Rezept: Herzhafter warmer Käsesnack

Zutaten für eine Person:

50 Gramm Emmentaler Käse

70 Gramm Philadelphiakäse Doppelrahmstufe

50 Gramm frischer Spinat

1 halbe Zwiebel

1 Scharfe Pepperoni

1 TL Kurkuma

1 TL Pfeffer

1 Prise Salz

1 Vollkornbrötchen

1 El Ghee

 

Die Entstehungsgeschichte:

Man brät die Gewürze in einer Pfanne an. Dann gibt man die Zwiebel hinzu um kurz darauf den feingewürfelten Emmentaler Käse und die zerkleinerte Pepperoni beizumengen. Nun gibt man den zerkleinerten Spinat dazu. Am herzhaftesten wird das Endprodukt wenn man jetzt ohne Verwendung von Wasser  den Philadelphiakäse in die Pfanne gibt.Während dessen beschickt man den Toaster schon mit dem in zwei Hälften geschnittenen Brötchen. Wenn die Zwiebel schon schön braun ist, nimmt man die Creme in der Pfanne und gibt sie mit oder ohne zusätzliches Fett auf das Brötchen. Das Gericht geht sehr schnell und ist sehr nahrhaft, es passt dank seiner leichten Zubereitung und seines hohen Fett- und Eisengehalts  gerade in stressige Tage. Ich mag es weil es gut gemacht die Röstaromen des Emmentalers mit der nahrhaften Cremigkeit des Philadelphia vereint und Spinat und Pepperoni umhüllt von Pfeffer und Kukuma orientalisch würzig in Szene setzt.DSC00298

 

 

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Feierzeichen statt Frühlingszeichen

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Männer mit verlängerbaren Minimotorsägen sorgten heute im Gestrüpp der Bäume Heroldstatt´s für Ihre Sicherheit vor Dingen von Oben

 

Weshalb  in der Sontheimer Ortsmitte Bäume ausgeschnitten wurden

Heute ist der 20.03 der Tag des astronomischen Frühlingsanfangs, aber wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so macht ein astronomischer Frühlingsanfang noch keinen Frühling. Mittlerweile bin ich schon wie die Narren, welche den Winter auszutreiben versuchen. Ein Anblick heute Mittag lies mir mein nach Frühlingzeichen auspähendes Auge ins Herz rutschen. Gemeindearbeiter schnitten auf dem Platz bei der alten Hühle neben dem Backhaus, in der alten Ortsmitte, Bäume aus. Das ist doch ein Frühlingszeichen, dachte ich. Als ich mich mit einer Kamera bewaffnete um spontan den sich zeigenden Frühling größer zuschreiben bekam ich von einem Gemeindearbeiter ein Dementi. “Das Ausschneiden der Bäume hat mit dem Frühling nichts zu tun”, erwiderte er meine Nachfrage nach dem Grund der Schneiderei. Bäume schneide man im Februar zurück, ui, eine unangenehme Vorstellung bei eis. Und außerdem sei es nur bis Anfang März gestattet Bäume auszuschneiden. Warum?

Lebensraum gegen Lebensraum

Weil die Vögel dort ab März ihren Lebensraum hätten, welcher durch das unzeitige Ausschneiden gefährdet werden könnte.Die Ausschneideaktion der Gemeinde werde aufgrund der Verkehrssicherungspflicht im öffentlichen Raum auch noch zu diesem späten Datum durchgeführt. Denn die Sicherheit von Personen vor herabstürzenden Ästen gehe vor dem Vogelschutz. Bei soviel unerwarteten Informationen konnte ich mich nur die schönen Maschinen  bedanken.  Und eingedenkt des Sontheimer Backhaushocks bei dem am 22.-24.06.18 bei der Geburtstagsparty des Sontheimer Musikvereins zum Neunzigsten jetzt wohl niemand einen Ast auf den Kopf bekommt, weckte die wenig frühlingshafte Aktion im Schnee doch wenigstens Vorfreude auf den Sommer. So wie ich unser Wetter kenne, ist es durchaus in der Lage mal eine Jahreszeit zu überspringen.

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Das und noch ein paar Fuhren Baumschnitt mehr wäre ihnen ohne die Arbeit der Gemeindearbeiter Heroldstatt´s vielleicht beim Feiern bis die Bäume wackeln auf dem Jubiläumshock 2018 in Sontheims ehrwüriger alter Ortsmitte auf den Kopf gefallen

Die Jugend zog sich durch alle Generationen

Blaubeurer Kapellen verschmolzen in beschwingter Manier 

Auch wenn die Reihen in der blaubeurer Stadthalle nicht ganz voll waren, so kann eben weder der Himmel noch die Seele immer blau sein. Nein, dass turkise Dress der den Auftakt des Konzertes der Generationen machenden Bläserklasse machte sich sogar gut im gewohnten “Blau in Blau.” Und das man auch ohne Blau die blaue Kälte draußen zu überwinden vermag zeigten “Türkisen” gleich dreimal. Im Zauberland durch den musikalischen Zustandswandler angekommen hieß es  “Shut up & Dance”. Jetzt war die Bühne bereitet für die Blaumännle, die Jugendkapelle des Vereines, der in einem geheimnisvollen Hybrid die Titel Musikverein und Stadtkapelle in sich vereint.

Als die Blaumännle unter der Leitung von Ivonne Stumpp, die “Vogelwiese” anstimmten musste man sich an das Reformationsjahr 2017 für den Musikverein alias Stadtkapelle Blaubeuren erinnern. An das erneuerte Logo und an die neuen maßgschneiderten Musikerwesten.Blau im fließfähigen bis süffigen Zustand erscheint oberflächlich gesehen einfach schöner. In  “Indian Fire” wo die “Jungen Blauen” beispielsweise den Kampf der Rothäute gegen die Bleichgesichter fulminant zu Gehör brachten gab es tolle Momente des Wechsels von Stille in Wohlklang. Pauken und Tuben wurden hier auf gefühlvolle Weise eingesetzt. Zum Schluss kam dann der inoffizielle Soundtrack zur “Survival-Bibel” “Eye of the Tiger.”

Die Bläserklasse des Joachim-Hahn-ymnasiums entführte zum Auftakt ins ZauberlandG
Die Bläserklasse des Joachim-Hahn-Gymnasiums Blaubeuren
Die Blaumännle also die Jugendkapelle der Stadtkapelle Blaubeuren wussten das Publikum mit Indian Fire und Eye of the Tiger zu beendrucken
Die Blaumännle MV Stadtkapelle

 

Die Jungen dürfen älter werden und die Alten verjüngen sich gern

Die Stadtkapelle dürfte nichts dagegen haben das die Jungen älter werden und in die Stadtkapelle kommen. Danach wurde es mit dem Spielmannszug folkloristisch. Die wunderbaren Kostüme der Spielmänner und Spielfrauen rehabilitierten das aufgetaute Blau nun vollends. Bei dem schottischen Volkslied “Highland Cathedral” konnte man die Lyren und Pfeifen ihren ganz einzigartigen Klangraum entfalten hören.Und dann wurde dasauf der kalten Alb in Unglauben gefallene “Im Märzen der Bauer…” von der aufmarschierenden Stadtkapelle alias Musikverein Blaubeuren endlich auf Sommerabenteuer hin mit dem Zeitenwandel der Musik überwogen.

Mit dem Thema von Indiana Jones kündigte die Stadtkapelle schon das sich mit Helden beschäftigende Blautopf Open Air an
Die verjüngte Stadtkapelle machte auch mit ihrer Interpretation von Winnetou und old Shatterhand Lust auf mehr Heldenhymnen am Blautopf

 

Stadtkapelle macht warm für den Sommer

Man hörte in der lange vermissten, volltönigen und brillant präzisen Manier der Truppe, dass Thema von “Indiana Jones.” Der Titel heißt wenn man dem Kreator auf die Spur gehen will “Raiders March”. Der Komponist heißt John Williams und der Verein mit doppeltem Titel spielte die Bearbeitung von Paul Levender.Das Konzert der Generationen,  dass war jetzt schon absehbar war kein Festival der Solisten. Die nun anhebende Interpretation von “Hey Jude”  wurde eingeleitet von einer das im Ohr befindliche Lied erfrischenden Einleitung. Dann hoben die Musiker den Song, wie etwas ganz Kostbares mit ihrer Einfühlsamkeit in seine wirkliche Höhe. Am Ende des Songs mit dem berückenden Trompetensolo von Claus Battes wusste man die  Zeilen an die besungene “Jude” wieder inwendig: “For now you know that it´s a fool, who play´s it cool by making the world a little colder.” Dies war ein guter Zeitpunkt um die drei Blauen, mit den Türkisen zusammen zu einem fünften Element auf der Bühne zu vermischen.In dem Moment in  dem Bläserklasse Blaumännle, Spielmannszug und Stadtkapelle zusammen “We are the world” anstimmten”  war Blau keine kalte Farbe mehr, sondern der tiefe Grund in dem sich alle Generationen in kindlicher Morgenröthe vereinigen.

Die Generationen konzertierten bei We are the world
Beim finalen Zusammespiel aller Kapellen dirigierte die Leiterin der Blaumännle Ivonne Stumpff und Martin Traub zeigte im Rhythmussegment gemeinsam mit den Nachwuchsbeatmachern was er drauf hat

 

Nach fünf Jahren unter ihrem Dirigenten Martin Traub stellen sich die Blaubeurer Musiker dieses Jahr wieder Wertungsspielen beim Kreisverband Biberach und beim    Kreisverband Ulm-Alb-Donau

Um das  konkurrenzlos tiefste Blau Blaubeurens versammelt die Stadtkapelle sich und hoffentlich viele Zuhörer beim Blautopf-Open-Air  am Abend des 22.07.2018

 

 

 

Haus der Hoffnung Eine Kirche zeigt sich

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Lobpreis bei einem Gottesdienst sonntags im Haus der Hoffnung

Die „Gemeinde der Christen Ecclesia“ ist eine Freikirche, die von dem schwäbischen Unternehmer Hermann Zaiss Ende des Zweiten Weltkrieges begründet wurde. Dem charismatischen Prediger und Missionar werden auch spontane Heilungen nachgesagt. Er legte großen Wert auf die Gegenwart des Heiligen Geistes bei der Predigt und auf die Erwachsenentaufe.Die „Ecclesia“, der freikirchlicher Dachverband zu dem auch das Haus der Hoffnung  in Blaubeuren gehört hat heute 4000 Mitglieder und ist seit einiger Zeit  im Verbund der Pfingstgemeinden organisiert.Dem was den Spirit des Hauses der Hoffnung ausmacht, möchte ich hier durch einen Gottesdienstbericht in Blaubeuren nachspüren.

Es ist Sonntag der 11.03.2018,  an der Ampel bevor man in Blaubeuren Richtung Schelklingen abbiegt sieht man schon das Kirchengebäude. Auf dem grün weißen Gebäude steht in ansprechender grüner Schrift „Haus der Hoffnung.“ Als ich in den hellen Vorraum mit Cafe-Bar komme, stehen drei Leute da um mich zu begrüßen. An so viel Beziehung muss man sich als Gottesdienstgänger der evangelischen Landeskirche erst einmal gewöhnen. In dem kinohaft anmutenden Multifunktionssaal mit circa 200 Plätzen probt gerade die Gottesdienstband. Ein paar Minuten vor dem Gottesdienst wird ein Video eingespielt, welches zu lauter Musik, die Dymamik des „Im-Haus der-Hoffnung-Seins“ aufzeigen will. Hier sieht man „Royal Ranger,“ die hauseigene Pfadfinderorganisation, Gemeinde und Musiker in Aktion. Nach dem Countdown für den Gottesdienstbeginn betritt Melanie die Bühne und erzählt eine Geschichte aus ihrem Leben.In der Ulmer Innenstadt hatte sie plötzlich einen Heidendurst und während des Zahlens viel ihr auf, dass sie zu wenig Geld dabei hatte. Die mit Kopftuch bekleidete Frau hinter ihr, sagte: „Ich bezahle es.“ Daraufhin war Melanie ganz durcheinander, bestand draußen aber darauf die Frau zu umarmen. Danach sing die Band: „Reinige mein Herz, nimm was mich trennt von dir und mach mich heilig.“ Hier soll man Gott direkt spüren, hören und sich auf ihn besinnen.Was dem Mainstream-Kirchler bei dem Gesang aufällt  sind die vielen ausgestreckten Hände. Die strecken sich wohl nach der oben erwähnten Gegenwart des Heiligen Geistes aus, die in den Worten des Predigers ebenso präsent sein soll. Spannend.

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Die in evangelischen Erneuerungsbewegungen betonte Lebendigkeit im Gottesdienst aus der Auffassung heraus das alle den Heiligen Geist empfangen können war in Blaubeuren spürbar

Predigt über Großzügigkeit als Gemeindewert

Nach einer ausgiebigen Lobpreis-Session, also einer musikalischen Anbetung Gottes durch Band und Gemeinde, betritt Jürgen Reyinger, begleitet von noch fetzigerer Rock´n`Roll Musik, die Gemeinde anfeuernd die Bühne. „We have the best Dad“ schallt es da vor den witzigen Bildern auf der Leinwand. Reyinger ist der Pastor der blaubeurer Gemeinde und seine Predigt beschäftigte sich mit „Großzügigkeit als Wert der Gemeinde.“ Anhand der zwei Extrembeispiele des Boxers Mike Tyson und der Börsenspekulantin Hetty Green zeigt der smarte Man eine Gemeinsamkeit beider Figuren  auf: Die Waisenmentalität.

Vaterlose Kinder verschwenden und halten zurück

Der eine hatte ein Vermögen von geschätzten 300 Millionen Dollar 2003 völlig verprasst.Die andere hatte nur ein Kleid und verweigerte ihrem Kind trotz eines Millionenvermögens eine nötige Knieoperation. Der eine war unendlich verschwenderisch, die andere war unendlich geizig.  „Wir haben die innere Überzeugung verloren, dass wir nach Gottes Bild geschaffen und seine Kinder sind“, erklärt Reyinger die religiöse Version von Waisenmentalität. Die Sehnsucht nach Gott, könne so nicht erfüllt werden und damit fühlten diese Menschen sich leer.Dabei habe Gott die Menschen(Adam und Eva) so reich beschenkt, er habe ihnen Autorität über die Erde und das was in ihr ist gegeben. Sie sollten Gottes Schönheit und Herrlichkeit und Großzügigkeit auf der Erde ausbreiten. Und so lebten sie in vollkommener Einheit und Harmonie mit Gottes Weisheit.Nur Liebe, und das bekräftigte, der charismatisch mit dem ganzen Körper sprechende, Reyinger brauche Entscheidungsfreiheit und deshalb habe der liebende Vater den Baum der Erkenntnis in den Garten Eden gepflanzt.Der Rest ist bekannt Adam und Eva rebellierten und statt der von der Schlange versprochenen Gottgleichheit und der damit verbundenen Macht und Unabhängigkeit standen sie ängstlich und schamerfüllt- von Gott getrennt da.

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Die Gottesdienste in Blaubeuren werden immer in Englisch und Farsi übersetzt und so mancher Flüchtling ist hier schon zum Christen geworden oder hat sein Christentum mit einer Taufe im hauseigenen Ganzkörpertaufbecken bekräftigt

Der Vater liebt und gibt

Was löst das Wort Vater in euch aus?, fragt Reyinger nun in die Reihen. Viele Väter hatten keine Zeit, oder waren kontrollierende und fordernde Väter. Die Waisenmentalität sei auch oft mit einer Leistungsorientierung verbunden, mit einem Streben nach Sicherheit und einem grundsätzlichen Misstrauen. Der Kern dessen sei die Selbstzentriertheit, die mit verheerenden Folgen den Platz der ehemaligen Gottzentriertheit eingenommen habe.

„Unser Dad ist der beste Dad“, darauf kommt der Pastor nun mit der biblischen „Geschichte vom verlorenen Sohn“ zurück. Der in der Fremde vollkommen gescheiterte Sohn, der bei seinem Vater erhoffte wenigstens noch als Knecht eingestellt zu werden, wird von dem bedingungslos Liebenden vollkommen rehabilitiert. Er nimmt ihn trotz seiner früheren Respektlosigkeit wieder auf.Mit großem Enthusiasmus fährt Reyingers Predigt nun in die Zielgerade ein: „Gott liebt und er giebt“, sogar seinen eingeborenen Sohn. Und da es Misstrauen war, durch das die Sünde und das Böse in die Welt kam, ist es Gottes Plan das Vertrauen auf ihn, seine Liebe und Versorgung wieder herzustellen. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“(Bibel Johannes 3,16) Mit einem Appell an den Mut zum Vertrauen in den liebenden Vater endete die Predigt: “Hey wenn er dir schon das Kostbarste was er besitzt gegeben hat, dann kannst du auch darauf vertrauen, dass er dir alles andere auch noch schenkt”

 

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Auch urchristliche Gepflogenheiten wie das gemeinsame Essen und das Gebet für Kranke und Bedürftige werden nach den Gottesdiensten praktiziert

Wer einmal selber einen Gottesdienst im Haus der Hoffnung besuchen möchte:

Immer sonntags um 10 Uhr in der Dr.Georg Spohn Str. 1 in Blaubeuren besteht Gelegenheit dazu

Sehen was verläuft

SCHRAG
Klaus Schrag ist Kunstmaler und wohnt in Heroldstatt, seine Tierbilder sind bei Kunstliebhabern gefragt, er wagt sich aber immer wieder auf neue Gebiete, so zuletzt mit seiner Verbindung abstrakter und konkreter Kunst in seiner Reihe “Bewegung und Energie

 

Klaus Schrag stellt seine Pouring-Bilderkollektion bald in Schelklingen aus

Der Meister sitzt in seinem Wohnzimmer, der Fernseher läuft und der Laptop flimmert.„So arbeitet ich am liebsten, ich brauche die Ruhe nicht zum Malen, bei mir muss immer was nebenher laufen.“ Nach und nach trennt er sich von dem Würmchen das er gerade malt, seiner liebsten Comicfigur, die der 58-jährige eigener Auskunft nach vor 50 Jahren zum ersten mal aufs Papier gebracht hat.Jetzt bringt er Bilder aus seinem Malzimmer: „Das sind Pouring-Bilder, Pouring ist das englische Wort für gießen“, meint der kleine freundliche Mann mit dem markanten Schnurrbart.Und was sich einem da zeigt erinnert an Fraktale, die bei mikroskopischen Aufnahmen von Strukturen zum Vorschein kommen. „Beim Pouring verwende ich Acryl-Farben keine Pinsel und auch keine Spachtel. Pouring ist auch nicht wie der Pinselstrich steuerbar, man lässt die Farben viel mehr ineinanderfließen, man kann zwar steuern, aber vieles bei der Technik bleibt dem Zufall überlassen.Der Meister sitzt in seinem Wohnzimmer, der Fernseher läuft und der Laptop flimmert. „So arbeitet ich am liebsten, ich brauche die Ruhe nicht zum Malen, bei mir muss immer was nebenher laufen.“ Nach und nach trennt er sich von dem Würmchen das er gerade malt, seiner liebsten Comic-Figur, die der 58-jährige eigener Auskunft nach vor 50 Jahren zum ersten mal aufs Papier gebracht hat.

Jetzt bringt er Bilder aus seinem Malzimmer: „Das sind Pouring-Bilder, Pouring ist das englische Wort für gießen“, meint der kleine freundliche Mann mit dem markanten Schnurrbart. Und was sich einem da zeigt erinnert an Fraktale, die bei mikroskopischen Aufnahmen von Strukturen zum Vorschein kommen. „Beim Pouring verwende ich Acryl-Farben keine Pinsel und auch keine Spachtel. Pouring ist auch nicht wie der Pinselstrich steuerbar, man lässt die Farben viel mehr ineinanderfließen, man kann zwar steuern, aber vieles bei der Technik bleibt dem Zufall überlassen.

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Dann zeigt ein gelb-weißes Bild, auf dem viele interessante Flussausläufe zu sehen sind: „da habe ich mit einem Holzstäbchen nachbearbeitet“, meint der Kunstmaler, der immer auf der Suche nach neuen Stilen und Darstellungsformen ist. „Pouring ist in Amerika gerade der Trend, es gibt zwar nichts Neues, aber ich suche trotzdem danach,“ lacht er. Dann zeigt er ein Bild, das mich anchinesische Meditationsbilder erinnert. Spontan nenne ich es Schwarz-Weiß-Gold.

Schwarzweißgold

Durch Fluss- und Temperaturveränderungen, welche Schrag beispielsweise mit einem Bunsenbrenner oder auch einem Heißluftfön herbeiführt, entstehen die für das Pouring charakteristischen Blasen in den Bildern, welche nicht durch Pinsel und Spachtel herbeigeführt werden können. In seiner Ausstellung im HGS 3 in Schelklingen will Schrag Bildergrößen zwischen 30*30 und 40*50 in der Pouringtechnik ausstellen .Seine Perspektive als innovativer Maler ist es aber, in Pouringtechnik erstellte Bilder als Teile in ein größeren Kunstwerk zu integrieren. Mehr will er aber noch nicht verraten. Ihn interessiert jetzt erst einmal was die Leute bei der ersten Austellung seiner Pouring-Werke sagen.

 

Die Vernissage findet am 17.März 2018 ab 19 Uhr in dem Konzepthotel HGS3 in Schelklingen statt. Die Bilder werden dort bis 18.Mai hängen.

Schrags geheimer Wunsch Leute unerkannt bei der Besprechung seiner Werke zu belauschen wird wohl eher in der romantisch illuminierten Kulisse der Kunstnacht in Bad Ditzenbach am Samstag dem 5.Mai 2018 in Erfüllung gehen. Dort hat er die Garage eines Bad Ditzenbachers für einen Abend ganz für seine Kunst.

Schrag-Online:                 http://www.kunstmaler-schrag.de/

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Jedes Nein ist ein Ja zu dir selbst

 Von der Kunst Freiheit und Bindung auszubalancieren

DSC00103Fast ausschließlich weibliche Gäste durfte die Vorsitzende der Heroldstatter Landfrauen Margarete Schrems-Kiefer zu dem Vortrag „Nein-Sagen- wie schaffe ich das?“ im Steußlinger Saal der Berghalle Heroldstatt begrüßen. Durch den Abend führte mit einer Powerpointpräsentation die Logotherapeutin Elena Pfarr. Wie nein sagen? Die Landfrauen hatten sich das in Ihrem Kreis schon öfter gefragt und kurzerhand eine Expertin eingeladen um ihre Frage zu beantworten. Die Unterdrückung des Willens durch ein übergeordnetes Sollen wenn man nicht mehr nein sagen kann verdeutlichte sie anhand eines Gedichtes von Peter Turrini: „Das Nein das ich endlich sagen will ist hundertmal gedacht still formuliert nie ausgesprochen. Es brennt mir im Magen nimmt mir den Atem wird zwischen meinen Zähnen zermalmt und verlässt als freundliches Ja meinen Mund.“ Sie wünsche, so sagte sie, dass die im Gedicht beschriebene Situation auf niemanden im Saal zutreffe. Es verdeutliche aber gut, dass die Kompetenz nein zu sagen bei der Selbstsorge des Menschen eine wichtige Rolle einnehme. Denn nur wer nein sagen könne, könne auch wirklich ja sagen und das bedeute auf sich zu hören Prioritäten zu setzen und die Konsequenzen der eigenen Entscheiungen zu tragen. Aber warum? Freiheits- und Bindungfähigkeit seien mit die wichtigsten seelischen Ressourcen eines ausgeglichenen Menschen. Leider seien sie zusammen nur sehr schwer zu haben.

Die Schwierigkeit zum beherzten Nein rührt aus dem Konflikt zwischen Bindungs- und Erfolgsorientierung

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Schon der Junge der im Laden unbedingt einen Kaugummi will steht in diesem Konflikt.Wirft er sich quengelnd auf den Boden, oder verzichtet er, wenn Mami ihn nicht kaufen will? Freiheit in einem praktischen Sinn sei es in Situationen eine Wahl zu haben, Bindung die Verantwortung, dass für einen Selbst und die Lieben gesorgt ist. 95% unseres alltäglichen Handelns seien aber durch unbewusste Muster gesteuert, die auf über Jahre erworbenen Erfahrungen beruhten, ineinander geschachtelt wie eine russische Puppe. Und diese führten zu spezifischen Erwartungen, wie zum Beispiel, dass man mit Ja-Sagen immer auf der sicheren Seite sei; oder aber der entgegengesetzten, dass man viel zu wenig Zeit habe um auch noch Mehrarbeit zu machen. Oder aber der Auffassung, das man ohne gesunde Erfolgsorientierung zu nichts komme. Grundsätzlich gebe es zwei Typen von Menschen, die Ja-Sager und die Nein-Sager. Die Ja-Sager seien meist bindungsorientiert und es befänden sich überdurchschnittlich viele Frauen in diesem Personenkreis.Engagierte Frauen wie die Landfrauen seien ein gutes Beispiel. Die Nein-Sager seien meist freiheits- und zielorientiert unter ihnen fände man mehr Männer als Frauen, Pfarr wählte für diese Personengruppe das Bild des Adlers. Antwortverhalten in sozialen Situationen basiere immer auf Erfahrungen und unbewussten Bewältigungsstrategien. Es gebe gute Gründe in sozialen Situationen eher Ja als Nein zu sagen, stellte Pfarr fest.Ein Nein könne beispielsweise dazu führen, dass man nicht mehr dazu gehöre oder das man mit negativen Konsequenzen zu rechnen habe. Zumindest könne man solche Erfahrungen gemacht haben und aus diesen heraus unbewusst eine Strategie des Ja-Sagens anwenden.Beispielsweise weil man einmal einen Job verloren hat, weil man unbezahlte Mehrarbeit dauerhaft abgelehnt habe. Man könne sich aber, und das sei ihre Aufgabe als Psychologin, an dieser Stelle auch bewusst machen woher ein Ja-Sage-Verhalten rühre, welches einem langfristig Kraft und Zeit raube und das eigene Verhalten den konkreten Gegebenheiten in aktuellen sozialen Situationen anpassen.

In welchen Bereichen fällt Ja-Sagen schwerer in welchen leichter?

Hier gebe es einen bunten Strauß verschiedener Mittel und Wege. Auf den spannenden und mit anregenden Bildern untermalten theoretischen Teil lies die Logotherapeutin eine praktische Übung folgen. Sie verteilte Arbeitsblätter auf denen verschiedene Bereiche im beruflichen und privaten Umfeld wie beim Vorgesetzten oder Kollegen, oder beim Partner oder den Kindern aufgelistet waren, auf denen die Zuhörer aufschreiben sollten ob das „Nein“ dem einen oder anderen gegenüber leichter oder schwerer fälle. Wenn man nämlich einmal die Kontexte und Handlungspartner herausgefunden habe, bei denen ein Nein schwer falle könne man an konkreten Werkzeugen arbeiten um seine Reaktionsweisen abzuändern.

Wenn man beispielsweise herausgefunden habe man könne einem Kollegen, aufgrund seiner charmanten Art zu bitten keinen Bitte abschlagen, sonst habe man mit dem Nein-Sagen aber weniger Probleme, dann könne man beim nächsten Gespräch achtsam darauf sein wie er sich verhalte, wenn man seine gewinnende Art im Gespräch thematisiert- sich aber zunächst einmal eine Bedenkzeit ausbittet, um zu überlegen ob man ihm helfen kann. Weiter wies Elena Pfarr darauf hin, dass man manchmal für sich selbst betriebsblind sei und auch andere Personen darum bitten sollte einen in Situationen zu beobachten, in denen man seinen unerwünschten Mustern verfällt. Jetzt wo man ein gewisses Verständnis für die eigene Verhaltensweise erlangt habe, könne man dem Gegenüber nun selbstbewusster entgegen treten. Aus gewohnheitsmäßig festgefahrenem Handeln werde dann die Möglichkeit gemeinsam zündende Ideen der Problemlösung zu finden. Denn es gebe immer mehr als ein Entweder-Oder. Wenn man erst einmal den Zeit-Raum erschlossen habe welcher sich durch Selbsterkenntnis zwischen der Anfrage des Anderen und der eigenen Reaktion eröffnet, staue man nicht mehr durch unreflektierte Ja-Sage-Reaktionen negative Emotionen an um den Erwartungen des Anderen zu entsprechen, sondern könne klar und von Herzen entscheiden. Das meinte wohl auch der Familientherapeut Jesper Juul mit seiner Aussage: „Nein ist die liebevollste aller möglichen Antworten… denn erst wer Nein sagen kann, kann auch von Herzen Ja sagen.“ Um in die Achtsamkeit mit den eigenen Gefühlen beim Ja- oder Nein-Sagen zu kommen, sei es wichtig auf seinen Körper zu hören, dazu übten, von der Logotherapeutin angeleitet, die Anwesenden sich in einem entspannten Zustand schwierige Situationen beim Nein-Sagen vor Augen zu führen und abzuspüren ob sie dabei besondere Körpergefühle hätten.

Geduld ist ein Weg mit Vor und Zurück und Hin und Her

Wichtig sei beim Üben auf dem Stuhl und im Alltag Geduld und Nachsicht mit sich selbst und anderen zu haben, wenn man wieder zurückfällt. Um zu verdeutlichen wie zäh und widerspenstig eingefahrene Gewohnheiten sind, wenn man sie ändern will las sie zum Schluss einen Lehrtext eines tibetischen Meditationsmeisters vor. Dieser fällt auf seinem Weg mehrmals in ein tiefes Loch. Zuerst weißt er jede Schuld von sich und fühlt sich ohne Hoffnung und braucht ewig um wieder raus zu kommen. Beim zweiten Mal tut er so als ob er das Loch nicht säe, fällt doch wieder hinein und ist fassungslos erneut unverschuldet am gleichen Punkt zu sein. Beim dritten mal fällt er sehenden Auges wieder in das Loch, aus Gewohnheit, nimmt die Schuld auf sich ,und kommt leicht wieder heraus. Bis der Erzähler der Geschichte das Loch auf dem selben Weg umgehen kann und er schließlich eine andere Straße geht, braucht es fünf Anläufe.Damit ermutigte Pfarr dranzubleiben, auch wenn die ersten Versuche das eigene Sozialverhalten zu verändern noch nicht von Erfolg gekrönt würden.

Musikverein Sontheim macht Lust auf mehr

Musikverein Sontheim, 90 Jahresfeier, Berghalle Heroldstatt
Volker Pflügner und seine Kapelle

1928 wurde der Musikverein Sontheim gegründet, heute sah man ein quicklebendiges Gefüge die Berghalle in Heroldstatt beglücken. Welch ein Verdienst, dass von den Jüngsten der Blockflötengruppe über die Jugendkapelle, bis zur teilweise glänzenden Kapelle unter Volker Pflügner an diesem Abend alle eine reife Leistung ablieferten. Heiter und mit klarer Führung leitete Volker Pflügner, der obendrein am Tag des Konzertes zum 90-jährigen Bestehen des Vereins Geburtstag hatte die Truppe. Das erste Dokument seiner gut aufgelegten Kapelle und seiner Liebe zur Polka war die Tritsch-Tratsch-Polka. Mit dieses Schnellpolka kam die erst Infusion an Lebensfreude in das lange von Tiefsttemperaturen schockgefrorene Heroldstatt. Die nachfolgenden „Variationi in Blue“ gaben kurzweilig die Klangfarben der verschiedenen Register zu hören. Das Wort „blue“ umschrieb Alfred Oßwald musikalisch gekonnt, in einem bewegten Solo mit seinem Flügelhorn.Viele Freunde und ehemalige des Vereins saßen auf den, wie immer schön dekorierten Bänken und genossen. Der Kreislauf des Lebens des Löwenprinzen Simba von seinen ersten Ausflügen im Dschungel bis hin zur Geburt seines eigenen Sohnes erfreute nun die Ohren. Bevor die Musiker in die Welt der „Black Pearl“ auf Befreiungsmission ihres berühmten Piratenkapitäns entführten. Lautmalerisch wunderbar wurde dies Szene der Hinrichtung der Piraten dargestellt. Unvergessene Bilder weckte das Lied „Hisst die Flagge“ des „Jungen“ in dieser scheinbar aussichtslosen Situation. Wunderbare Läufe führten bis zu dem erlösenden Moment in dem das siegesverheißende Thema durchschlagskräftig und erhebend erklang. Schwer beeindruckt schickte die Kapelle die Hörerschaft in die Pause, wo eine Sektbar die Feierstunde noch zu befeuern einlud.

Ein fulminantes Ende zeigte die Kreativität und Spritzigkeit der Musikanten

Fulminantes Schauspiel zum Ende
Links an der Baumsäge Rene` Zäh, rechts Manfred Erb. Rechts daneben Helmut Zäh

Mit einer hellen Fanfare nahm der Florentiner Marsch seinen Auftakt. Dieser 1907 von Julius Fucik komponierte Marsch geht dem Volksmusikliebhaber durch Mark und Bein. Und das zeigte sich ganz besonders während der Interpretation des Musikvereins. Bei getragenen Stellen sah man ältere Gäste nacheinander mitsummen und mit pfeifen. Nun war die anfängliche Infusion von Lebensfreude mit der wachsenden Vertrautheit mit der Musik in Fleisch und Blut übergegangen. Der Dirigent bekam sein Ständchen von seinen Musikern und darauf bekam der Verein seine Huldigung vom stellvertretenden Bürgermeister Weberuß. Im Musikverein gebe es nur wenige Solisten, die anderen müssten auf einander hören und das sei auch eine gute Schulung für ein gedeihliches Leben außerhalb des Vereins. Auch der umtriebige Leiter der Jugendkapelle Rene´ Zäh für 15 Jahre Ehrenamt geehrt. Musikalisch ging es nun weiter mit dem „Concierto de Mariachi.“ Mariachis sind Gruppen von mexikanischen Wandermusikern bestehend aus Gitarre, Geige, Trompete und Sänger. Das auch ein Blasmusikorchester diese Klänge

nachempfinden kann zeigte sich eindrucksvoll im Laufe des Stücks. Zwei Solisten an der Trompete, Helmut Zäh und Rebecca Pflügner, werteten das Stück auf, in dem es schwelgerische Tenorhornläufe zu hören gab.Ein modernes Highlight setzte das Simon and Garfunkel Medley. Zum Abschluss erklang dann die Traditionspolka „die Liebste.“ Und natürlich hatte Volker Pflügner für den Fall, dass es dem Publikum gefallen hat noch eine Zugabe. Im Duo mit seiner Tochter Franziska sang er das die Lebensfreude noch einmal gesungen ausdrückende „Schön ist es auf der Welt zu sein.“

Als er danach zu einer allerletzten Zugabe den Radetzkymarsch ansagte, versagten ihm seine Musiker die Treue. Unverblümt stimmten aufrührerische Grüppchen ihre eigenen Lieblingslieder an. Da sah man beispielsweise einen wild gewordenen Rene Zäh den Dirigenten mit Kastagnetten vom Dirigentenpult verdrängen. Manche spielten mit einem Hammer auf einem Amboss und der lauteste, nämlich der Posaunist Hans-Peter Scheiffele spielte trotz Platzverweis durch rote Karte noch im authetischen Outfit „Ein Männlein steht im Walde.“ Dieses Großaufgebot an Verkleidung und Schauspiel war gerahmt von einem perfekten Timing und machte so etwas von Lust auf mehr.

Ein erneutes Stelldichein mit dieser bemerkenswerten Kapelle könnte sich beim der nächsten Feierstunde beim Römersteintreffen und beim Backhaushock in Sontheim von 22.-24. Juni ergeben.