Humor ist der Regenschirm der Weisen

                                  (Erich Kästner)

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upcoming: Magie u. Ritual

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Der russische Künstler Nikolai Nekh geht in seinen Mikrokosmos und Makrokosmos magisch verbindenen Arbeiten wie ( The Invisible Hand) von der Idee des Neoplatonismus aus, dass alles vom göttlichen Geist durchzogen ist. Wie oben so unten.

 

 

  Am 03.11.18 wurde die Ausstellung Magie und Ritual im  Museum Villa Rot eröffnet

                                                           Dauer: bis 10.02.19

Näheres: http://www.villa-rot.de

Automatensaft

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Benzin ist Automatensaft

Und wird ähnlich wie schwarze Kassen

weiß gewaschen

 

Öl ist Autokratenkraft

und wird ähnlich wie

leere Taschen

gern braun gefärbt

 

Öl ist braun wie Boden

und Birkenholz

Zugleich aber flüssig und silbern wie Geld

Öl ist zäh und rot wie Stolz

und schwarze Zahlen

 

Rot wie Sozialdemokraten und deutsche Zahlen

Schwarz-Rot-Gold wie Grüne den Zahlen nicht gewachsen

Schwarz-Gelb-Rot wie das Gaskohlekraftwerk mit Wasserkraft am Zahlungsfluss

Bunt wie das Parteiensystem und alles farblos verwaschene heute gefärbt werden muss

bräunlich-bunt

 

Nein Rot-Wie Wunden und Willen

Wie stumme Klingen

Weil böse Menschen keine Lieder singen

Rot wie: Schwarz-weiß-Rot

 

Rot wie Bohrungen; Stahl und Industrie

Rot wie Krieg und Schwarze

Rot wie blaues Blut und braunes Liedgut

 

Rot wie die Flammen und Klammen

Rot wie Morgenrot und Blut

Ungefähr so rot wie ich schwarz sehe, rosa male

und blau sehne

 

Benzin ist Au-Tomatensaft

und Öl schmiegt sich an meinen Körper

ungewaschen, ehrlich und querfinanziert

(Daniel Baz(2010) umgefärbt 28.10.18)

Wir alle sind das Volk

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Der Ideengeber und Dirgent Markus Romes und sein vom Publikum gefeierter Interkultureller Chor

               Ein Fanal für Freiheit und Demokratie

Der Verein zur interkulturellen Begegnung in Musik und Gesang e.V in Ulm hat nach langen Proben ein neues Kind geboren. „Wir alle sind das Volk Interkultur für Demokratie“ heißt es undspannt mit 19 Episoden, die jeweils einem Land gewidmet sind den Rahmen des „Wir-Alle-Volks.“Die Produktion mit 140 begeisternden Mitwirkenden, so meint auch der Ideengeber, bietet sich an, für größere Tourneen. Ihr Konzept ist stimmig, aus dem letzten Groß-Projekt „Leben und leben lassen“ hervorgewachsen und seine auf zwei Seiten im Programmheft ausgefaltete Idee ist attraktiv, weil notwendig. Den Fragen wo steht dieses Land? Woraus schöpft es seine Kraft? Und Wohin wird es gehen künstlerisch nachzugehen um final in dem Angebot eines Liedes für dieses Land eine Antwort zu wagen.Unter der Leitung von Markus Romes laufen Sänger aus sechs Ulmer Chören zur Bühne um zum riesigen Interkulturchor anzuschwellen.Demokratie brauche gegenwärtig wie selten zuvor unser Engagement, so Romes, deshalb unterstützen auch prominente Politiker von Ulms Bürgermeister Gunter Czisch bis zur SPD Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis das interkulturelle Spektakel. Mattheis hat wie viele andere auch die Freude der Premiere, im voll besetzten Congresszentrum beiwohnen zu dürfen.Eine Linie vor dem Dirigenten Romes bilden die Musiker.Auch ihre Instrumente sind ein Ausdruck verschiedener Kulturen. Die türkische Saz, die aus Peru stammende Cajon, die afrikanische Djembe, die griechische Bousouki und wie eine eigene Farbe im Klangspektrum die chinesische Erhu. Romes, ebenso in weiß, erzählt zu Beginn von seinem Streifzug durch die Wendetage im Berlin von 1989, damals studierte er in der Hauptstadt Musik.Während das weiße Band des Chores sich um das Publikum spannt erzählt der Schauspieler Gunter Nickles von einer 600 Kilometer langen Menschenkette die sich am 23.08.1989 durch Lettland, Litauen und Estland zog, ein Band der Verbundenheit. Aus 2 Millionen Menschen gewoben.

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Der Solist Yueling Li mit seiner Erhu vermochte es auf seinem Instrument das Bewusstsein über China zu weiten

Roter Freiheitsbote aus China?

Ein Lebensband ebenso die Düna, der Fluss, der die baltischen Staaten landschaftlich verbindet.Die drei kleinen Länder waren 1944 von sowjetischen Truppe gewaltsam eingenommen worden. Der weiße Ring der Selbstbestimmung sollte auch bis Juni 1991 angegriffen werden, obwohl Litauen 1990 seine Unabhängigkeit erklärt hatte, fuhren sowjetische Panzer in der Vilniusser Blutnacht über 14 Menschen und töteten sie. Ähnliche Bilder vom Platz des Himmlischen Friedens in Peking konnte man vom chinesischen Beitrag erwarten. Hingegen leuchtete jetzt, wie ein magischer Freiheitsbote, ein roter Punkt über dem weißen Chor und ein inspirierter Yueling Li aus China zog seien Bogen wie ein Götterbote über die Erhu. Die Erhu ist eine zweiseitige Röhrenspießlaute, die seit 1000 Jahren in China gespielt wird. Wie zwei Gesichter Chinas, einmal leise, verhalten und respektvoll, und einmal gewaltig, selbstbewusst und einer größeren Sache dienend waren diese beiden Bogenzüge. Weckrufe verschiedener und doch in einer Kultur vereinter Qualitäten.Interkultur des Eigenen. Die öffnenden Gesten weckten ein ganzes Kabinett verschiedener Tonalitäten. Die Queerflöte mit ihrem freien Flug, die Violine mit ihrem dramatischen Gezogen-Sein und den starken „Körper“ der Posaune. Ein wahrer Frühling der Demokratie, wo ein Volk unsin Winterstarre erscheinend, plötzlich einen musikalischen Intervolkskongress anleiert.Leider ist so ein spontane Session, die auf Selbstbestimmung, Freiheit und Demokratie fußt in immer weniger Ländern der Erde möglich. Um so kraftvoller der Beweis, das Demokratie das individuelle Leben bereichert und, wie Roms schreibt, das Bewusstsein stets erweitert.

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Der Interkulturelle Chor, vermochte es Verwandlungsfähigkeit und Einigkeit in manigfaltigen Formen zu verkörpern

Volksmusik als Träger der Freiheitssamen

Beide Deutschlands sind unter den 19 Stücken vertreten. Adrian Werum, der „Die Gedanken sind frei“ für den Chor umgeschrieben hat, durfte erfahren, dass die Wurzeln des Liedes viel weiter in die Geschichte zurückreichen als das Veröffentlichungsjahr 1780. Damit kommt uns Freiheitsliebenden auch etwas aus der Vergangenheit entgegen, wenn wir Widerstand leisten gegen unmenschliche Verhältnisse. Eine noch feinere Saite wurde in einer einfühlsamen Choreographie mit dem Lied „Sind so kleine Hände“ aus der DDR angeschlagen. Ein wunderbar auf Sanftmut und Einfühlungsvermögen stimmendes Bild eröffnete sich. Die Erwachsenen beugten den Rücken der Kleinen und sangen Bettina Wegners: „Ist so ein kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht, darf man nicht beugen, weil es sonst zerbricht.“ Wie klare und gerade Menschen, die sich die Sängerin aus Ostdeutschland wünschte singen, sah man an der Arbeit und deren Früchte verbindenden afrikanischen Ode an die Freude namens „Elah.“ Bei der Interkultur der Griechen spürt man die Leichtigkeit die direkt aus der Sonne kommt. Der Autor des Liedes „Du Sonne der Gerechtigkeit“,Mikis Theodorakis, die Seele des Griechischen Widerstands, ist, gerade 93 geworden. Ein Krieger, der zeigt von was man beseelt sein muss um trotz der Erfahrung politischer Gewalt die Sonne im Herzen unter den Menschen zu verströmen.

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Yueliang Li hatte es geschafft eine Einheit in der Musik zu erwecken
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Auch bei den Solisten gab einen Dreiklang

Formengemisch: Interreligiöser Dreiklang

Mit einem weiteren griechischen Sonnengruß entließ der Interkulturelle Chor die glücklich drein schauenden Leute in die Pause. Als sich die Zuschauer wieder im Zuschauerraum versammelt hatte, fühlte man sich durch die Interbeziehungen und das gemeinsame Objekt des „WirAlleVolkes“ verbunden. Der zweite Teil begann mit einer wichtigen Einschätzung Romes „Religionen werfen tiefe Gräben auf…“ „…und dennoch haben sie auf der anderen Seite heilende Kräfte, schaffen Brücken und verfolgen gemeinsame Ziele…“. Deshalb setzte er auch hier auf die Wandelbarkeit von Identitäten und auf Mischformen.Der Interreligiöse Dreiklang: Ein besinnlich, mystisches Anfangsbild der zweiten Hälfte lieferte die einfache und kraftvolle Choreographie zu der Ra Ma Da Sa Sa Se Sohong-Meditation. Die Meditation gehört zu den Schätzen aus dem Fundus der Übungsgemeinschaft der Sikhs, die sowohl Einflüsse des Islam als auch des tausendundeinfaltigen Hinduismus in sich vereinen. Ra bedeutet Sonne und Ma Mond und so verbindet jede einzelne Silbe der Meditation einen existentiellen Aspekt des Kosmos. Endend mit dem für so manche Religionsform anmaßend erscheinenden Sohong, was bedeutet Gott und Ich sind eins. Der Dirigent selbst schöpft Kraft und Inspiration aus der dem Sikhismus nahestehenden Übungsform der weiß gewandeten Kundalini-Jogis.

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Die kongeniale Sängerin Debora Vilchez aus Peru, die das peruanische Instrument Cajon spielte

Das Mischgefäß peruanischer Poesie

Der zweite Teil des Interreligiösen Dreiklanges widmete sich so Romes „fortgeschrittenen Muslimen“, nämlich den bosnischen Derwischen. Dazu verstärkte der bosnisch-muslimische Jugendchor die Sängerschaft. Die melodieführende Querflöte erhöhte die Seele und die treibende Trommel führte Körper und Seele im Mysterium des Herzens zusammen. „Demokratie“ so das Programmheft, lebt vom „Teilen und Mitteilen, vom „Verstehen und Auseinandersetzen“ der Weg der Derwische ist eine Möglichkeit, sich komplexen Themen auf ganz eigene, tiefe Weise anzunähern“, heißt es im äußerst lesenswerten Programmheft.Den Schlusston des Interreligiösen Dreiklanges machte ein Beitrag aus Israel, mit der Überschrift „El Haderech, auf dem Weg“, Israel als im Glauben tiefst verwurzeltes Land, in seiner temperamentvollen, schmerzenssatten Musik eine Feuersäule, der Überzeugtheit „das Ziel“ zu erreichen. Die bisher tiefste Poesie atmete aber der Text „Schöne Gestalt“ aus dem Lied von „Fina Estampa“, der Repräsentant von Peru, dessen Übersetzung Nickles vorher verlas. Dieser Pfad eines stolzen Reiters kündet von seidener Sanftmut und Demut. Der Pfad leuchtet unter dem Fuß des edlen Rosses und errötet ob der Eindrücke in rot, ob von Geranien,ob von den Wangen erröteter Mädchen.Die Sängerin Debora Vilchez fühlte sich in das Lied auf kongeniale Weise ein und ein Stück Bewusstseinserweiterung verhauchte zart im gereinigten Äther.

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Der Solist aus Syrien: Mohammed Alouf

Wir werden frei sein ob wir leben oder sterben

Harter Schnitt.Wir befinden uns in Amerika, Mona Schmid und Leolo Vukic singen „What a wonderful world“das man von Louis Armstrong kennt. Neu ist vielen bestimmt, das es für die US-Bürgerrechtsbewegung geschrieben wurde und in dem Film „Good Morning Vietnam“ in den 80er Jahren von neuem Menschen bewegte. Leolo´s Mutter, der mit viel Überschuss und Ausdruck sang, war selbst Sängerin in New York und Mona ließ ihre wunderbare Stimme in größer Präsenz erstrahlen. Das Stück Südafrikas macht auf tödliche Naturkatastrophen aufmerksam, das Heimatloswerden vieler und die Zusammenhänge mit unserer Wirtschafts- und Lebensform und nimmt in der Zukunft eine magische Wende. Margarete Lamprecht wird zum Ende des Stückes „Heimatlos“ erfolglos wiederbelegt. In dem Vorgängerstück spielten noch Kinder mit dem Erdball, wem er denn gehöre? Die Antwort: „Uns Allen“.Jetzt strecken sich alle Hände des gut koordinierten Chores Richtung eines überdimensionalen gelben Balles auf dem Fake steht.

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Die erlösende Wiederkehr aus Argentinien Margarete Lamprecht singt Rinascero

Argentinien: Die Freiheit hat den längeren Atem

Plötzlich Platz der Ball und aus ihrer Filterblase geschleudert, bricht sich die vormals mediale Menschenfeindlichkeit in offenen Kämpfen Bahn.Der Same der Freiheit in der schönen und blutsvollen, viel zu früh verstorbenen Frau, sprengt nun die Ketten des körperlichen Todes. Nicoles spricht den surreal, kraftvoll Denkrahmen sprengenden Text. Im Jahr 3001 will sie wiederkehren,eine mächtige Stimme wird ihr Kraft geben, mit einer Rose im Knopfloch, wiedergeboren aus all den Dingen,aus den Früchten des kleinen Marktes, die sie lieb hatte, aus dem zerstörten Dorf heraus, aus der Wut der Leute des Südens.“ Und dann kommt sie das Lied „Rinascero“ furios hinausspeiend in bandoneonischer sich weltwärts entspannender Ausgerichtetheit. Hinein sich sehnend in all die die geliebten Dinge die sie lassen musste kulminierend in der Wut der Leute des Südens. Einen längeren Atem beweisend,als die Foltern und Räder des Autoritarismus, mit neuen Leuten alles wieder aufbauend im Jahre 3001. Im letzten Projekt des Vereines war, aus aktuellem Anlass, ein Schwerpunkt auf arabischer Kunst und Kultur gelegen. Nun zeigte der schöne langhaarige Mohammad Alouf mit einem Lied der arabischen Sänger-Ikone Fairuz, das Freiheit nicht mit äußeren Mechanismen zu ersticken ist. Vor dem Lied bekannte er ins Mikrofon: „Wir werden frei sein, ob wir leben oder ob wir sterben.“ Die arabische Vibration machte entgegen der Religion des einen Gottes, einen unglaublich vielfältigen, auf den Tanz gemünzten und unzähmbaren Eindruck, den der tiefe, wilde und reine Ausdruck des Sängers perfekt unterstrich.

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V. l:Der Texter von “Ein Lied für dieses Land” Chris Werneke, Deutschland und Markus Romes: Ideengeber und Dirigent des Interkulturellen Chores

             Weltpremiere: Ein Lied für dieses Land

Wie Deutschland, als fortgeschrittene liberale Gesellschaft die humanitäre Pflicht die vor dem Unheil eines Stellvertreterkrieges des Westmächte flüchtenden Menschenmassen aufzunehmen auf sich genommen hat und nun am Rande einer konservativen Revolution steht. So hat Chris Wernicke, der mutig als Mann im Damenkleid im Chor agierte, die Aufgabe angenommen, einem seit der Verfassung der Deutschen Nationalhymne(1841) verändert erscheinenden Land ein neues Lied anzubieten. Adrian Werum komponierte die monumentale Musik. Jenseits von nationaler Identitätskonstruktion und Republik des Eigentums, heißt es in dem final mit voller Seele gesungenen Chor: „Meine Hand soll dir gehören, Meine Tat dich weiterführ´n. Für die Freiheit sollst du steh´n. Allen offen die dich lieben.“ Solisten und Kinder singen Strophen im Wechselgesang mit den Erwachsenen des Chores.Wieder ein Dreiklang. Es herrscht eine weihevolle erhebende Stimmung. Zukunft und Vergangenheit sind sich in Müttern und Kindern nah, bauen aufeinander. Im Wissen das Deutschland seine Freiheit einst aus den Händen gab, wird sie nun auf den Schwingen der Musik als Verpflichtung und Licht in alle Länder getragen, das bleibt zumindest zu hoffen. Und so schließt sich der Reigen mit der 19.Episode in einem tosenden,minutenlangen, stehenden Applaus. Man kann es noch nicht begreifen, aber man weiß, das dieses singende tanzende Feuerzeichen um die Welt gehen muss. Wir ALLE EIN interkulturelles Volk.Romes verrät alle 140 Mitwirkenden wollen weiter machen. Eine Deutschland- und eine sind Europatournee ist in Planung.

 

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weitere Vorstellungen:

24.11.18 Konzertsaal der Waldorfschule in Heidenheim

16.12.18 Stadthalle Aalen

18.01.18   Ort wird noch bekannt gegeben Ulm

weiter Infos:  https://www.ulminterkulturell.de/

 

(Karten ab 29.10 bei reservix.de )

Sontheim 10/18

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Die von Kindergartenkindern bemalten Felgen berühren mich, sie stehen in so vielen Gärten wie unbewusst in der Finsternis leuchtende Artefakte einer endenden Zeit

 

Felgen die sich nicht mehr drehn, die in verlorenen Gärten

auf rostigen Stäben stehn

Aus dem ruinierten Haus, wächst ein Baum heraus

 

Ein verwaister Brunnen aus Beton kündet

tannennadelduftig vom Verkommen

 

Schweinebratenduft durchzieht die lichte Luft

zauberruhig, Blätter rot und gelb durchwirbelt von Motoren

 

Silberne Katze schmiegt sich an meinen Fuß,

worauf mein Rad stillstehen muss, einen ewigen Augenblick

einfach nur Schmiegen und Sonne

 

Bereits braune Blätter fallen

man hört Musik, wie um ein Festival zu beschallen

aus einem Auto hallen, die Räder gewinnen an Fahrt

 

Kinder zeichnen Parcours auf betonierte Flure

das Auto ist Abart getuned

 

Denken, Handeln, Fühlen nach Gelderwerbskalkülen

das Wachstum ist stetig und stumm

 

Der Wachstumsgrad von Blumen, misst sich am Volumen

der Augen die sie sehn

 

Das Wachstum aus Blut und Bitumen misst sich am Volumen

der Verdrängung seiner Effekte; wir wollen sie lieber nicht sehn

 

Die Kastanienblätter verkrachen unter meinem Fuß zu nichts

Ohrenboten zertrümmert noch Boten des Lichts

 

Meine Nase nimmt die örtlichen Mittagessen auf

mein Außenrist tut weh, vergemütlicht meinen Lauf

 

Ein Skelett schaut halb vergraben aus dem Boden heraus

Ein körperloses Totengestell pendelt vor dem Haus die Ewigkeit aus

 

Mohnblumen am Rand von Bauschutt vor abgesägten Bäumen

lassen von Widerstand, von Hochsommer mitten im Spätherbst träumen

 

Die Natur purpur pur, wird ganz rot vor dem Tod

Haut strotzt vor Sonne, Vögel fühlen Wonne,

zögern mit dem Ziehen- äquatoriale Phantasien

 

Jeder Schritt ein Lichtblick, weit entfernt von Ich-Blick

der erschrickt und sich in die alten Pfade krallt

                                             Heroldstatt ist neu Sontheim ist alt

Jeder Blick ein Lichtblick, ewig jung, ewig alt

Ich trage Zeitungen hier von Haus zu Haus

doch ich schlug den Heroldstattboten aus…

 

Zeit weiter zu gehen

Einsamkeit schmerzt, wirklich!

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Das Bild zeigt den Gehirnbereich der laut Spitzer sowohl bei Schmerz als auch bei Einsamkeit anspricht. Der Gehirnbereich  hat laut(http://www.gehirn-atlas.de/cingulum.html) auch noch ganz andere Funktionen als Schmerz und Abscheu im Gehirn zu repräsentieren

Gehirnforscher Manfred Spitzer über eine Krankheit unserer Zivilisation

Bernhard Schweizer von den Freien Wählern, führte den Vortragenden ein. Für die Freien Wähler hatte Spitzer die Inhalte seines aktuellen Buches „Einsamkeit die unentdeckte Krankheit“ auf das Thema Ehrenamt zugespitzt. Der Rektor der Uniklinik Ulm hat dazu an der Schnittstelle von Neurologie, Psychologie und Soziologie geforscht. Ehrenamt das sehe man auch an der aktuellen internationalen Tagung zum Zeitpunkt des Vortrages in Augsburg, sei ein großes Thema in Deutschland. Ehrenamt -siehe Flüchtlingskrise- wachse mit staatlichen Engagement, sagte er unkritisch und Ehrenamt finde meist erst nach der beruflichen Karriere statt. Später nach seinem bedeutend informierteren Vortrag über die Megatrends Singularisierung(Vereinzelung), Urbanisierung und Mediatisierung und ihrem Einfluss auf sein Thema Einsamkeit kam er auf das Thema Ehrenamt zurück.Er habe das Buch schreiben müssen, da er 2003 mit der Erkenntnis anhand eines Versuches, dass Einsamkeit schmerze und 2009, als er wissenschaftlich untermauert herausfand das Einsamkeit ansteckend sei Erweckungserlebnisse hatte. Der Fakt das Einsamkeit tödlich sei habe das erschreckende Bild abgerundet. Der Vortrag war gekennzeichnet von einer durch wissenschaftliche Distanzierung bewirkten Härte.Seine Argumentation zum Thema Einsamkeit begann er mit der Langzeitstudie, die das beweist. Hier habe man Leute mittleren Alters zum Thema Alter befragt. Dann habe man 40 Jahre abgewartet. Die dem Alter gegenüber negativ Eingestellten seien meisten schon weg gewesen. Leute mit einem guten sozialen Netzwerk hätten häufiger überlebt.

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Empathie und Hilfe für Andere haben laut Manfred Spitzer den besten Effekt gegen zu frühes Ablegen

150 als Obergrenze für Bekanntschaften?

Das habe seinen Grund in der Evolution, die Menschen seien die sozialsten Primaten, sie lebten schon seit tausenden Jahren in Gruppen bis 150 Mitglieder, viel mehr als andere Affenarten.Ein zweites Alleinstellungsmerkmal des Menschen sei nicht etwas das Lernen, dass täten andere Affen viel, sondern das Lehren. Deshalb halte er nichts von individuellem Lernen. Autoritatives Lernen(Einer weiß und sagt) sei viel schneller. Mit individuellem Lernen würde ein Medizinstudium 20 Jahre dauern, meinte der Hirnforscher.150 Mitglieder habe die kleinste Einheit des römischen Heeres gehabt, behauptete Spitzer.Geschenkt:Nach Kenntnisstand des Autors hatte eine Zenturie nur 80 Mann.  W.L der Gründer von Gore-Tex spallte seine Tochterfirmen immer ab einer Größe von 150 Mitarbeitern in Neue auf. Ebenso täten es die Amish-People in Amerika. Hofgemeinschaften hätten dort höchstens 150 Mitglieder. Die nächst nähere Kategorie nach Bekannten seien Freunde. Diese könne man leicht eingrenzen mit der Frage, wen man zu seinem Geburtstag einlade. Hier hätten Männer im Schnitt 15 und Frauen 19 Freunde. Durch ihre entwickeltere Sprachlichkeit schon auf der Ebene des Gehirns seien sie durchschnittlich besser vernetzt. Die nächste und seltenste Kategorie seien beste Freunde. Diese könne man daran messen, das man denke man könne bei ihnen nachts um drei vorbeikommen und sie würden einen aufnehmen und einem morgens einen Kaffee machen. Dies seien bei beiden Geschlechtern etwa 3-5. Dadurch das das Thema Einsamkeit verschränkt sei mit den drei gesellschaftlichen Großtrends Singularisierung, Urbanisierung und Mediatisierung, könne mal laut Spitzer damit rechnen das das Problem in den kommenden Jahren noch zunehme.

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Die Anzahl der Single-Haushalt wächst ungebrochen, die Familienhaushalte aber fallen nicht mehr so stark, so Spitzer

Singularisierung(Vereinzelung)

Eine Auswirkung der Singularisierung sei die Tatsache das zwischen dem Jahr 2000 und 2014 die Anzahl der Singlehaushalte in Deutschland von 14 Millionen auf 17 Millionen angewachsen sei.Eine andere wissenschaftliche Erkenntnis konnte auch verblüffen. In US-Amerika seien über in den letzten 50 Jahren die Wörter in den Büchern gezählt worden. In dieser Zeit habe das Wort Ich um 42 % zugenommen, hingegen das Wort Wir um 10% ab. Dann brachte er ein persönliches Beispiel, sein Vater, ein leidenschaftlicher Fotograf, habe ihm vor 40 Jahren einen Fotoapparat geschenkt.„Damals wäre ich nie auf die Idee gekommen mich selbst zu fotografieren, ja es wäre mir peinlich gewesen, da hat sich offensichtlich etwas geändert.

Urbanisierung

Die zweite große gesellschaftliche Transformation sei die Urbanisierung. 1913 hätten noch 13 % der Weltbevölkerung in Städten gelebt, im Jahre 2030 so schätze man, lebten schon 60 % der Weltbevölkerung in urbanen Zentren. In der Stadt habe man viel mehr Erlebnisse der Nicht-Gemeinschaft als im Dorf, wo sich noch jeder grüße. Die Stadt sei viel ungesünder zum Alt-Werden. Psychiatrisch sei klar das es doppelt so viele Schizophrene in der Stadt gebe als auf dem Land.

Mediatisierung

2 Milliarden Menschen seien im Internet-Community-Portal Facebook. 3 Millionen mehr in anderen „Zuckerberg-Medien.“ Eine Studie von 2013 belege, dass man je mehr man im Facebook sei, desto mehr Depressionen bekomme. Also nach der Anwendung steigere sich die Depressivität. In Dänemark habe man „Facebook-USer“ nach einer Woche Enthaltsamkeit befragt, sie zeigten laut Spitzer zufriedener mit ihrem Sozialleben. In direkten Begegnungen sehe man Mimik, Gestik, Sprachmelodie, da gebe es Unmittelbarkeit. Das sei das Gegenteil von Medien. Medium heiße ja schon das Vermittelnde, es sei mittelbar und deshalb unbefriedigend. Auf Ernährung übersetzt sei Facebook:“heiße Luft und leere Kalorien.“ Ja es sei sogar nachweisbar, dass die Selbstmordrate mit der Häufigkeit des Medienkontaktes steige. In einer amerikanischen Studie an 4524 Personen, sei raus gekommen, das die positive Wirkung von Schlaf und Sport nicht so stark sei wie der negative Effekt von häufiger Nutzung von Bildschirmmedien.Auch habe demletzt ein 7-Jähriger eine Demonstration gegen Handies bei den Eltern organisiert.DSC04040

Vertrauens- und Interaktionsverlust durch Handies

Die Smartphonenutzung bei Müttern vermindere die Interaktionen beim Essen. Die Großen gingen voran.Aktionäre hätten Apple vor Verlusten gewarnt, falls sie den Konsumenten nicht mehr Optionen geben würden ihr Telefonnutzungsverhalten zu kontrollieren. Darauf hin habeApple auf einer Entwicklerkonferenz eine Software zur Einschränkung der Telefonnutzung vorgestellt.Den Gesellschaften gingen durch die individuelle Verfügbarkeit aller Informationen auf Handies die vertrauenskonstitutiven Mikrorituale verloren. Kurz: Die Leute fragen nicht mehr nach dem Weg oder der Uhrzeit. Dadurch gehe Vertrauen verloren. „Die kleinen Interaktionen in Gesellschaft sind der Schmierstoff für Vertrauen, insistierte der viel gescholtene Erfolgs-Autor. Auf dem Land in Norwegen sehe man eine andere Entwicklung, da könne man in unverschlossenen Hütten schlafen und alle mitgenommenen Wanderartikel, auf Vertrauensbasis aufschreiben. „Das hat mich fasziniert“, gestand der 60-Jährige. In Oslo klappe das schon nicht mehr. Da sei der urbane Empathieverlust schon zu spüren. Die Muttersprache lerne man durch das soziale Umfeld, ganz ohne Pauken.Was aber krass sei, heute hat ein Oberschichtenkind bei der Einschulung schon 300 Millionen Worte mehr gehört als ein Unterschichtenkind. Schichtspezifische Bildungsunterschiede schon bei der Einschulung, da müsse mehr mit den Kindern in prekären Verhältnissen von 0-6 gesprochen werden. Eine Ansatzpunkt für das Ehrenamt. Wenn aber wie eine amerikanische Studie beweise die Kinder durchschnittlich 7 Stunden am Tag in sozialen Medien und lediglich zwei Stunden am Tag mit Freunden spielen, dann ist klar das Mediatisierung ein Faktor für Einsamkeit ist.

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Unmittelbarkeit, Empathie und die Fähigkeit sich in die Situation anderer hineinzuversetzen seien in der singularisierten, urbanisierten und mediatisierten gesellschaft drastisch am Abnehmen so Manfred Spitzer(Bild)

Einsamkeit schmerzt, steckt an und tötet

Empathie und die Fähigkeit sich in die Situation des Anderen hineinzuversetzen seien auch in Deutschland am bröckeln. Nur ein Beispiel sei die Meldung am 20.09.17, dass ein Mann einen verunfallten sterbenden, statt ihm zu helfen fotografiert habe um das Video ins Facebook zu stellen.Jetzt gebe es ein Gesetz, das sanktioniere Sterbende zu fotografieren. Die letzten 100 Jahre seit der Verbreitung von Fotoapparaten sei das selbstverständlich gewesen.Zurück zum Thema Einsamkeit.Soziale Isolation sei nicht gleich Einsamkeit. Ältere Männer seien oft sozial isoliert, aber erfahren und nicht einsam. Ältere Frauen seien zwar eine große Gruppe, aber durchschnittlich nicht besonders einsam. Eine einsamkeitsanfällige Gruppe seien hingegen die jungen Frauen. Da sie vernetzter sind, trifft sie die Einsamkeit härter. Männer könnten eher den „Höhlenmenschen“ oder „einsamen Wolf“ spielen, wenn sie vom Verein geächtet würden. Die Studie, welche er jetzt dozierte, habe ihn nachhaltig beeindruckt. Sie beweise Einsamkeit schlägt im gleichen Hirnareal an wie Schmerz.Das Setting: Drei Leute spielen am Computer Ball, der der am Scanner angeschlossen ist wird plötzlich vom Spiel ausgeschlossen. Das gleiche Hirnareal weist eine erhöhte Tätigkeit auf, da anspricht, wenn man jemand an der Hand verletzt. Schmerz. Das bedeute Gesellschaft lindere Schmerzen. Ein Beispiel aus Spitzers Erfahrung als Psychiater. „Was liegt auf den Nachttischen im Krankenhaus?. Offen Obst,dann Schokolade, ein bisschen versteckt ein Piccolo, aber immer ein Bild vom Partner.“ Das wirke wie Schmerzmittel. Aber auch umgekehrt Schmerzmittel hülfen gegen Einsamkeit. Aber die hätten eben auch Nebenwirkungen und bekämpften die Ursachen nicht.Das soziale Umfeld hingegen sei aktive Schmerztherapie. Der negative Effekt eines Einsamen auf uns sei ebenso groß. Deshalb sei Einsamkeit auch ansteckend. Man sage „der zieht mich runter.“

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Da Einsamkeit laut der obigen Statistik ansteckend ist setzt Spitzer auf Einsamkeitsresiliente

Einsame aller Länder verbindet euch

Umso wichtiger sei es das dagegen Immune die Einsamen zu sozialer, am besten helfender Aktivität animierten. Stress verursache die meisten Krankheiten. Und Einsamkeit verursache in unseren Breitengraden den meisten Dauerstress. Anderen zu helfen so hatte Spitzer schon zu Beginn gesagt, sei viermal so gesund wie Aspirin, was er mit einer Statistik untermauerte. Wenn man Einsamen helfen wolle, könne man nicht einfach sagen: „Geh unter die Leute.“ Denn genau das könnten sie ja nicht. Man müsse wiederum Empathie und Einfühlungsvermögen walten lassen. Zum Beispiel wenn einer gern und gut lese, der Vorschlag mal im Kindergarten eine Geschichte zu lesen.Die Dramatik des Problems zeige auch das die Antieinsamkeitsministerium eingerichtet hätten. Einsame könnten davon zu Orten und Plätzen überwiesen werden, wo Gemeinschaft sei.Dann kam Spitzer in der Zielgeraden seines zweistündigen Vortrages wieder zum Ehrenamt zurück.Man brauche nicht nur Gemeinschaft sondern interaktive Gemeinschaft, das Ehrenamt sei perfekt. Oder auch gemeinsames musizieren, sporten, Kunst schaffen oder Theater spielen.Auf eine Frage aus dem Publikum ob es nicht auch negative Formen von Zusammensein gebe, antwortete er bejahend. Es gibt auch ein zu zweit allein. Die Beziehungsqualität sei dabei wichtig.Der Musikverein Blaustein hat den freien Wählern bei der Bestuhlung geholfen. Weiter so in der interaktiven Einsamkeitsauflösung.

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Acetaminophen ist ein ähnlich wie Paracetamol in Deutschland in den USA gebräuchliches Schmerzmittel

Einstein: Die neue Ikone für Ulm?

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Der frischgetaufte Verein „Albert Einstein Discovery-Center Ulm e.V lud ins Ulmer Stadthaus. Nancy Hecker Dehnschlag, die zweite Vorsitzende zeigte die Ziele des Vereines auf. Danach gab es einen Vortrag von Prof. Dr. Sebastian Murken, über Einstein als Ikone. Das große Ziel des zur Zeit 480 Mitglieder zählenden Vereins, der im Frühjahr schon Einsteins 139. Geburtstag öffentlich feierte, ist wie sein Name schon sagt, ein Albert Einstein Discovery Center. Hecker Dehnschlag stellte das 3 in 1 Modell für das Einstein-Discovery-Center vor. Erstens solle es dort ein Science-Center geben, das Mitmachstationen und besonders qantenphysikalische Themen umfasse. Zweitens eine historische Abteilung über Albert Einstein um seine Geburt 1879 und danach. Manche meinen solch ein Center sei unangebracht, weil die Einsteins schon als Albert 1 ½ Jahre war Ulm verließen. Drittens solle es dort eine Technologie-Ausstellung geben, welche Theorien in Einsteins in aktueller Technik aufzeige.Das sei ein Projekt mit internationaler Ausstrahlung, welches die MINT-Fächer im Unterricht stärke und ein neues Freizeitangebot für die Bürger schaffe. „Ulm braucht ein Technikmuseum“, meinte Hecker Denschlag. Zwei Nobelpreisträger unterstützten das Projekt. Und auch die Beratung von Professor Christina Kappel vom Mercedes-Benz Museum sei in der Planungsphase wertvoll. Das Gebäude seiin der Nähe von Einsteins Geburtshaus, beim Sport Sohn, geplant. Das Gebäude solle in der Form einer Raum-Zeit-Krümmung in der Nähe eines schwarzen Loches gebaut werden. Der Baubeginn könne 2024 sein. Eine Mitgliedschaft im Verein zu 25 Euro unterstütze das Vorhaben noch mehr.

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Sebastian Murken: Einstein als Ikone

Professor Dr. Sebastian Murken ist eigentlich Religionspsychologe und Psychotherapeut. Sein Vater hat ihm aber in den 70er Jahren den Grundstock einer Sammlung von Albert Einstein-Bildnissen von 1917-1955 überlassen. Heute besitzt er mit circa 200 Bildern von Einstein, wohl die größte Sammlung von Bildern von Albert Einstein. In einem kurzen theoretischen Teil klärte er was Ikonen sind. Traditionell in der orthodoxen Kirche sollen sie eine existentielle Verbindung zwischen Betrachter und Objekt herstellen. Im politischen Feld, seien es Bilder die aufgrund ihrer Streuung und ihres Aussagegehalts aus der Masse herausstechen. Ikonen bräuchten auch eine visuelle Codierung, die beispielsweise bei Shakespeare und Sokrates, trotz den herausragenden Bedeutungsgehalts nicht gewährleistet sei. Auch werde man den diesjährigen Nobelpreisträger in Physik nicht auf der Straße erkennen. Einstein sei da eine Ausnahme. Das zeige sich auch daran, dass das „Time magazine“ in der letzten Ausgabe des Jahrhundert am 31.12.99 Einstein zur „Person of the century“ erhoben habe. Einstein habe die Physik revolutioniert und neue Denkräume erschlossen. Er stünde für eine unglaubliche Kapazität des Denkens. Und er habe sich über das Denken hinaus für Ideale eingesetzt. Er sei wie der Titel der aktuellen Biographie von Christof Rieber nahelegt ein Leben lang ein Nonkonformist geblieben. Was man beispielhaft an der Geschichte des Zungenbildes, das weltweit bekannt sei ablesen könne. Auf seinem 72. Geburtstag am 14.März 1951 wurde Einstein den ganzen Tag von Fotografen bedrängt. Als er mit zwei Begleitern ins Auto einstieg fotografierte ihn wieder ein Journalist. Einstein streckte die Zunge raus. Das Bild, sei nicht etwa von der Presse verbreitet worden, sondern der geisteswitzige Einstein schnitt sich selber aus und verbreitete das Foto. Der kleine Reim den er hinzufügte ist ungleich weniger bekannt.

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117 von 120 Albert Einstein Briefmarken weltweit hat Erwin aus Ulm schon und der Verein wächst

Ein Ulmer Sammler hat 117 von 120 Einsteinbriefmarken

Das Zungenbild der Rolling Stones funktioniere wohl auch dank Einstein so gut.Es gebe 120 Briefmarken mit Einsteins Konterfei. Schöner Weise hatte ein Sammler aus Ulm 117 der von Einstein bekannten Briefmarken dabei. In Ulm hingegen suchten so manche Japaner den Einsteinbrunnen vergebens, der sei nämlich nicht in der Stadtkarte eingezeichnet, monierte der Sammler. Witziges gab es aus der Werbung. Coca Cola habe Einstein mit einer Coke in der Hand an der Relativitätstheorie schreibend dargestellt. Darunter steht: „Even Einstein counldn´t figure relativity theory.“ Die „Hebrew university of jerusalem“ die die Rechte an Einsteins Bildern inne hat, hat seine Bilder als kulturelles Gemeingut erklärt, das verwendet werden dürfe, auch in geschmackloser Manier.

Frasconi, A. E59, 0058
Antonio Frasconi, 1952,Quelle: Sammlung Murken

 

Einsteinbilder von 1917-1955

Die folgende Sequenz von Einsteinbildern pries der Sammler als Weltneuheit an und so durfte man die Bilder auch nicht fotografieren. Max Planck holte Einstein 1913 aus der Schweiz nach Berlin. 1914 schrieb er dort seinen Entwurf der Relativitätstheorie. Am 29.05.19 wurden empirische Beweise für die Richtigkeit der Theorie erbracht und Einstein wurde über Nacht berühmt.Das erste Einstein-Bild von Erich Büttner zeigt den kosmischen Menschen, ohne Einstein dabei zu porträtieren. Nach der Erfahrung der 1. Weltkrieges stand auf einem Stern von Sternen und Kräften umrundet. Ein Einstein Zitat aus den 50er Jahren hört sich vor dieser Folie wie ein Aufruf an den egoistischen und nationalistischen Menschen aus seiner selbstverschuldeten Katastrophe aufzuwachen an: „Es ist mir klar, dass das so verlorene religiöse Paradies der Jugend ein erster Versuch war, mich aus den Fesseln des „Nur-Persönlichen“ zu befreien, aus einem Dasein, das durch Wünsche, Hoffnungen und primitive Gefühle beherrscht ist…” Einstein war sich sehr bewusst über seinen Einfluss und stand bereitwillig Porträt und signierte Bilder von Künstlern mit wenig Mitteln.Max Liebermann malte ihn in Berlin. Genauso Julius Turner, 1920 in frontalen Porträts.

Collen Turner, J. E109, 0140
Julius Collen Turner, 1920, Quelle: Sammlung Murken

Einstein ein Poet des Zukünftigen

Leonid Pasternak malte ihn farbenfroh und mit Geige. Einstein bedankte sich immer für die Kunstwerke und gab etwas zurück. Als Moshe Ziffer ihn beispielsweise gemalt hatte schrieb er in einem Brief: „Du bist ein Ziffer und ich bin Ein stein aber die arbeitest mit Stein und ich arbeite mit Ziffern.“Boris Georgiev malte Einstein 1929 numinos, mit leeren Augen. Die Spuren des spirituellen Wanderers der auch Rabindranath Tagore gemalt hat, verlieren sich in Indien.Kurz vor der Machtergreifung der Nazis unterzeichnete Einstein noch den „dringenden Apell“, derSPD und KPD dazu auffordert gemeinsame Kandidaten aufzustellen. Der Maler Kurt Isenstein malt ihn. Bald darauf fliehen beide. Einstein setzt sich bei der Kunsthochschule in Kopenhagen dafür ein, dass Isenstein eine Anstellung bekommt. Genau wie die Geliebte Rilkes Lou Albert Lazard malte Emil Orlik, der zur Zeit in Neu-Ulm ausgestellt wird Einstein.Wunderbare Zeichnungen stammen von dem Inder Mukul Dey, das Spirituelle, scheint eine Dimension zu sein, die den kosmischen Menschen Einstein gut zu fassen vermag.1921 in New York, als der zionistische Kongress sich noch für einvernehmliche Lösung mit den Arabern einsetzte, malte ihn Bernhard Wall dort. Einstein bedankte sich mit einem Zweizeiler: „Gut gemacht in kurzer Frist, dass Modell zufrieden ist.“Als Hitler-Deutschland Einstein 1934 ausbürgert, weilt er in Belgien. Eugen Spiro, einem der bekanntesten Porträt Maler des damaligen Berlins, erteilt Einstein in den frühen 30ern eine Absage. Er habe es nicht nötig ihn zu malen, meint er. 1942 treffen sie sich im Exil wieder. „Nun bin ich mittellos“, meint Spiro und Einstein lässt sich malen. Aus der Zeit nach dem Krieg sticht das Bild welches Antonio Franconi 1952 für die Collage-Buden in Princeton gemalt hat heraus. Wie witzig und selbstreflektiert die Ikone war zeigt ein letztes Bild. Nach dem Vortrag gab es runde Tische um die Idee eines Einstein-Research-Centers weiter zu diskutieren. Es begleitete die Band „Hackberry“ aus Ulm.

Links:

Den Leuten vom  Verein der sich für ein Albert Einstein Museum stark macht kann man bei einem Infostand am 20.10. in der Hirschstraße gegenüber von Gerry Weber, direkt am Ulmer Wochenmarkt begegnen

Dicovery Center im Netz:

http://www.aemuseum-ulm.de/

Professor Sebatian Murken:

http://www.sebastian-murken.de

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