Biodeutsch?!

Kultur aus der europäischen Völkermühle

Christa Mayerhofer, die zuletzt mit ihrer „Rentnermoritat“ Freude, Bewusstsein und Mitgefühl auf die Kleinkunstbühnen der Region zauberte, hatte letzten Donnerstag mit ihrem neuen Programm „Biodeutsch“ Premiere. Diese Beziehungsgeschichte des Neandertalers auf der Suche nach der deutschen Kultur, nahm ihren Anfang in Mayerhofers Stadtteil Wiblingen in Ulm.

Ein Fanal für demokratische Organisation war es schon einmal, dass in dem schönen Raum im Quartierstreff in Wiblingen aufgrund von Mayerhofers exzellenten Beziehungen und Überzeugungskünsten das erste Mal überhaupt eine öffentliche Veranstaltung zu diesem Anlass abgehalten wurde. Der Generationentreff Wiblingen und die vom Land gesponserte Partnerschaft für Demokratie als Veranstalter durften trotz wenig öffentlicher Werbung mit etwa 50 Gästen ein volles Haus begrüßen.

Während der Einführung der Künstler, auch Tom der Wolf, gibt sich mit seinen kraftvollen Protestsongs die Ehre, ging ein Glas zu Bruch. Wenn auch Tom hätte offiziell beginnen sollen, so

lieferte die schmähreiche Salzburgerin sofort die auflockernde Erklärung. „Das war der Kegelverein.“

Dramaturgie, Kraft, Bedeutsamkeit und Persönlichkeit manifestierten sich in dem Eingangssong „Wolf unter Wölfen“ von Tom. Der Bogen spannte sich vom Refrain: „Du kannst nicht schlafen, weil du nicht vergisst, dass das Mensch dem Mensch der Teufel ist.“ aus auf. Zog sich über Szenen,

die Menschen als Diener der Ungerechtigkeit und Ausbeutung anderer Menschen und Lebewesen zeigte und rundete sich ab in dem synthetischen Schlussrefrain: „Du sollst nicht schlafen, da du nicht vergisst, dass du ein Teil der Veränderung bist.“ Tom der Wolf ein Musiker dessen Intensität und Textideen zum Gutteil aus den Erfahrungen eines 35 jährigen Engagements gegen Atom- und Kohlestromgewinnung rühren.

Mischungsverhältnisse im Neandertal

In der gespannten Atmosphäre begann dann Christa ihr Thema „Biodeutsch“, biodeutsch ist eine Wortschöpfung der Identitären Bewegung um den ethnischen Wert, vor dem rein passdeutschen Status herauszustreißen. Schon der Nendertaler sei damals in kulturunvordenklichen Zeiten einem

Einwanderer aus Afrika, dem Homo Sapiens nämlich, auf erotische Weise mit Kindesfolgen begegnet, davon zeuge ein Oberschenkelknochem im Ulmer Museum. Eine detailierte Geschichtserzählung sieht zwar anders aus und auch der Sprung vom Stelldichein der Urtypen zur Völkerwanderung darf als harsch bezeichnet werden. Die Schilderung des Raufens, Saufens und Mordens von Allemannen, über Franken bis hin zu Vercingertorix dem Gallier, dessen Tochter der Jubiäumsasterix, zum 60. gewidmet ist, und darüber hinaus gab allerdings lustige und triftige Indizien für einen gesamteuropäischen „Spermienmix.“ Die Franken, die sie nicht nur als besonders frei, sondern als besonders brutal einstufte, verband sie mit dem aus Nürnberg-Schweinau stammenden Markus Söder. Der müsse wissen, dass die Bayern ein Volksstamm seien die aus Illyrern und zu einem Gutteil aus Geflüchteten aus der Schweiz und besiegten Langbarden bestünden. Der Höhepunkt, sie forderte in ihrer wunderbar roten bulgarischen Volkstracht von Markus: „Mach eine Psychotherapie, denn alles was du ablehnst bist du selbst.“

Nach dieser langen geschichtlichen Herleitung gab es dann zur Belohnung für die kognitive Anstrengung einen poetischen Song von Tom über eine stigmatisierte blinde Japanerin. „Old picture,It could be me, it could you thousand mildes away.“ Prädikat: tränentreibend.

Das dann der Begriff Kelten noch mit Stellen aus Carl Zuckmayers „Des Teufels General“ bemerkenswert erhellt wurde, zeugte davon das es Mayerhofer, durchaus um das Deutsche war. Nicht aber das „Biodeutsche“, sondern das Kulturdeutsche und zum Schluss gar das „Demokratiedeutsche“. In einem Abschnitt, der nur als mystisch und episch zu umschreiben ist schildert Zuckmayers General Harras auf einer dreiviertel Seite die Menschen die im Laufe der Zeiten alle am Rhein inkarniert sind. Vom jüdischen Händler über den französischen Liebhaber bis hin zum preußischen Soldaten um hernach, das Rheingebiet als die „europäische Völkermühle“ zu charakterisieren und solche wie der Goethe seien auch von da fügt er hinzu. Das sei also die Kelter, ein Verfahren um aus verschiedenen Trrauben Wein zu gewinnen.

Auch seien die meisten Flüchtlinge nach dem 2.Weltkrieg nach Bayern und Baden Württemberg gekommen. Da sei es doch lachhaft wenn ihr Verwandter Thorsten sich bei den Identitären wie ein direkter Abkömmling von Herman dem Cherusker brüste. Obama habe auch Deutsche Gene, das sehe man ihm auch nicht an der Nase an. Biodeutsch, meint sie das gibt es nur bei Kartoffeln. Und die sind ja nicht wie die Deutschen nach Amerika ausgeandert, sondern anders rum, denke ich.

Harte und klare Worte verlor sie in Richtung Puffgänger. Bei den Nutten, die in der Blaubeurerstraße, von starken Männern beschützt.in der Horizontale ihre Schleppergelder abarbeiten dürften, da könne es gar nicht bunt genug sein. Nur rassisch bräuchte man es rein.

Bei den Nutten darf´s bunt sein

Da sei ihr ihr Volk, von dem es heißt, dass es aus Promenadenmischungen bestehe, die Österreicher schon lieber. Da mache man zwischen den Ausländern einfach gar keine Unterscheidungen, das seien die Tschuschen, von denen es auch Kapellen gebe, die man beim Danaufest in Ulm auch sehen könne. Es gebe da einen tollen Rahmen, auch beim Brunch der Kulturen im Haus der Begegnung könne man so manche Tänze mit ungewöhnlichen Taktfrequenzen tanzen.

Einen tollen Schluss fand das Programm in einer innigen Rezitation des Fischers von Goethe. Hier sah man wieder auf gemeinschaftseröffnende Art das Eros und Arbeit, wie Alexander Kluge erforschte, die wichtigsten Praxisgebiete des werdenden Kulturdeutschen sind.

Der Fischer

Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
»Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie’s Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew’gen Tau?«

Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll,
Netzt’ ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war’s um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1779)

BiRD

ES begann mit einem Atemzug und Du?

Mit einem Schrei?… einer Suche in Abhängigkeit nach der einen

Variable/

die sich Quelle nennt

Dem namenlosen das sich nach dem einen Namen sehnt

Als das Vergleichen begann fing ich zu zweifeln an

Der Weg eines erwachsenen Kinds auf der Suche nach dem Mann

Dem Mann der diesen Unfall baute

Diese Straßen, der Mann der deine Mutter haute

Es begann mit einem Augenblick,

mit einem Schreck und Tränen.

Mit hellem Licht, das Geborgenheit zerbrach

das Licht wurde gebrochen, beschattete sich selbst und ging sich nach

Es ging weiter in Sehnsucht gefangen, denn du hattest des Himmels Blau gesehen

Und das tiefe Rot das Fleisch und die Früchte

doch das as Licht war ein Blender für dich und der Himmel ein Hunger, ein endloses Flehen

Dein Wille warf dich nieder, kollidierte im Kampf, du sahst rot, die Angst schrie: flüchte

Du ranntest zitternd, und endlich körperlich gebrochen, bald hörte man deine Faust an das Elternhaus pochen

Hunger, Hunger, Hunger und ins Blaue hinein nach dem Leben schrein, zurückgestutzt, Angst in den Knochen, Hund nie auf die Füße gefallen, gefördert und gefordert, Abhängig von Allem

Gefallen und gut gefallen – ES endet nie und DU?

(Daniel Baz in der Freiburger Zeit um 2014 als ich mittellos im Schloßbergwald campierte, während sich andern Sehnsuchtsortes das 400 jährige Jubiläum der internationalen Schule der Befreiung zutrug)

Nordischer Herbstwind

Der Wind weht und vieles besteht

Der Wind wehrt und vieles vergeht

Schon lange, zu lange?

Weht Vater, Mutter, Kind zusammen

die schon lange aneinander gefangen sind

Weht sie durch sich und durch einander-

-Durcheinander!-

Der Wind weht und vieles besteht

und sieht des Körpers begierige Freiheit

verliert ihr Gebiet

Weniger werden!!!

Hallt es durch wallhallische Hallen

Weniger werden wenn die Blätter fallen

Weniger werden wenn die Kälte sich vermehrt

´ Lediger werden, nicht unversehrt!!!

Der Wind weht, lass ab,

so wie das Blatt abgeht

Von einem Feuerball gehalten

auf einem blaugrauen Planet

Sei du der Wind der mich verweht,

die Zeit die vergeht und der

Ort an den es mich weht

Leben tut gut?

Leben tut weh!

Es spricht der Mut: Leben vergeht gut

Wenn der Leber im im Ableben

lebendig besteht

Lebendig besteht!

Die toten Blätter können tanzen,

im flutenden Blau mischen sich

die Leiber zu schmierig glänzendem

Leichengrau

Die alte Fassung ist verlassen

die Windsbraut bebt und weht gelassen

ein neues Leben

nebellungenstark

Ganz stürmisch und gelassen,

für Shoppingmalle nicht zu fassen.

Unter der Zwetschge

An jenem Tag in heller Sonn-September
blau unterm alten Zwetschgenbaum
Roch es nach Fallobst, zertreten so sämig.
Weich...
Rot ausgebreitet; orangen-rotes Fleisch

Aufblickend... sah man
die gräulich angehauchten Tropfen
Auf Augenhöhe eine braune Frucht
belegt mit weiß ob es wohl für und ist?

Wieder wandert eine Holde in den Mund
friedliche Lust und lockrer Darmesgrund!

Das Rot das hinter dem Hauch von Blau
dem Aug entgegenstand stand wie ein Wille!
Sich dem Fall und Übergang wie Starkes selbstvergessen hinzugeben

Kein Gegen mehr, Hinüberstand
Wie viele selge Münder hat
die Zwetschge schon gesehen?

Wieviele überdachte er und schirmte
sie beim Übergang?

Vielleicht spucken solch Selige
heute noch gerne über morsche Mauern
ihre kessen Kerne?

Und tagen bis in die Sterne
und fahren mit ihren zärtlichen Händen
bis in des Morgenlandes Ferne,

sie haben sich gerne.

(Daniman, 20.09 u 13.10.19)

Gleit 45

 



Bachsuiteentgleisung in D-Moll
Viel Spiel, viel Haben, viel Soll


Fick mich in mein Sommerloch
und stoß mich wieder weg
denn es schmeckt nach Freiheit dieses Leck


Fick mich! Mein Verlangen schreit
nach einem Langen.Spiel!
Fick mich ohne Bangen noch,
ich hab ein Sommerloch


Ich bin die herbe Blühte, du der linde Schmetterling
dass ich dir meinen Nektar bring,
versprech ich schon im Kling und Sing.


Ich mach Musik, Raum und Freude, Spaß
ich wehr mich nicht gegen den Krieg,
das Gas und den Heidenspaß


Ich perform die schönsten Lieder
sittsam und geländegängig
nur zum Zeugen bin ich abhängig


Du bist so groß du Musenkuss
das selbst der Tintenfisch zum
Nixenmahl sich strecken muss


Fick mich in mein Sommerloch !
Der Aufruch macht mir Angst.
Der Türsteher droht, Obama sagt: Du kannst.


Fick mich in mein Sommerloch
weil ich nix bin als des Augenblickes Licht.
Zünd mich an mein Funke in der Finsternis


Die Leidenschaft muss sich nach Außen wenden,
wie ein viel zu langes Warten.
Es ist etwas im Busch in unserm Diesseitsgarten.


Und dann sind wir Wohlgefallen.
Gottes Gedanken fallen
wie Symbole und Zahlen
in unsre blutkochenden Oberschalen


Ja. Sa(h)rabande, geile Suite von Bach
Lass sie ganz durch dich fallen,
wie eine Synphonie aus Oh und Ach




Erzeuge durchlichtete Hallen
in diesem Einbruch von Freiheit befallen


Des Knaben Wunderhorn- Schulung zum großen Gesang
In deinem Loch ist die Fülle die sommers Leerheit,
winters Stille ist


Bachsuiteentgleisung in D-Moll
Viel Spiel, viel gemeinsam, viel Sol
Wenn du das bebende Bündel bist bin ich der Führer
Verführter Lyriker
Liebanese, Assyrer, gefickter Feuerschürer

Danimed, an einem Tag im blauen Mond September

Berufssuche

Sich schleifen und finden lassen
den Bruch des Gewordenseins
vergegenständlichend

-Rohstoff und Rohdiamant-

Reifung statt Verrohung
besinnen statt berechnen
gerecht werden statt reich

vertrauen statt ängstigen
ermutigen statt drohen
Duldsamkeit statt Leidenschaft
Verantwortung statt Freiheit

Nicht wissen sondern tun,
nicht tun sondern lassen,
nicht sondern, sondern
sondieren

Verbindung von Erkenntnis und Lösung
auf eine Perspektive hin...
Verscherzen statt Bekümmerung
verwischen statt übersteigen

Nicht besonders sein, nicht Besonderes erschaffen,
nicht erziehen sondern anziehen, nicht entgrenzen, sondern Grenzen halten lernen.

Aufrecht und gelassen, sich dem Umfeld nährend, das Innere entwickelnd Vorbild geben, folgend dem höheren Gesetz.

Rohstoff und Rohdiamant unter Druck, unter Menschen, der Herkunft und des Glaubens unverletzt im großen Mitgefühl aufs Berufssuche im Hier und Jetzt.

(Farounfirewater 2014, letzte Zeile hinzugefügt,17,06.10.19)

Le Monde Diplomatique

 



Der Frey ist gegangen und frei geht nicht!
Stattdessen basteln wir Kastanienmännchen im Kartoffeldruck;

sie verstellen vorerst kindisch die kindliche Sicht!


Mund geknebelt, Herz vernebelt, Hände eingespannt und dann:

UNbezähmbar zahm, schrillt ein Frauenlächeln in meine Gram


Die Munding bewegt, wie Kamelhöcker
BWegt sie mich-
verleimt statt Unbill Billhocker
bringt in Einfachheit und Könnerschaft die Nützlichkeit in Sicht


Ins Wasser viel Einstein, jetzt kommt der Max Bill:

Das Ulmer Bauhaus - bau es aus!


Werkstatt statt Schlandwerk: Wasserschaden
Die Trockenlüfter rattern die Schläuche liegen blank


Das Wasser sehnt sich nach Feuer um den
urlaubenden Deutschen ihren Süden zu norden:
Arbeit macht frei!


Der Frey ist gegangen ist freier geworden,
die Schläuche der Matrix sind steckbar geworden,
zeit wiederzukehren um das Ich zu ermorden?

Ich seh die Munding mit den Freitagsmalern maulen,

"wie Sternenstaub auf verfaulendem Laub"


Bin dann doch geblieben, ein Gebot für die Liebenden?
Der Rasenmäher säbelt die Ohren ab,
ich gehe raus zieh die Ohropax aus,
Ich möchte frisch gemähtes Gras
vom Rasenmähermann auf meinem Grab
Ich gehe raus weil ich die Munding lieb hab


Raus und rein um einzusehn,
ins Wasser
fällt Unbill und zieht seine Kreise
wie Einstein und Max Bill

Daniel B.Z im Bildungsmoratorium 18.09.19
6:25 Uhr


"Wie Sternenstaub auf verfaulendem Laub" ist ein Zitat von dem von mir heißgeliebten "Lippenblütler" Mario Hene´aus dem Lied
"Kinder der Nacht" welches bald unter meiner
Mitwirkung in dem Tanz-Theater mit dem baumarkigen Namen "Geht nicht gibts nicht" auf geführt werden wird...und sei ein kleiner Held für das Gute in der Welt."

Infos dazu: https://www.kukuinla.de/




Alle Hände voll Zukunft

Oberbürgermeister Czisch schwört auf Ulms Bürgerschaft

22.07.2019 es ist fünf vor 10 Uhr und glutheiß. Auf dem Ulmer Weinhof versammeln sich hunderte festlich gewandete Bürger Ulms unter dem geschmückten Schwörhaus einen Steinwurf von der Ulmer Münz. Schön aufgeputzte Offiziere der Bundeswehr, Geistliche der beiden Konfessionen und jede Menge politische Würdenträger und engagierte Bürger verbinden drei Dinge:Hitze, Hüte und Verschworenheit. Einen großen Bogen über die Geschichte die solch eine illustre und doch tief ernsthafte Versammlung der Ulmer möglich gemacht hat spannt Oberbürgermeister Czisch dann schon zu Beginn. 500 Jahre gebe es dieses „Verfassungsfest“ dessen Zentrum die Schwörrede sei, nun schon. Diese längere Tradition mache erst die Bedeutung des anderen Verfassungsfestes in diesem Jahr klar, die des Deutschen Grundgesetzes, welches vor 70 Jahren in Kraft getreten sei deutlich.

Das Freiheit, Gleichheit und Mitbestimmung der Bürger, die heute stark unter Beschuss stünden, gelebt werden könnten, hänge mit einer engagierten Bürgerschaft zusammen, die auf dem festen Grund der Tradition kraftvoll und entschieden in die Zukunft gehen könne. Läuft man vom Metzgerturm, einem ehemaligen Teil der Stadtmauer des mittelalterlichen Ulm, stadteinwärts sieht man an der Südfassade des Ulmer Rathauses auf eindrucksvolle Weise den Stand der Ulmer Wirtschaftsvernetzung zur verbürgerlichten Renovierung anno 1905(siehe Bild oben) prangen. Auch heute so Czisch sei der „Ulmer Blick entschieden europäisch.“ Und nicht nur das, wie in Ulm das ehemals größte Festungswerk Europas, 2030, zur Gartenschau, durch ein grünes Band verbinden will, so wolle Ulm auch eine mitfühlende und soziale Stadt sein.

Bürgerschaft als Schatz, Ordnung als Schutz

Deshalb habe der Ulmer Gemeinderat, so Czisch, jüngst beschlossen, die deutschlandweite Solidaritätsinitiative „Seebrücken schafft sichere Häfen“ (wir berichteten….) zu unterstützen.Zu Ulm als wichtigem Nato- und Rüstungsstandort aber schweigt er. Viel mehr setzt er sich dafür ein, dass die Polizeipräsenz in Ulm verstärkt werde. In Ulm könne man sich wohlfühlen, doch Freiheit brauche Sicherheit und „Wer Leib und Leben anderer schützt, dem gebührt Lob und Anerkennung.“ Glaubwürdig, fast wie ein starker gütiger Löwe wirkt der strahlende Politiker als er sich vehement dafür einsetzt, dass „die Korridore frei äußerbarer Meinungen“ in Ulm nicht verengt werden und die Kunst frei bleibe. Mit dem 2019 sechzig gewordenen Donaubad beginnend, der hundertjährigen Künstlergilde fortfahrend und dem 30 jährigen Roxy nicht endend war die Liste der von Höchster Stelle beglückwünschten Kulturbetriebe Legion. Aus der Zukunft die Ulm laut Czisch selbst anpacken wolle, strahlt auch das Konzept Zweiländerstadt, welches zum 150 jährigen Geburtstag des bayerischen Neu-Ulm die durch die Donau geographisch getrennten Städte national und international zusammenrücken lassen soll.

Umweltschutz: Bewegung aufnehmen und um Lösungen ringen

Danach folgt ein Lob auf die Ulmer Bürgerschaft. Die zahlreichen Beteiligungsmodelle zum Beispiel in der Weststadt hätten zu einem neuen Quartiersgarten im Dichterviertel, nahe dem Böblinger Turm der alten Befestigungsanlage geführt. Hier und an so vielen Orten in Ulm zeige sich, dass „die Bürger in ihrer Lebenswelt“ die besten „Experten“ seien.Im Ziel sei Ulm mit der Jugendbewegung zur Erwirkung eines konsequenteren Klimaschutzes einig, im Weg müsse man um eigene Lösungen ringen. Bei den Klimazielen für 2050 will sich der aus Dietenheim stammende OB an die Vorgaben des Landes halten. Pionier sei Ulm allerdings nicht nur beim Thema autonomes Fahren, sondern auch mit den meisten E-Ladestadtionen pro Kopf in Baden-Württemberg. Jeder Baum sei „ein kleines Stück mehr Klimaschutz.“ Das Kredo der Einsteinstadt sei aber, dass die Herausforderung des Klimaschutzes nur technikoffen lösbar sei.

Armen und Reichen ein gemeiner Mann

Schon wenn man an die sage und schreibe 239 Brücken der Stadt Ulm denkt kommt man auf das Thema der Finanzen. Mit 103 Millionen Euro habe Ulm vergleichsweise wenig Schulden. Denen 118 Millionen Euro auf den Sparbüchern entgegenstünden so der altgediente Diplom-Verwaltungswirt. Gegen Schluss der Rede traditionell von 10 Uhr bis 11 Uhr dauernden Redesprach Czisch die „Harte Nuss“ des Wohnungsproblems in Ulm an. Die neue Notunterkunft für die steigende Zahl Wohnungsloser mit 40 Plätzen sei eine erste Maßnahme. Angesetzt werde aber im großen Stil beim Wohnungsbau, die UWS die von 2019 bis 2027 gerade mal 50 neue Wohnungen baue bezeichnete er als „Pfeiler“ in der Ulmer Wohnungsbaupolitik. Darüber hinaus werde das Baugebiet Safranberg ausgebaut und 2027 komme das Baugebiet Kohlplatte. Wiederum beherzt sein Aufruf an die Ulmer Vermieter, wieder mehr zu vermieten: „Jede einzelne Wohnung zählt!“Staatsmännisch und wertschätzend „manchen war es zuviel, manchen zu wenig“ bedankte er sich auch für die Engagierten in der FlüchtlingshilfeDie Nordfassadenfresken des festlich beflaggten Ulmer Rathauses aus dem 16. Jahrhundert zeigen Szenen aus der griechischen und römischen Mythologie, die sich mit Krieg, Schutz, und Tugenden wie Gehorsam und unverzagtem Mannesmut beschäftigen. Die Ostfassade handelt von biblischen Beispielen von Liebe, Selbsterkenntnis und Gerechtigkeit. Um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen habe Ulm jede Menge zu tun. In einer Welt wo Individualismus Leitwert sei, da könne er alleine schnell zum Egoismus werden. Für Vandalismus an Ulmer Schulen oder Müllsünder hatte er vorher betont, habe er kein Verständnis. Wer sich in einer so pluralen Stadt wie Ulm, die in Wissenschaft wie Arbeitswelt von ausländischen Kräften lebe, trotz verschiedener Weltanschauungen zu einer Ulmer Zusammengehörigkeit zusammenfinden wolle, der müsse sich mit Ulm und seinen Werten und Tugenden identifizieren. Bei den Worten des OB „…Ulmer aus dem Herzen sein“ klatscht einen Frau in wildem Enthusiasmus voraus. Mit der Schwörglocke zusammen schwört leutselige Gönnernachfolger den uralten Schwur: „Reichen und Armen ein gemeinen Mann zu sein…“Als der frischgewählte Ulmer Gemeinderat hernach vereidigt wird spürt man eine Zusammengehörigkeit: “Wir haben alle Hände voll zu tun.” Alle Hände voll Zukunft.”

Particle

 Particle 
Hidden knowledge,
behind the bars,
forbidden brainbridge,
found by the stars.

It's in our head,
You don't care,
for me it's bread,
It's my prayer.

Take a shot,
make the slot,
Thougts of rumble,
odds for humble.

Next try,
replay.

In time of no age,
we started wars,
clime hostage,
the arted spoors.

Universe inside us,
selfharming behaviour,
wealth, charming flavour,
curse died in trust.

Reflect your hearts,
connect blurr parts,
float against the flow,
This boat is strange you know. (Sebastian Pogan)

Wiedereröffnet: Brotmuseum Ulm

Am Donnerstag den vierten Juli war es so weit, dass rundum erneuerte Ulmer Brotmuseum öffnete nach 9 Monaten Umordnung erneut seine Pforten. „Kunst braucht ihre eigenes Recht, ihren eigenen Zusammenhang, in dem sie sich entfalten kann“, meint die enthusiastische Ausstellungsleiterin Dr. Isabel Greschat als sie die augenfälligste Veränderung im Ausstellungsdesign begründet. Jetzt steht die umfangreiche Kunstwerksammlung ,die sich mit dem Verhältnis von Brot und Mensch von Rembrandt bis Picasso, vom 15. Jahrhundert, bis heute befasst, in der für sich. In der alten Ausstellung war die Kunstsammlung das Mittel der Darstellung inhaltlicher Zusammenhänge gewesen. Jetzt stellen 19 Thementische, Installationen und Exponate in kurzweiliger und interaktiver Weise technik- sozial- und kulturgeschichtliche Bezüge von Brot, Bevölkerungswachstum und Verteilungskonflikten her. Im zweiten Stock schafft es das Brot zum Beispiel die Werte der Französischen Revolution, die Evolutionslehre von Charles Darwin, die Zollsenkungspolitik des Ulmers Friedrich List und die Erfindung des Haber-Bosch-Verfahren zur Gewinnung von Stickstoffdünger zur Generierung von exponentiellem Pflanzenwachstum sinnhaft zusammenbinden. All diese Zutaten brauchte es nämlich um das Anthropozän, das Zeitalter in dem der Mensch sich nicht mehr mit den Rädern, der als göttlich akzeptierten Naturgesetze dreht, zu erschaffen. Von nun an sieht sich der Mensch als Schöpfer seiner eigenen Verhältnisse und die Weltbevölkerung wächst mit der Steigerung der Nahrungsmittelproduktion, der Aufhebung der Ständegesellschaft und dem expandierenden Welthandel.Auf einer Schautafel wird gefragt: „Wenn es stimmt das unsere konsumorientierte Lebensweise unsere Umwelt zerstört, liegt es dann nicht nahe an dieser Lebensweise zu zweifeln“? Da erinnert man sich an die Kinder die im ersten Stock mit bunter Knetmasse an die Arbeitsschritte des Brotbackens herangeführt wurden, während Charly Chaplin in einer Videoinstallation über Ernährungsutopien im Film von einer mechanischen Maschine eine Torte ins Gesicht geschlagen wird. Viele gut gemachte kleine Bewusstmacher, wie der Kohleschieber, an dem man ablesen kann wie viel Kohle innerhalb des eigenen Lebenszeitraumes auf der Welt verbraucht wurde, oder ein Puzzle zum Wasserverbrauch bei der Produktion von Alltagsgegenständen verschärfen die Frage ob exponentielles Wachstum, weiterhin ein gewissenhaftes Lebensmodell sein kann. In einer Reihe von Videos gibt die Medieninstallation von Clemens Stachel und Wolfgang Konrad weitere Denk- und Diskussionsanregungen ohne pädagogisch zu sein. Das Erdgeschoss ist für wechselnde Ausstellung vorgesehen zum kostenfreien Begrüßungstag gibt es hier ein kleines Buffet mit Kaffee. Die komplexe begehbare Klanginstallation „Klimaanlage“ von verschiedenen Klangkünstlernund -wissenschaftlern, wird immer wieder von Kindern umgeschaltet, so das sie sich mir noch nicht erschließt.Am 12.07 um 19 Uhr bringen Werner Cee(Klangkünstler und Komponist) und sein Team die Anlage zum klingen. Danach wird das Projekt in dem historischen Nahrungsspeicher Salzstadel aus dem 16. Jahrhundert erklärt und der Klimawissenschaftler Roland Roth hält einen Vortrag zum Thema „Klimawandel“.

Am Donnerstag den vierten Juli war es so weit, dass rundum erneuerte Ulmer Brotmuseum öffnete nach 9 Monaten Umordnung erneut seine Pforten. „Kunst braucht ihre eigenes Recht, ihren eigenen Zusammenhang, in dem sie sich entfalten kann“, meint die enthusiastische Ausstellungsleiterin Dr. Isabel Greschat als sie die augenfälligste Veränderung im Ausstellungsdesign begründet. Jetzt steht die umfangreiche Kunstwerksammlung ,die sich mit dem Verhältnis von Brot und Mensch von Rembrandt bis Picasso, vom 15. Jahrhundert, bis heute befasst, in der für sich. In der alten Ausstellung war die Kunstsammlung das Mittel der Darstellung inhaltlicher Zusammenhänge gewesen. Jetzt stellen 19 Thementische, Installationen und Exponate in kurzweiliger und interaktiver Weise technik- sozial- und kulturgeschichtliche Bezüge von Brot, Bevölkerungswachstum und Verteilungskonflikten her. Im zweiten Stock schafft es das Brot zum Beispiel die Werte der Französischen Revolution, die Evolutionslehre von Charles Darwin, die Zollsenkungspolitik des Ulmers Friedrich List und die Erfindung des Haber-Bosch-Verfahren zur Gewinnung von Stickstoffdünger zur Generierung von exponentiellem Pflanzenwachstum sinnhaft zusammenbinden. All diese Zutaten brauchte es nämlich um das Anthropozän, das Zeitalter in dem der Mensch sich nicht mehr mit den Rädern, der als göttlich akzeptierten Naturgesetze dreht, zu erschaffen. Von nun an sieht sich der Mensch als Schöpfer seiner eigenen Verhältnisse und die Weltbevölkerung wächst mit der Steigerung der Nahrungsmittelproduktion, der Aufhebung der Ständegesellschaft und dem expandierenden Welthandel.Auf einer Schautafel wird gefragt: „Wenn es stimmt das unsere konsumorientierte Lebensweise unsere Umwelt zerstört, liegt es dann nicht nahe an dieser Lebensweise zu zweifeln“?

Da erinnert man sich an die Kinder die im ersten Stock mit bunter Knetmasse an die Arbeitsschritte des Brotbackens herangeführt wurden, während Charly Chaplin in einer Videoinstallation über Ernährungsutopien im Film von einer mechanischen Maschine eine Torte ins Gesicht geschlagen wird. Viele gut gemachte kleine Bewusstmacher, wie der Kohleschieber, an dem man ablesen kann wie viel Kohle innerhalb des eigenen Lebenszeitraumes auf der Welt verbraucht wurde, oder ein Puzzle zum Wasserverbrauch bei der Produktion von Alltagsgegenständen verschärfen die Frage ob exponentielles Wachstum, weiterhin ein gewissenhaftes Lebensmodell sein kann. In einer Reihe von Videos gibt die Medieninstallation von Clemens Stachel und Wolfgang Konrad weitere Denk- und Diskussionsanregungen ohne pädagogisch zu sein. Das Erdgeschoss ist für wechselnde Ausstellung vorgesehen zum kostenfreien Begrüßungstag gibt es hier ein kleines Buffet mit Kaffee. Die komplexe begehbare Klanginstallation „Klimaanlage“ von verschiedenen Klangkünstlern und -wissenschaftlern, wird immer wieder von Kindern umgeschaltet, so das sie sich mir noch nicht erschließt.Am 12.07 um 19 Uhr bringen Werner Cee(Klangkünstler und Komponist) und sein Team die Anlage zum klingen. Danach wird das Projekt in dem historischen Nahrungsspeicher Salzstadel aus dem 16. Jahrhundert erklärt und der Klimawissenschaftler Roland Roth hält einen Vortrag zum Thema „Klimawandel“.