Jahres mit gemeinsamem Mantrasingen. Der 21.06 wurde, so das Infoblatt des Veranstalters You-Joga, einem Netzwerk Ulmer Jogabewegter, am 11. Dezember 2014 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Welt Joga Tag ernannt und seither ist es rund um die Welt ein erhebendes Gefühl, transglobal koordiniert die symbolischen 108 Sonnengrüße zu üben. Tim(26) der zusammen mit Katja(29), beide aus Ulm, die Sonnengrüße anleitet, trägt eine Zählkette(Mala) aus 108 Beeren, die er Shivabeeren nennt. Die Anzahl steht in Indien, dem Herkunftsland des ganzkörperlichen Selbsterkenntnisweges, traditionell für die 108 Namen Gottes. Circa 180 Leute üben von den beiden abwechseln angeleitet über 2 Stunden die 108 Bewegungssequenzen aus.

Der Klang ist jetzt Bewegung geworden und während der letzten 3 Sequenzen lugt das Auge der Sonne machtvoll durch die Wolken. Ein Gefühl großer Genugtuung und Entspannung strahlt vor der Shavasana, der Entspannung nach der herausfordernden Übung, aus den Gesichtern der Teilnehmer.Nach dem man, wenn auch manchmal nicht ganz 108 Mal,in den herabschauenden Hund(eine der Haltungen) gestiegen ist, meditiert oder feiert es sich mit Christopher Mapstone, der Musik from the heart, of the heart und to the heart macht, und dem Bewusstsein der globalen Bewegung umso kraftvoller. Joga, das laut der Schautafel auf dem Veranstaltungsareal keinen Anspruch darauf erhebt eine Religion zu sein, zeigt heute im globalen Ulm gut, dass Selbsterkenntnis, gemeinsame Anstrengung und liebevolle Zuwendung nicht exklusiv sind, dafür aber jede Menge Raum und Freude erschaffen. You are divinity, lovely light singt der in Kanada geborene Klangreisende, von einer schönen Zuhörerin elektrisiert. Und mir kommt dabei die Textzeile von Thomas D in den Sinn: “…Nada Brahma die Welt ist Klang. Halleluja und Amen.”

Freelenz

I

aus einer fremden Gefühlin:

Ich erschaffe den Frühling

aus einer fremden Gefühlin

Ich heb die Tinder-Milf-Schnitte von der Stadtparkstraße auf

Denn ich steh auf konkret, wie auf Hegel und und Hauff

Ich bin ein Siebenschwabe

Ich mag die Meere in die Felder sehn

Ich bin ein arger Schwabe, mag als Räuber

in die Stadtwälder gehn

Ich bin ein Freilenzer will keinen SUVF und keinen Grill,

und keinen Antragsschein für den Overkill

Ich bin ein Freilenzer, genieße selbstverloren den Tanz

zwischen Glanz, Arroganz und Schwanz

Gefühlin: Das große Gefühl erschafft dich

doch meine Heißung, will es kühl und saftig

Doch der Schaft schafft sich mutwillig hinter Ich und Ich

…Ja das Leben erschafft sich zwischen Dunkelheit und Licht

Vereinsam, bald vereinigt schaffen Lotus und Sinne Früchte und Blüten zugleich- Den orgiastischen Moment-

-Rein und reich-Der sich durch Gedanke und Erinnerung fortzupflanzen vermag, in großen und in kleinen Rhythmen

Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Stunde für Stunde, Tag für Tag

Gefühlin: Wir sind verbunden und das fein.

Lass es los, mach es groß, denn

nichts was wir haben zählt für unser Sein

Ich will in dieser entlarvenden Blütezeit,

eine Raupe sein, bis zum Platzen voll mit Qualitäten,

Ich möcht mich bis in die Puppen verpuppen

wie ein Minnesänger sich einsam in die hohe Minne wiegt

Ich bin ein Freischärler, ich bin für dich im Krieg,

denn ich möcht das jeder Schmetterling sein

Lindling kriegt.

Gefühlvoller: Und jeder Drache seine Zähmung in der Lieb

(Daniel Baz,25.04.19 rilkeinspiriert im Dichterviertel)

MAITRI-Mem-SOHA

Om Maitri maha Maitri Maitreya

In dieser Zeit in der man dachte das alle Dysangelien

auserzählt sind, weht ein seltsamer Wind

In dieser Zeit der Beschleunigung und Entlarvung

schreit dein Mantra nach Vereinigung

von Maitri mit seinem Mem von Freundschaft,Güte, Liebe

mit der noch unterbelichteten Matrix von ihrem System

Lange ist es her das Buddha sich zur Welt hin kehrte, nicht lange das

die Drohung der Vernichtung uns den Osten und den Westen zu verschmelzen lehrte

In dieser Zeit scheinen Krankheiten und Katastrophen uns zu erwählen

um uns zu zwingen einen Weg der Einkehr auf uns zu nehmen

Maitreya der ganz Metta, ganz gütige Liebe ist

erscheint mir als Geistband das alle Linien verflicht

in diesem stürmischen pfingstlichen Licht

Er kommt wenn wir vergessen haben

und wir vom Glauben fallen

In seinem hellen Hallen

mit Mittel, Schutz und Segen

als geheime Konsequenz von unsren

unbewusst gebahnten Wegen

In dieser Zeit wo mehr als Deutschland erwacht

aus einer technisch distanzierten Nacht

kommt die Macht aus der Acht

du bist ihr Wächter

Du stiftest Glokaloka das aus (d)einer Freundschaft

aus allen Richtungen und Zeiten sich errichtet

dein Schwert der wahren Liebe, auf des Leides starkem Pferd spannt in den Wagen der Weisheit das Ego das sich selbst nun als geliebt und eingespannt erfährt

Maitreya, sagt man, ist kein Einzelwesen: Wille, Weisheit, Intelligenz

Maitreya sagt man ist die Kraft aller Buddhas: Ihre letzte Konsequenz

Maitreya ist die Bruderschaft und er spricht zu der Gehmeinschaft:

Ihr die ihr nicht anhaftend auf dem Berge steht, beginnt die Arme auszubreiten

Ihr die ihr aufgerieben seit, seit eine Fackel für die Sucher,

denn erst die Finsternis zeigt wohin die Weltseele sich neigt

Komm Judas, komm Hure, wir halten uns warm, komm Kranker, komm Blanker, komm Egosupertanker-

Zu Rio, als Scherbe, als Traube zum Wein

als Rose zu Pfingsten als Advent zur Ankunft des Buddha

der Gottlosesten, Linksten

Komm Taube, komm Wasser in Wasser in uns hinein

Komm Atman atme all das Harte und sehnsüchtig Halbe

ins Vollkommene hinein

Komm Mandel und Mandela, sie sich selbst einsetzt-bitter versüßt!

Komm Eiland, eile begriffsloser Zustand, Heiland für Alle

Leuchte, lichte, halle, manifestiere Raum und Freude

für Alle.

(Daniel Baz,07.06.19)

https://derweiserabe.com/2018/10/09/shankara/

Svenregeneration

Befremdlich Hand in Hand

im Entfremdetenverband

Humor als Thorn stürzt Könige!

Bestürzende Konstellation.

Abstürzen als Zwischensinn und Hungerlohn

Svenregeneration- Schneidende Emotion

schmildzendes Goldkalb

Müllhalde Vergangenheit drückender Alp

Banalbad-Realabstaktion

Elementarteilchenbeschleuniger

Seelenallzweckreiniger

Glasknochenkinderpogo

Ego-Lego-Lo-Go…Go

Postkrieg, posttraumatisch

(in)tolerant,postenlos

leicht, toll, ignorant, kostenlos

Dekompression, kein Druck,

geh doch reisen, nimm nen Druck oder geh scheißen

Depression viel Druck kein Ventil

Manie, viel Ventil, viel-leicht kein Ziel!

Diesseits, seitwärts, alles deins

hoch hinaus, tief gehn-

alles gleich im System

Typ, nie Charakter

Programm und Programmierer

Hacker und Gehackter

Module, Sequenzen, Spuren und Frequenzen

digitaler Protetheus, immer auf Empfang

mit schmerzlich fleischlichen Grenzen

Bildschirmflachgott, Binäregeneration

Fintnesscentervita, Devolution

/Shift/

Blumenkinder, Augenhorizonte,

Julibelei, Libellenrebellen

Kinderdrachenträume

Grachten und Schäume

Augenblicke zum verschmachten

Sonne auf MDMA

Störende Abkürzung,

unnötige Überwürzung

Milde Sonne im Juli, Sonne in der Nacht

Ewige Sonne hinter der Sonne

auf Wolke sieben oder acht

(Daniel Baz, 2008)

Eulogick

Wie die Wunden verheilen

verbinden sie

Wie die Szenen erscheinen

verschwinden sie

Die Menschheit liegt jenseits

des Scheines

-finde sie

Wir sind wundenerfahren

und wundergeboren

ham die Wunden geheilt

und uns selber verloren

Wie das Senfkorn tief in der Erde verborgen

nach drei Tagen Nachtmeerfahrt

im Tageslicht neu geborgen

gereinigt von

Kummer um Gestern und morgen

Das Saatkorn befreit durch Willenlosigkeit

Darüber die Menschheit gefunden

die Familie des Glücks hinter den Wunden

in der Weile der Gegend befreit und verbunden

Die geistigen Armen, die vom Lassen

reich geworden sind, die die Werkzeuge

haben und schulen, jeder des Andern Verwandter sind

Mal Mutter, mal Vater, mal Geschwister mal Kind

Die lieben Europa die pheunizische Braut

die im Auge des Stieres die Einheit geschaut

die nicht scheut in Liebe den Geist zu regieren

Das der Stier sie einst nahm, dass hat sie vergessen:


Wie die Wunden verheilen

verbinden sie

Wie die Szenen erscheinen

verschwinden sie

Die Menschheit liegt jenseits

des Scheines

-finde sie

(Farounfirewater, 26.05.2019 am Tage der Transkommunalwahl)



Ulm:Nachbarschaftsfest im Grünen

Quartiersgarten im Dichterviertel läd zum Tag des Nachbarn

Die AG West setzt sich schon seit 25 Jahren für eine lebenswerte und nachhaltige Ulmer Weststadt ein. Für den morgigen Freitag den 24.05.2019 arbeitet das fünfköpfige Orga-Team bis in die Abendstunden. Der Tag der Nachbarn ist eine bundesweite Aktion und wird in Ulm beispielsweise auch im Söflinger Cafe´ Canape´ in der Söflingerstraße 158 zelebriert. Auch hier ist der Verein für Jugendhilfe und Soziale Arbeit AG West die treibende Kraft. Weitere Gelegenheiten des Kennenlernens von noch unbekannten Menschen aus der nächsten Nähe findet man im Internet auf der Seite tagdernachbarn.de. Wer sich aber auch vorstellen kann im Grünen zu gärtnern um dort gelegentlich seine Nachbarn in entspannter und wachstumsfördernder Atmosphäre zu treffen, sollte morgen zu dem von der Sanierungstreuhand Ulm und der AG West zusammen zum Bürgertreffpunkt transformierten ehemaligen Parkplatz kommen. Hinter der Blauringhalle werden morgen von 15 bis 18 Uhr die Tische reich gedeckt sein mit Kaffee und Kuchen. Auch bekommt man von Antje fast immer Rat was Pflanzenerkennung und -Nutzung betrifft. Gartengeräte, Wasser und bepflanzte Hochbeete zum Einstieg in das Gärtnern in Nachbarschaft können auch begutachtet werden. Birgit erzählt das es neben köstlichen Stärkungen für die Großen gegenüber vom Böblinger Turm,auch für die Kleinen einiges zu erleben geben wird. Es wird eine Jungpflanzenbörse geben sowie die Möglichkeit Sonnenblumenkerne in Töpfe zu pflanzen. So gewinnt Groß und Klein einen Vorgeschmack, des Glückes des Gärtnerns, welches schon jetzt aus den fünf Gesichtern der engagierten Frauen strahlt.

Weiterführende Links:

Der Quartiersgarten im Dichterviertel Ulm:

https://www.quartiersgarten-dichterviertel-ulm.de/

Tag der Nachbarn:

tagdernachbarn.de

Die grüne Erzählung Europas

Winfried Kretschmann und Sven Giegold sprachen im Ulmer Roxy über die Zukunft Europas

250 Gäste, etwa halb so viele wie bei Annegret Kramp-Karrenbauer jüngst auf dem Ulmer Marktplatz fanden zu der Wahlveranstaltung unter dem Titel „Hier ist Europa zu Hause“ ins Roxy in Ulm. Ein Ex-Korrespondent der Südwestpresse in der Landeshauptstadt Stuttgart spielt mit dem Gedanken, die Grünen könnten bei der am 26.05 anstehenden Europa- und Kommunalwahl die stärkste Partei werden. Manuela Rettig, die Kreisvorsitzende der Partei führte einleitend vor Augen, dass man getreu dem Wahlkampfmotto der Ulmer Grünen „Ulm.Zuhause viel vor.“ auch von hier aus das neue Europa bauen könne. Denn immerhin lebten 10300 EU-Mitbürger im schönen Ulm.Mit Winfried Kretschmann der, mit Blick auf die AFD, ein ebenso engagiertes wie hintergründiges Plädoyer für den Republikanismus hielt und dem Ex-Attac-Vordenker Sven Gießgold waren zwei Männer auf dem Podium, die für große Ideen einstehen. Mit Jana Hoffmann führte eine ebenso schöne wie verständige Moderatorin das Wort. Wenn man sich die jetzige Lage der Welt vor die Augen führt; und das Tat Kretschmann zu Beginn eindringlich, dann wird klar warum die Grünenderzeit in der Wählergunst so hoch im Kurs stehen. Das die robuste Art und die hochmütigen Taten von Stefan Mappus als Ministerpräsident in Baden-Württemberg, mit Kretschmann, den ersten Grünen zum „Landesvater“ machten, war vielleicht schon Teil einer ökologischen Wende, in der sich die Menschen wieder häufiger und lokaler um die Folgen der überbordenden westlichen Wirtschaftsproduktivität sorgen. Kretschmann, als kantiges Original, welches Realpolitik und weite politische Horizonte zu verbinden verspricht sagte es so. Der Kampf gegen den Klimawandel sei ein Gründungsziel der Grünen gewesen. „Heute ist der Klimawandel in der Lebenswelt der Leute angekommen.“ Die Rede Merkels bei den Petersberger Klimagesprächen mache keinen Mut. Deutschland verliere seine Position als Vorreiter im Umweltschutz. 80 Prozent der Deutschen wollten das nicht, so der Ex-Kommunist. Er glaube nicht, dass das 1,5 Grad-Erwärmungsziel eingehalten werden könne. Die am höchsten entwickelten Regionen der Erde, es gebe eine Allianz zwischen Baden-Württemberg und Kalifornien, müssten jetzt der Welt zeigen, dass das 2,0 Grad-Ziel erreichbar sei. Eine „lebensfreundliche Landwirtschaft“ zur Erhaltung einer lebendige Artenvielfalt sei unabdingbar. Er habe politisch drei Leidenschaften sagte der Biologe der auch Ethik studiert hat:„1.Die Rettung der Erde, 2.Europa und 3.Den Föderalismus und die Gemeindefreiheit.

Das geht auch: Wohlstand ohne Naturverbrauch

Baden-Württemberg habe in den letzten Jahren gezeigt, das ökologischer Weitblick auch dazu führe ökonomisch die Nase vorn zu haben. Auf der lokalen Ebene, so steuerte der seit zwei Legislaturperioden im EU-Parlament sitzende Kandidat der Grünen ,Sven Giegold, bei, könne man große Fragen nicht lösen. In Kretschmanns Worten ausgedrückt: „Prosperität, die nicht umweltzerstörend ist, bekommen wir langfristig nur in einem Rahmen hin, den Europa abstecken muss.“ Es gäbe bei den Verhandlungen zu Klimaabkommen zwei Arten von Staaten, die einen seien zu klein, die anderen hätten das Problem noch nicht bemerkt. Konkret merkte Kretschmann an, er fände es uneinsichtig, dass die Bundesregierung gegenwärtig gegen CO2-Bepreisung wehre.Es sei hier wie bei der Künstlichen Intelligenz auch, entweder man sitze am Verhandlungstisch, oder man stehe bald selbst auf der Speisekarte.Dann kam er zum Thema Rechtspopulisten und Demagogen. Die Demagogen in Europa, hätten noch nichts geleistet, auch hätten sie keine belastbaren Versprechen gegeben. „Wenn man die Freiheit hat, verliert man ihren Geschmack“, sagte er an die Adresse derer die die Demokratie nicht gegen ihre Feinde verteidigten. Die Virtualisierung des Lebens führe auch zu immer weniger Ortsbindung, was man an der Wahlbeteiligung von etwa 40 % bei Kommunalwahlen sehen könne. In einer Welt mit komplexen Zusammenhängen sehnten sich die Leute nach Vereinfachung. Sven Giegold hakte hier vehement ein. Die Europäische Idee lasse sich nicht „Verzwergen“ in Umtauschgebühren und Roaminggebühren. Mit Europa stehe oder Falle die Chance für einen weltweiten Klimaschutz und eine Welt mit vergleichbarer Artenvielfalt wie heute. In dieser Beziehung kritisierte er das Einstimmigkeitsgebot im EU-Parlament. Einstimmigkeit sei undemokratisch weil kleine Parteien alles verhindern könnten. Auch aufgrund seiner schmerzlichen Erfahrung das die LBBW Wohnungen auf Geheiß der EU verkaufen musste, gemahnte Kretschmann an das Prinzip der Subsidiarität im EU-Rahmen. Es gehe nicht das Kleinbrenner im Schwarzwald von der EU gegängelt würden. Jede Kommune solle entscheidungsfrei bei den ihren Rahmen betreffenden Themen bleiben.

Eine grüne Idee: Die republikanische Föderation Europa

In 40 Jahren im Landtag in Stuttgart habe er eine ähnliche Situation wie gerade mit dem Einzug der AFD noch nicht erlebt. Die Republikaner seien aggressiv gewesen und immer auf das selbe Thema zurückgekommen. In der AFD aber sei der Anteil der Promovierten von allen Parteien am höchsten, stellte Kretschmann fest. Die seien klug und gerissen. Eine Möglichkeit aber ihre falsche Ideologie des Nationalismus zu entlarven, sei gerade der Klimawandel. Alle rechtspopulistischen Parteien leugnen den Klimawandel. Warum? Klimawandel hat doch nichts mit Identität zu tun. Nein, so Kretschmann, das politische Konstrukt des Nationalismus müsse den Klimawandel aber gerade deshalb leugnen, weil sein national begrenztes Hoheitsgebiet gar nicht in der Lage sei, die grenzüberschreitende Umweltverschmutzung nachhaltig zu bekämpfen. Im Gegensatz zu der von der AFD propagierten Stammesgesellschaft, gehe es im von ihm verteidigten Republikanismusnicht „darum woher man komme, sondern wohin man wolle.“ Die alte Erzählung Europas, sei die von Frieden, Wohlstand und Freiheit, heute käme mit dem ökologischen Europa aus grüner Sicht ein weiterer zentraler Baustein hinzu.Das „globale“ an seine politische Leidenschaft des Föderalismus rückbindend, meinte er: in der Ulmer Stadtgesellschaft sei jeder willkommen der am Gemeinwesen mitgestalten wolle, unabhängig von Stand und Herkunft.In politischer Emphase lobte er sein Baden-Württemberg. „In einem Land in dem 50 % ehrenamtlich engagiert sind, da regiert man gern.“ Auch wendete er die relativ niedrigen Wahlbeteiligungen bei Kommunalwahlen positiv „die 30 % die zur Wahl gehen, die kümmern sich das so richtig um Ulm.“ Dieses „ringen“ und „schmieden“ in der Demokratie, so sagte er enthusiastisch, sei einfach „eine schöne Sache.“ Am Ende einer packenden Unterhaltung forderte Giegold dann zusammenfassend und mutig die föderale europäische Republik. Diese Republik müsse genauso nachvollziehbar und transparent sein wie die Kommunalpolitik. Der giegoldsche Satz: „Wir brauchen die EU, weil wir sonst auf der Erde keine Chance haben“, hallte in vielen Gesprächen der Ulmer Bürgerschaft mit Freigetränken der Ulmer Grünen nach. Hier hat man oft das Gefühl, die Umweltkrise schaffe gerade die nötige demokratische Betriebstemperatur um die von den Grünen angestrengte “Ökologische Wende” in Tatleben und Infrastrukturen der alten Ratsdemokratie herbeizuführen.

Termine:

Sonntag 19.05, 13.00 Uhr, Internationale Demonstration “Ein Europa für Alle” Arnulf-Klett-Platz Stuttgart direkt am Bahnhof

https://www.ein-europa-fuer-alle.de/

Sonntag 19.05, 18 Uhr, “Ich denke, also wähle ich” Kundgebung für Demokratie, Menschenrechte und Solidarität!, Marktplatz Ulm

Das Denken ging den Taten voraus!

Ausstellung über Kranke und behinderte Menschen im NS-Regime in Ulm

„Es ist normal verschieden zu sein“ dieses Postulat von Ex-Bundespräsident Richard Weizsäckerscheint in Ulm´s Bürgergesellschaft ganz normal zu sein. Bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ die vom 29.April-15.Mai im EinsteinHaus dem Sitz der Ulmer Volkshochschule am Kornhausplatz 5 in Ulm gastiert, wird das große Bild anhand von Einzelbiographien Betroffener klar. Bei der Eröffnung konnte man erfahren, dass in dem Gebäude wo heute noch immer das Ulmer Amtsgericht ansässig ist, mit tödlichen Folgen über Lebenswert und Lebensunwert von Menschen entschieden wurde. Nicola Wenge von der KZ-Gedenkstätte „Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg“ machte darauf aufmerksam, dass es für den heutigen Diskurs über Krankheit, Wert und Würde wichtig sei zu wissen, dass es in Ulm´s Geschichte schon das Erbgesundheitsgericht Ulm gegeben habe. Über 150 psychisch kranke Menschen aus Ulm wurden im Zeitraum von 1934-1945 ermordet, 1500 Menschen zwangssterilisiert.Es ist kein Zufall,dass Adolf Hitlers Erlass, unheilbar Kranke, worunter unter Umständen auch psychisch kranke Menschen gezählt wurden, den „Gnadentod zu gewähren“ auf den Tag des Kriegseintritts Deutschland am 01.09.1939 fällt. Die wissenschaftlichen Gedanken als gut bewertetes menschliches Erbgut zu fördern und als schlecht bewertetes Erbgut auszusondern waren der fruchtbare zeitgeschichtliche Boden in den die vom gesellschaftlichen Wert für die Volksgemeinschaft ausgehenden Selektionen der NS-Ärzte vielen.

Kriegerische Integration führte zu Exklusion von unproduktiven Minderheiten

Sonja Eilks, von der ig mittendrin, einem Zusammenschluss Ulmer Organisationen im Bereich Soziale Arbeit und Selbsthilfe knüpfte den Faden der Vergangenheit unter dem Stichwort Inklusion an die bundesdeutsche Gegenwart an. Arbeitsunfähigkeit, Bildungsunfähigkeit und Zukunftsunfähigkeit sind im Nationalsozialismus die Kriterien gewesen um einem psychisch kranken Menschen zunächst das Recht auf körperliche Unversehrtheit(Zwangssterilisation) und dann auf Leben(Tötung) absprachen. So wurden im Laufe des NS-Regimes in Deutschland 400000 Menschen aus Heilanstalten zwangssterilisiert und 200000 ermordet. „Die Erinnerung daran ist unverzichtbar, um unseren heutigen Umgang mit Behinderung und Krankheit, über Exklusion und Inklusion nachzudenken und sich für Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe einzusetzen“, definiert die ig mittendrin ihr Ziel im Flyer zur Ausstellung.Das ein Hauptträger der Ausstellung die DGPPN, die Deutsche Gesellschaft Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde ist,war bis 2009 noch nicht denkbar. Denn erst seit dem arbeitet die Organisationdie Mitverantwortung ihrer Vorgängerorganisationen in der nationalsozialistischen Gleichschaltung auf. Die Ausstellung beleuchtet persönlich die Vita von Tätern(Verwalter, Krankenpfleger, Psychiater, Neurologen) Opfern(Schizophrene, Epileptiker, Alkoholkranke, Manisch Depressive) und Opponenten(Kirchenvertretern).

Das Innere und das Innerste: Individuelle Würde und gesellschaftlicher Wert

Die Kirchen deren Weltbild vom wissenschaftlichen dahingehend abweicht, dass sie Menschen nicht nur einen Wert in Beziehung zu anderen Größen wie Gesellschaft oder Gemeinschaft beimessen, sondern eine unantastbare Würde wehrten sich auf verschiedene Weise gegen die 1940 als T4 bezeichnete „Geheime Reichssache“ der Euthanasie an psychisch Kranken. Das Aktion T4, durch eine mutige Predigt des katholischen Bischofs von Münster Clemens August Graf von Galen gestoppt werden konnte, hängt wohl damit zusammen, dass Hitler nach dem Beginn des Russlandfeldzuges 1941 eine geschwächte Position im Deutschen Volk hatte und somit bei Beibehaltung des in weiten Kreisen abgelehnten Euthanasieprogrammesum die Sicherheit im Inneren fürchtete. Die evangelische Kirche befürwortete jedoch die erbbiologische Ausrichtung des Reichsanstaltswesens, inklusive der Zwangssterilisationen, sie Tötungen hingegen verurteilte sie.Um die Machteliten der verhandelnden Geistlichen zu schützen untersagten sie offene wie verdeckte Unterstützung der „geringsten Knechte.“ Die Aktionen wurden später unter anderer Regie weitergeführt, das lebensgefährliche und manchmal auch tödliche Bestreben weniger, eine ungeliebte Minderheit zu retten war misslungen. Die Anstalten verbrachten die als lebensunwert erklärten in Vergasungsanlagen wie in Grafeneck bei Münsingen oder gaben ihnen tödliche Spritzen oder Kuren um ihren „Gnadentot” herbeizuführen. Unter Angaben falscher Todesursachen wurden die Angehörigen informiert. Die Bestattung der Urnen erfolgte kostenfrei.

Ein Gedanke aus der Predigt des Bischofs von Münster am 03.August 1941 sei hier als Anregung für das Nachdenken über die Gegenwartsgesellschaft der Externalisierungen zitiert:

„...Wenn man den Grundsatz aufstellt und anwendet, dass man den unproduktiven Menschen töten darf, dann wehe uns allen, wenn wir altersschwach werden! Wenn man den unproduktiven Menschen töten darf, dann wehe den Invaliden, die im Produktionsprozess, ihre Kraft, ihre gesunden Knochen eingesetzt, geopfert und eingebüßt haben! Wenn man die unproduktiven Menschen gewaltsam beseitigen darf, dann wehe unseren braven Soldaten, die als schwer Kriegsverletzte, als Krüppel, als Invaliden in die Heimat zurückkehren…“