Mitten im Sturm II

Mit Hiob Gott ins Auge sehen

Im Rahmen einer Eventwoche im Gotteshaus Mosaik in der Ulmer Thränstraße 15/1 traf der Prediger auf ein volles Haus.Bei der Predigt am letzten Abend hatte Matthias Brandtner deutlich gemacht, dass Gott mitten im Sturm sei und der Sturm in Gott seine Macht verliere. Heute schaute er anhand der Geschichte des Namensgeber der Unglücksbotschaften schlechthin, wie ein Leben als Vollkatastrophe am Ende den größten Segen bringen kann. Hiob war ein reicher angesehener Mann gewesen und der Teufel hat ihm in seiner Prüfung alles genommen: Kinder, Rinder Haus.Viele interessante andere Beispiele hatte Brandtner aber dafür, dass die Beschäftigung mit dem Leid zu einer Entdeckung Gottes führen kann. So etwa der österreichische Psychologe Viktor Frankl, der alle seine Angehörigen verloren hatte und insgesamt vier KZ´s überlebt habe. In seinem Buch „Trotzdem ja zum Leben sagen“ entwickelt er im Fragen nach dem Sinn all der Gräueltaten erste Bausteine seiner Logotherapie. Die Logotherapie, die helfende Frage nach dem Sinn ist heute ein psychologisches Verfahren, welches tausenden Menschen hilft. Leid mache für das Leiden und die Schmerzen im Leben sensibel. So habe Nelson Mandela auch nach 27 Jahren Haft aus Leiderfahrungen heraus die Größe besessen seine erste Rede im Parlament über Versöhnung zu halten. Wie die Psalmen, verleihe Hiob seinem Leid Worte, er komme zu Gott. Von einem nur religiösen Menschen, so Brandtners Interpretation, reife Hiob nach und nach zu einer Liebesbeziehung zu Gott. Aber was tut der Normalsterbliche wenn der Sturm einen packt? Leid kann niederdrücken, entmutigen, er habe demletzt eine austherapierte Leukämiepatientin besucht, ganz schwach, das sei gruselig gewesen.Oder Leute die Schmerzen haben und es hälfe kein Medikament mehr zu Linderung. Leid könne einen in die Knie zwingen, kann zwingen uns zu zeigen wie wir wirklich sind.

Der Sturm fegt das Vergängliche weg

Ohne die Fassaden der Stärke. Auch Christen hätten keinen Vertrag mit Gott gegen Leid, keine Versicherung gegen den Schmerz.Wir seien dann im Klassenzimmer des Leides und hätten seine Lektion zu lernen. Stürme brächten unser „Ich kann das allein“ , unser Ego, zum wanken. Früher, so Brandtner, sei er in einer Gemeinde mit dem Glaubenssatz: „Wenn du alles richtig machst, dann segnet dich Gott“ gewesen.

Als seine Frau dann Lähmungserscheinungen bekam, obwohl er alles richtig gemacht zu haben glaubte, kam er in eine Glaubenskrise. Er spürte wie sich der Kern der Beziehung zeigte, jetzt wo seine Frau nicht mehr stark und frisch war. Das Versprechen in Guten wie in Schlechten tagen zusammen zu halten. Verträge, Gesetze und Schubladen prägten so viele Ehen in Deutschland. Dabei, und das habe er in dieser Krise gelernt, funktioniere jede Beziehung zu Gott auf Liebe, Annahme und Hingabe. In Deutschland sei das Leistungsdenken einfach zu stark. Beziehung heiße einfach „Ich geb dir mein Herz und du gibst mir dein Herz.Auch Hiob, so Brantner, hatte permanent Angst, er war nur religiös und nicht in Liebe. Das Leid habe ihm aber die Augen geöffnet. Der Besitz, die Verwandten waren weg. Er war enttäuscht, die Täuschung war weg, er konnte den wahren Kern wieder sehen. Gott kam zu ihm im Sturm, sagte entdecke mich, nicht meine schöne Verpackung.

In Kapitel 42,5 des Buches Hiob kann Hiob dann zu Gott sagen:“Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“Zur Verdeutlichung der Haltung, die man laut Brandtner haben muss um von Gott gerettet werden zu können, nur einer der vielen kaum zu glaubenden Geschichten aus des Pastors Repertoire. Eines Mittags sei in Eckernförde an der Ostsee. Ein DLRG-Schwimmer gerufen worden, da ein Mann im Wasser Schwierigkeiten hatte. Der Rettungsschwimmer habe in aller Seelenruhe, seinen Turm verlassen, sei zu Rettungsboot gelaufen, der man wühlte immer noch wild im Wasser. Dann sei er losgefahren, die Leute waren schon ganz nervös wie lange er brauche. Habe denn man mit dem Boot umkreist, bis er ihn schließlich aus dem Wasser zog um an Land seinen Körper auszupumpen. Die Leute waren außer sich. Eine Frau sagte: „Der Mann ist beinahe ertrunken.“ Ja, sagte er cool. Und sie hätten auch schneller sein können: „Nein“, sagte er, ebenso gelassen.“Einen Mann der noch mit der ganzen eigenen Kraft kämpft kann man nicht retten.“ Darauf habe Brandtner viel gelernt. Zum Schluss sagte er: „Das ist ein freies Land, sie dürfen gern mit ihrem persönlichen Leid nach Hause gehen, sie dürfen aber auch gerne Gott einen Rettungsring hinwerfen, indem sie jetzt für sich beten lassen.“

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Predigt: Mitten im Sturm



Mit Jesus wird die Angst zum Scheinriesen?

Viele meist junge Leute strömten zur ersten Predigt in der Eventwoche der evangelischen Kirche Mosaik in der Thränstraße 15/1 in Ulm. Mitgrund dafür war sicherlich der in Kreisen der Kirche Ecclesia deutschlandweit beliebte Pastor Matthias Brandtner, der die Woche mit seinen Predigten mitgestalten und inspirieren soll. Wie immer in der Kirche, die schwerpunktmäßig mit dem Heiligen Geist arbeitet und auch an geistige Heilung glaubt, wurde der Abend mit Lobpreisgesängen eröffnet. In die dadurch entfaltete Inbrunst vielen zwei aufwendig produzierte Einspieler welche die Verzweiflung in einer Welt ohne Gott eindringlich schilderten. Darauf sprach Brandtner eine Art dramatischer Zusammenfassung der Predigt in der der Moment an dem sich der Dreck und Sturm beugen muss emotional hervorgerufen wurde. Man erinnerte sich hier an eine Textpassage eines Lobpreisgesanges: „Welche Liebe strömt dort vom Kreuz zu uns, sie macht alles schön was sie berührt.“Mancher dachte vielleicht an den gefühlt seit Wochen nagenden Dauersturm in Ulm und an das seltsam helle Licht, dass von Kälte und Sturm wie ausgeblasen scheint. Bis auf diese Momente, wenn es still wird, lüftet der Sturm da sein Geheimnis? Eines macht in Pforzheim tätige Pastor aus Schleswig Holstein klar: „Das dumme an Stürmen ist, man kann sie sich nicht aussuchen, sie kommen einfach.“ Stürme seien ein Symbol für Negativnachrichten, man wolle sie nicht, aber sie kämen trotzdem. Die wichtige Frage bei Stürmen sei, was wollen sie einem sagen. Dann brachte er ein beeindruckendes Beispiel für den christlichen Umgang mit großen Stürmen.Die Eltern des in Freiburg von einem afghanischen Flüchtling getöteten Mädchens Maria Ladenburger,die Medizinstudentin war, hätten eine Stiftung zur Integration von ausländischen Studenten in die Uni gegründet.

Immanuel: Gott ist mit uns im Sturm


Er möge Menschen, wisse aber nicht was er mit dem Mörder seines Kindes machen würde, so Brandtner. Die Eltern meinten als Christen wüssten sie, dass alles seinen Sinn hat und das sie Maria wiedersehen würden. „Manchmal wolltest du nur eine schöne Familie haben und dann hältst du nur noch Scherben in deinen Händen“, so Brandner. Doch irgendwann und das sei eine seiner wichtigsten Erkenntnisse überhaupt, habe er bemerkt, dass Gottes Liebe unabhängig von den Umständen sei. Demletzt habe er eine austherapierte Krebspatientin besucht. Sie habe auf die Frage wie es ihr gehe gesagt. „Ich fühle mich getragen von der Liebe Gottes, ich spüre sein Licht, ich weiß das ich nach Hause gehe.“ Das habe ihn umgehauen. Eine Psychiatriepatientin hatte so Angst, Jesus sagte Brandner er solle ihr den Psalm 23 geben. Sie lernte ihn auswendig. Nach fünf Wochen besuchte er sie erneut und sie hatte Hoffnung geschöpft. „Wenn der Herr mein Hirte ist, dann ist es doch egal ob ich Angst habe“, meinte sie nun.Immanuel, Gott ist mit uns sei ein Name Gottes der uns beschirmt. Auch der Psalm 91 „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn:Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott auf den ich hoffe.“Gott spreche und Mut zu. Etwas Skurriles. In Ungarn wollte Jesus eine Frau, nach biblischem Beispiel mit heilen in dem er ihr Spucke auf die Augen schmiert. Brandtner härmte sich ab, „Das ist ja wohl ober peinlich.“ Jesus sagte nur „Machst du es oder ich?“. Daraufhin fragte Brandtner ob er der Frau zur Heilung etwas Spucke in die Augen schmieren dürfte. Laut Brandtner wurde die Frau geheilt. In der Fin-stern-is, stehe der Stern. Es sei wie beim genialen Autoren Michael Ende in Lukas der Lokomotivführer. Da entpuppe sich ein großes Hindernis aus der Nähe als Scheinriese. Genau das sei ein wunderbares Bild. Ängste seien mit Jesus Scheinriesen. Denn Jesus teile stets die Kraft mit deinen Jüngern und er geleite dich auf den Weg den Dingen zu begegnen.Er forderte dazu auf die Tür zur Furcht zu schließen, danach geschehen wunderbare Dinge. Die Ausgangsgeschichte, in der Jesus seine Jünger auf das Boot schickt, endet damit das er sie auffordert das Boot zu verlassen. Er will das man dem Sturm trotzt. Immer wenn du schwach bist und in Gott, dann bist du stark sprach Brandtner, den gefesselten Zuhörern Mut zu. Der Sprung aus dem Boot war heute der nach links oder rechts der Sitzreihen, denn dort warteten Beter, welche den Zuhörern ihre etwaig gewonnene Bekenntnis zu Jesus abnahmen oder den Zweifel und die Bitte um ein gemeinsames Gebet.

Rentenkabarett mit Hut und Feder

Christa Mayerhofer mit Rentnermoritat im Gewölbe Neu-Ulm

Neben dem Kino in Neu-Ulm, wo oft mit den breitesten Pinseln die größten Bilder gemalt werden, eröffnet sich über eine Brücke hinabfahrend plötzlich eine beschauliche Welt. In einem der, im Vergleich zum Roxy-Areal in Ulm, kleinen Gewölbekeller der ehemaligen König-Ludwigs-Festungsanlage wohnt die Kleinkunstkneipe „Gewölbe.“ Als Christa Mayerhofer nach einem gemütlichen Mahl der Gäste und ihrem Salbeitee zusammen mit ihrem Kontrabassisten Ralf Miller die Rentnermoritat anstimmt, gibt es keine Bühne. Auf einer Ebene mit ihrem Publikum steht sie und so ist auch ihr Kabarett über das Rentendesaster. Anteilnehmend, die 72 Jährige freischaffende Künstlerin ist selber Rentner, scharf links und menschlich. An vier Symbolen lassen sich Thesen des abendfüllenden Programms komprimieren. Der Feder, die sie an ihrer Mütze trägt, als Symbol des Mitgefühls. Dem Rententopf als Symbol der Fürsorge und des Anteilnahme. Dem Spendenhut als Symbol der Wertschätzung. Und der Pfandflasche als Zeichen des Ausgleichs zwischen prekärer Selbstversorgung und politischer Solidarität. Mayerhofer ist bekennende Linke mit Parteibuch und den Spendenhut erklärt Meister Eckart vom gleichnamigen Kuriositätenkabinett als ein Gefäß in das man bei einer Liveveranstaltung mit Wohnzimmeratmosphäre durchaus auch mehr als Klimpergeld tun soll.Wenig klimperlich und zimperlich verbindet Mayerhofer dann Musik mit der emotionalen Aufarbeitung des Rentenchaos anhand der Geschichte einer “Armutsrentnerin” die sich wehrt von “den” Medien als sozial schwach angesehen zu werden.

Rentenformel liest sich wie ein böser Arztbericht


Die ehemalige Putzfrau im Krankenhaus, fühlt sich nicht als selbstverschuldete Armutsrentnerin, sondern sieht ihre Arbeitsleistung als „Wischen gegen Viren“ als ebenso wertvoll an, wie die des operierenden Arztes. Nur habe sie jetzt eben bei Mieten von 600 Euro in Ulm, ihre 900 Euro Rente, ohne Erbe und Eigentum.Sehr gefreut habe sie sich auf ihr Altenteil, ihr Rentenbescheid mit dieser undurchschaubaren Formel, habe sich dann aber wie „ein schlimmer Arztbericht“ angefühlt.Eine Insel der Geborgenheit und der Entspannung der informierten Sinne boten die heimatorientierten Lieder. Im bayrischen Dialekt vorgetragen, der laut der Salzburgerin bis in ihre Herkunftsstadt in Österreich reiche, konnte auch mitgesungen werden. Das die soziale Misere der Aberkennung von Arbeitsleistung noch tiefer in die Gesellschaft ausgreift, veranschaulichte sie am „Zeitungsjoe“ der sie als sozial schwach betitelt hat, selber aber Geisteswissenschaften studiert hat, und als Kleiner am Zeitungsdrücker, gerne auf die noch Kleineren losgehe. Heute müsse man MINT studieren: Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Wer in der Industrie 4.0 Geisteswissenschaften studiere, sei geisteskrank und armutsgefährdet, denn wie Annegret Kramp-Karrenbauer klar mache, müsse die Rente für die Wirtschaft bezahlbar bleiben.Das Flaschenpfand das Jürgen Trittin, der linke Grüne, eingeführt habe, solle von 25 auf 50 Cent erhöht werden.Denn wenn die Rentnerin, die Zeitungen austrägt schaue sie auch an und in den Mülleimern nach einem Zubrot durch Pfandflaschen. Einen Wasti als Preis lobe sie deshalb für den Politiker aus, welcher das Flaschenpfand auf 50 Cent pro Stück erhöhe. Die staatstragenden Beamten seinen seit Bismarck und Hitler die Hauskatzen die gehegt und gepflegt würden. Die im Niedriglohnsektor seien die Hofkatzen, die nicht mehr rein gelassen würden und die nachgewiesenermaßen durchschnittlich Jahre früher versterben würden.

Merkel beim Tafelladen

Die liebe Rentnerin die nach ihrer Tour im Stadtkarten ihre Jausen isst würde Angela Merkel gernemal ihr Leben in Ulm zeigen. Sie sei fair würde ihr zeigen wie man an eine Lobbycard für vergünstigte Veranstaltungen komme. Nur müsse sie beim Shopping in der Caritas-Boutique meist auf mintgrüne und pinke Kleider zu Gunsten eines schlichten beige verzichten. Verzichten könne die Rentnerin, denn sie sei ein Nachkriegskind, eine Dose Linsen halte bei ihr auch mal 2 Tage.Mut zur Lücke habe sie auch schon früher in der Arbeitsbiographie gehabt, nur mit der Zahnlücke wolle sie als Arme sozial starke Frau, nicht vorlieb nehmen.Manche Formulierungen verfallen bei Mayerhofer dann einer meist aus den geschichtlichen Bezügen des Klassenkampfes gespeisten Überzogenheit. Der Behauptung„In der Arbeit wird man verheizt, dann verkohlt und später ausgemerzt“ spiegelt wohl zum Glück nicht ganz die gewöhnlich bundesdeutsche Arbeitsvita, weist aber im Sinne eines „wehret den Anfängen“ auf Gefahren der entsolidarisierten Leistungsgesellschaft hin. Der Aussage von Ex-Kanzler Gerhardt Schröder „Deutschland hat den besten Niedriglohnsektor“, stellt die Linke Künstlerrentnerin ein „Wer Rentner quält wird nicht gewählt“ entgegen.In das geheimnisvolle Epizentrum christlicher Weltanschauung dringt die Salzburgerin zum Schluss der ersten Hälfte ein. Matthäus 25,29 besingt sie mit den Worten: „Wer viel hat dem wird viel gegeben und wer wenig hat dem wird alles genommen.So stets bei Matthäus geschrieben und so ist es bis heute geblieben.“

Arm oder reich im Tod sind alle gleich

In der Pause konnte man den Reichtum der linken Kultur im Gewölbe anhand von Mären von wöchentlichen Veranstaltungen und Stammtischen über den jährlichen Mittelalter Markt bis zum hochkarätig besetzten Kleinkünstlerfest 2018 bestaunen. Und das alles im Winter bei Ofenhitze und sommers in einem idyllischen Innenhof. Früher hätten die Christen das Leben ja ins Jenseits vertagt, der Pfarrer habe die Armen beschwichtigt. „Ob arm ob reich im Tod sind alle gleich.“ Die Ulmer Rentnerfrau mit ihrem Schurz mit vielen Taschen jedoch möchte sich bei Gunter von Hagens die Sonderkondition der Lebendbezahlung für die Körperplastination im verstorbenen Zustand aushandeln. Grund: Sie sehnt sich nach einer Baumbestattung mit Wind, Erde, Wurzeln und Ruhe, die sie sich aber mit ihrer Rente nicht leisten kann. Früher sei das Zentrum der Welt der Heilige Stuhl gewesen. Heute sei es der Kapitalismus. Körperwelten im Blautalcenter Gipfeltreffen der Verfügbarmachung von Welt und Dingen. Die Ente am Bach im Park, sei zu ihr hergekommen als sie sie mit dem alten Brot das ihr geschenkt worden sei fütterte. Dann habe sie noch eine weiße Feder von sich dagelassen, das sei Mitgefühl im Austausch. Oder die Leute vom BUND für Naturschutz, die säubern die Vogelnester, ja die kümmern sich noch um die Wesen. Der Kapitalismus der sei für ein reichen Herz auch wie eine Scheibenwelt. Er drehe sich immer schneller um sich selber und dränge die Rentner ab, bis sie dann runter vielen. Gleichzeitig habe die Politik in den letzten Jahren die abgeschafft und den Spitzensteuersatz von 56 auf 42% gesenkt. Eine Perspektive biete da der linke portugiesische Politiker Antonio Costa, der die Erbschaftssteuer in Portugal eingeführt habe; hier sähe man andere Wege und Perspektiven.

Die Eliten naschen aus dem Rententopf

In Österreich zahlten alle in den Rententopf ein. Niemand rühre den Gemeinschaftstopf für rentenfremde Kosten an. In Deutschland jedoch, so die Schweizer Tageszeitung NZZ „bediene sich jeder Finanzminister für versicherungsfremde Leistungen daran und deshalb schwinde der Topf.In Zeiten der Hochkonjunktur aber gebe es einen Rekordüberschuss von 58 Milliarden Euro. Es werde aber nichts ausbezahlt. Soviel zum wer hat dem wird gegeben werden. Sagte der Tribun der Christen nicht auch „Gebt so wird euch gegeben werden, ein volles, gerütteltes, gedrücktes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben.“ In Deutschland wurden die Sozialwohnungen in den letzten Jahren weitgehend von den Kommunen verkauft. In Wien, mit traditionell vielen sozialitischen Bürgermeistern gebe genug sozialen Wohnraum. Ein Quadratmeter zu 5 Euro. Auch das sei möglich

Vorbereitung zur Denkrichtungsänderung

Nach dem Christa sich wie eine Sufitänzerin mit ihrem roten Hut mit langem Bändel um die eigene Achse gedreht hatte um die Politiker, quasi in der linken Drehung der kapitalistischen Erd-Scheibe, auf andere Gedanken zu bringen, sangen alle gemeinsam das bayrische Liebeslied „Weit,weit weg“ von Hubert von Goisern. Der Spendenhut als Zeichen der Gemeinschaft, die solidarisch alle trägt und gerade die, die gegen die Herrschenden das Maul auf machen, füllte sich reich. Und Christa als Stellvertreterin der starken und selbstbestimmten Rentner war ganz groß mit Hut und Feder.

Links:

http://www.rentnermoritat.de

http://www.gewoelbe.nu

fb: gewoelbeneuulm

Die nächste Auffühung der Rentnermoritat findet am

03.04 um 19.30 Uhr im sozialen Cafe Canape´ in der Söflingerstraße 158 in Ulm statt.

Bündnispolitik




Hat dir wieder so ein Liebestöter,
so ein reudiger Köter,
eines fremden Liebesliedes Text
auf die Netzhaut geätzt


Denkst du jetzt an deinen Ex
oder deine alte Crew in der alten
Stadt, die solche Köter immer von dir abgehalten hat?


Und wenn Sabrina mich anstarrt,
wie ein Tier gleicher Art,
das auch noch genug zu essen
doch zu wenig zu kuscheln hat


Dann wähn ich das unliebsame Liebeslied
wahr, einfach nur ehrlich,entflammt
und offenbar


Du tötetest den Liebestöter
indem du ihn ansprachst
und damit dein Weltbild durchbrachst


Bündnispolitik, es ist das gleiche Geschick,
vor dem du erschrickst und das dich-verbündet-
in die Gegenwart schickt


Der Köter bellte zu dem selben Mond,
der dich heraus gerufen hat,
der sich mit seinem milden Licht durchströmte
wie die vergebenden Reize der fließenden Stadt


Bis dein benommenes schieferblau sagt:
I´m ready now und es hellt sich auf dein grau
Auf des toten Liebestöters Fährte
entspannt sich nun deine Härte


Bündnispolitik wärmt nun wie das heiße
Durchschreiten der Sinnestore
auf dem Weg zum Fick


Rechts ist nun das andere Links
Mann das andere Weib
und Lieb ist die Kraft
hin zum anderen Leib


Bündnispolitik inspiriert und verquickt
mit Raum für dich und Freud für ihn
in Liebe ohne Dominus und Drama Queen

(Daniel Baz,03.03.2019) Sabr heißt auf Arabisch Hoffnung

1001



Erkenne dich selbst!


Ist das Drehen um die Welt
der rechte Spin?
Dies eitle Streben nach
Anerkennung und Gewinn?




Erkenne die Welt!
Am Lackmus deines Selbstbildes entstellt,
an der mit Topspin geschossnen Zerstreuung
in das Feld.


Erkenne den Geist!
Der nur innewohnend mit dir reist,
der in jedem einzelnen
der tausend Dinge
freudig und zufrieden zu sein weiß


Erkenne dich selbst und den Geist
1000 und Eins


(Daniel Baz, Februar 2019)

Neuigkeit




Vereine Achtsamkeit und Neuigkeit,
sei gut in der Zeit


Schaue das Werkstück an,
das Werkstück bist du,
brachtest zu viele Striche an
nun findest du im Einen keine Ruh


Schaue dich selber an,
das Werkzeug bist du,
tatst dir so viele Dinge an,
das hindert dich nun am Tun

Übe Gelehrsamkeit
die Arbeit nach anderer Striche

Schau dich selbst in der Rundung
die zwei begrenzte Striche machten
Schau dich selbst in dem Freiraum
den zwei begrenzte Iche machten

Vereine Achtsamkeit und Neuigkeit:
Sei gut in der Zeit

Nimm den Zustand als Stufe an,
verbind ihn im Herzen,
mach den nächsten Schritt
im Wissen: Es sind Wachstumsschmerzen

Jetzt wo du durch
den Mond weißt,
wie die Sonne sich bewegt

radier die Spuren aus,
sie geben keinen Anhalt
mehr für deinen Weg

Neuigkeit:
Wie sich die Wunder
gebaren, so sind sie,
und wir als die Wunderbaren
finden sie

Achtsamkeit:
Wie die Wunden verheilen
verbinden sie
Wie die Szenen
erscheinen
verschwinden sie


Die Menschheit liegt
hinter den Wunden
mitten im Wundergebaren
-finde sie

Wir sind wundenerfahren
und wundergeboren
ham´ die Wunden geheilt
die Menschheit gefunden
die freie Familien
des Glücks hinter den Wunden


Vereine Achtsamkeit und Neuigkeit,
sei gut in dieser Zeit


(Daniel Baz, 02.03.19)

Flexibilitätstraining durch die Blume: Kado ein japanischer Weg

Blumen sind ein Spiegel.


Ich betrachte die Blume.


Die Blume betrachtet mich.


Ich – zur Blume geworden –


schaue mich an.

Dieser Leitspruch des Ikebanaweges, den die Senior-Professorin der Ikenobo-Ikebana-Schule Seikei
Sachiko Oishi-Hess in ihrer Erklärung der „japanischen Kunst des Arrangierens von Blumen anführt, zeigt die Herkunft des Blumenweges aus dem religiösen Bereich. Wie sich aber die Japanische Lyrik als Antwort auf die westlichen Einflüsse neu aufgestellt hat, so gilt dies auch für das Ikebana.Fasst man den mit dem Umfassend-Werden des Westens verbundenen Einfluss der Modernisierung mit einer auf der Rationalisierung der Lebensverhältnisse basierenden „Auf-Dauer-Stellung und Beschleunigung des Wandels“(Dieter Goetze, Nina Degele) so zeigt sich in Japan eine besondere Spielform dessen. Durch die Machtinteressen der herrschenden Klasse der Samurai im 15. Jahrhundert; siehe auch(https://derweiserabe.com/2019/02/15/das-japanische-gedicht-als-form-der-veraenderung/) wurden die bürgerlichen Klassen in Japan an einer Revolution gehindert. Verbunden mit einem Verbot vor allem der christlichen Religion wurde der Zen-Buddhismus vom Shogun gefördert. Diese erst Mitte des 19. Jahrhunderts von Außen aufgehobene erzwungene Abschottung und Restauration begann im Jahre 1634. 550 Jahre
ist hingegen die Traditionslinien der Ikenobo-Ikebana-Schule, die im Rokkoku-do Temple in Kyoto ihren Anfang nahm. Ikebana ist aber älter und wurde wahrscheinlich als Blumenopfer von chinesischen buddhistischen Mönchen im siebten Jahrhundert nach Japan gebracht. Anfangs, so erklärt Ikenobo-Meisterin Oishi-Hess während sie ein traditionelle Form(Rikka) des Blumengestecks arrangiert, sei Ikebana nur für den Schrein- sei er buddhistisch oder schintoistisch, eingesetzt worden. Damals gab es für den Kado – den meditativen Blumenweg- nur zwei Prinzipien: die Gottheit und den Menschen.
Blumen gelten nach altem japanischen Glauben als Yorishiro, als Objekte welche göttliche Kräfte anziehen.
Dieser Grundkonsens wird offenbar von Konfuzianismus, Buddhismus und Shintoismus geteilt.
Einen Grundkonsens gibt es auch zwischen der explizit modernen Schule des Sogetso-Stiles und der größten und ältesten Ikebana-Schule des Ikenobo. Zum Beginn der gut besuchten Ikebana-Zeremonie im Edwin-Scharff-Haus
erklärt die Meisterin des Ikebana Seikei Sachiko Oishi-Hess das Yorishiro als die Urreligion Japans, deren Grundidee sei: „Wir laden Gott in die Blume ein.“ Die Idee der Kuge, der Opferblume komme aus dem Buddhismus. Heute sehe man Blumen nur noch als Schmuck. Im Prozess der Gestaltung eines Ikebana-Blumengestecks sei die Dankbarkeit der Blume gegenüber eine tragende Haltung.

Konservative Restauration führte zu starreren Regeln, Öffnung zu freien Stilen

1542 gab Ikenobo Senno, der Gründer der gleichnamigen Schule dem Blumenstecken erstmals einen festgeschriebenen ästhetisch-religiösen Sinn. Dies geschah sicher nicht zufällig zum Beginn der weitgehenden Abschottung Japans vom Außenhandel.Der Tatehana(stehende Blume) Stil hatte, laut Oishi Hesse, mit Gott und Mensch nur zwei Prinzipien. Vor dem 15. Jahrhundert war das Ikebana auch eine reine Männerdomäne. In beinahe turniermäßiger Form wetteiferten die Edelmänner vor der Zeit der ästhetischen Schulen um den Rang des Besten Blumensteckers. Die Meisterin gestaltet,wie bei der Lesung japanischer Lyrik im konzentrierten Beiwohnen ihrer Assistentin. 9 Teile hat die im 16. Jahrhundert von einem Ikenobo-Meister kreierte Form der Rikka. Sie soll das „All in einer Nussschale“ abbilden. Rikka heißt Gebirgslandschaft. Es gibt hier strenge Regeln für die zu verwendenden Materialien. Eigentlich darf nur Material das in Japan wächst verwendet werden, sagt Oishi-Hess augenzwinkernd.Dann greift die strahlende Frau zu einem wunderschönen Ast mit rosa-weißen Pfirsichblüten und steckt in in die anmutig längliche metallische Vase. Das zweite Element ein Schneeball, ist das Material für die Jahreszeit. Im dritten Element begegnet wieder die japanische Schwäche für Weidengewächse. Es ist eine Saalweide mit ihren im Winter glänzenden, flauschigen Kätzchen, ist sie besser als Palmkatze bekannt. Es ist eine angenehme Ruhe eingekehrt, in der Luft der Duft feiner japanischer Räucherstäbchen. Im Kado(Blumenweg), also der meditative Form des japanischen Blumensteckens, ist der Weg, also quasi Selbsterkenntnis durch die Blume, nicht das dekorative Gesteck das Ziel. Als Oishi-Hess abermals alte eine Regeln, nämlich das man nur beim Buchs ein Material für zwei Elemente nehmen dürfe bricht, zeigt sich ganz klar auch in der strengen Form die Auflösung .Auch als die Ikenobo-Meisterin erwähnt, früher seien es dreimal so hohe Gefäße gewesen, spürt man welch privilegierte Tätigkeit, die einst Adlige neben der Dichtung und der Teezeremonie beherrschen mussten der Kado im Japan der Restauration durch die Samurai gewesen sein muss. Das neunte und letzte unscheinbare Element ist ein gelber Zweig, schätzungsweise von der Orangen-Weide. Sie sei das Willkommen für Buddha.




Sogetsu: Schlichtheit und Klarheit im Wandel

1927 gründete Sofu Teshigahara in Tokio die Sogetsu-Schule des Ikebana. Sein Ziel war er die starren Regeln und religiösen Bande des Ikebana zu Überwinden, ohne aber seine ästhetischen Prinzipien und kosmischen Gesetzmäßigkeiten über Bord zu werfen. Schlichtheit und Klarheit waren nunmehr die Prinzipien mit denen der Tokioter seine Kunst Künstlern von Dali bis Picasso unterbreitete. Er ließ sich explizit von modernen Kunstbewegungen und Künstlern beeinflussen ohne aber seine Ausbildung in der Kunst die Elemente Himmel, Mensch und Erde durch die natürlichen Elemente Zweig, Blume, Vase und Blatt zum Ausdruck zu bringen, zu vergessen.Einfache Regeln und eine Verbindbarkeit der universellen ästhetischen Regeln Sogetsu´s mit allen Künsten machten von nun an Ikebana anwendbar auch für Nicht-Japaner und allgemein für breitere Gesellschaftsschichten. Das Gedenken der Vergänglichkeit, welches der Buddhismus so einzigartig ausgeformt hat, hat so, verbunden mit einem ganzheitlichen Blick auf die Welt und einer Schulung der Gestaltung unumstößlicher Gesetzmäßigkeiten die Tugenden der japanischen Innerlichkeit nach Außen gestülpt. In der Ausstellung zahlreicher Ikebana-Gestecke sowohl der Ikenobo, als auch der Sogetsu-Schulen im Erdgeschoss des Edwin-Scharff-Museums, sah man eine respektvolles Nebeneinander der Stile, welches eine Quelle der Lebensfreude und Besinnung waren. Nach der Beschäftigung mit zweien der noch zahlreicheren Spielformen des Ikebana zeigt sich das die Prinzipien des Ikebana den besonderen Weg Japans in die Modernisierung gut widerzuspiegeln vermögen.
Das Festhalten an der Natur, bei gleichzeitigem isolieren einzelner Elemente um ihr Wesentliches, ihre Idee zu synthetisieren ist ein Prinzip. Die mit dem Bauen auf das Näturliche verbundene Bejahung der Asymmetrie als Grundlage der nicht schematischen Anordnung, den Gesetzen des Schönheitsempfindens folgend ist ein Zweites. Ikebana lehrt, nach dem Prinzip der komponierten Improvisation, die Einsicht in die Bedeutung des Loslassens und der regelgeleiteten Neuzusammensetzung. Man mag bemerkenswert empfinden, dass Sogetsu 1927, zur gleichen Zeit wie Martin Heideggers bahnbrechendes Werk „Sein und Zeit“ seinen Anfang nahm. Ein Flyer vom Verein Ikebana International Biberach e.V bringt diese inspirierende japanische Anpassungsfähigkeit auf den Punkt.
„Strenge Gesetze, deren Anwendung – bei stets unterschiedlichen pflanzlichen Materialen – eingehalten, fallweise aber geändert und angepasst werden müssen – ein ideales Flexibilitätstraining schlechthin.“ Zum Schluss schloss sich der Japantag in Form des Kreises, welche rund in sich zurückgehrend in einer Teezeremonie für Reisende endete.


Blumen sind ein Spiegel.


Ich betrachte die Blume.


Die Blume betrachtet mich.


Ich – zur Blume geworden –


schaue mich an.


Veranstaltung:


Ikebana in Biberach


Ingrid Eichinger Ikenobo- Der Ursprung des Ikebana, Freitag 5.April 2019, 18.30-20.00 Uhr, Vhs Biberach Foyer


weitere Informationen und Veranstaltungen unter: http://www.Ikebana-biberach.de

Zu Fragen zum Thema Ausbildung in Zenmeditation und der Kunst des Kado: sachiko@web-hess.de