Schwäbische Zeitung, vielleicht noch Sonette?

Felgen die sich nicht mehr drehn, die in verlorenen Gärten

auf rostigen Stäben stehn

Aus dem ruinierten Haus, wächst ein bAUM heraus…***

Ein verwaister Brunnen aus Beton

kündet tannennadelduftig vom Verkommen

über den Wipfeln hör ich die Bäume ommen

Schweinebratenduft durchschneidet die lichte Luft

zauberruhig, Blätter rot und gelb durchwirbelt von Motoren

Silberne Katze schmiegt sich Da an sein Fuß,

worauf sein Rad stumm stillstehn muss.!!!

-einfach nur Schweigen und Sonne-

… vielleicht noch Sonette …

(Dani inspiriert von Sontheim beim Zeitungsaustragen für ca. 5 Euro unter Mindestlohn)

Links: SWP-Artikel zu Schauflingers Arbeit zu 900 Jahren Ennabeurer Ortshistorie: https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/alb-donau/rundgang-durch-ennabeuren-als-auftakt-fuer-dorfhock-22980993.html

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Biodeutsch?!

Kultur aus der europäischen Völkermühle

Christa Mayerhofer, die zuletzt mit ihrer „Rentnermoritat“ Freude, Bewusstsein und Mitgefühl auf die Kleinkunstbühnen der Region zauberte, hatte letzten Donnerstag mit ihrem neuen Programm „Biodeutsch“ Premiere. Diese Beziehungsgeschichte des Neandertalers auf der Suche nach der deutschen Kultur, nahm ihren Anfang in Mayerhofers Stadtteil Wiblingen in Ulm.

Ein Fanal für demokratische Organisation war es schon einmal, dass in dem schönen Raum im Quartierstreff in Wiblingen aufgrund von Mayerhofers exzellenten Beziehungen und Überzeugungskünsten das erste Mal überhaupt eine öffentliche Veranstaltung zu diesem Anlass abgehalten wurde. Der Generationentreff Wiblingen und die vom Land gesponserte Partnerschaft für Demokratie als Veranstalter durften trotz wenig öffentlicher Werbung mit etwa 50 Gästen ein volles Haus begrüßen.

Während der Einführung der Künstler, auch Tom der Wolf, gibt sich mit seinen kraftvollen Protestsongs die Ehre, ging ein Glas zu Bruch. Wenn auch Tom hätte offiziell beginnen sollen, so

lieferte die schmähreiche Salzburgerin sofort die auflockernde Erklärung. „Das war der Kegelverein.“

Dramaturgie, Kraft, Bedeutsamkeit und Persönlichkeit manifestierten sich in dem Eingangssong „Wolf unter Wölfen“ von Tom. Der Bogen spannte sich vom Refrain: „Du kannst nicht schlafen, weil du nicht vergisst, dass das Mensch dem Mensch der Teufel ist.“ aus auf. Zog sich über Szenen,

die Menschen als Diener der Ungerechtigkeit und Ausbeutung anderer Menschen und Lebewesen zeigte und rundete sich ab in dem synthetischen Schlussrefrain: „Du sollst nicht schlafen, da du nicht vergisst, dass du ein Teil der Veränderung bist.“ Tom der Wolf ein Musiker dessen Intensität und Textideen zum Gutteil aus den Erfahrungen eines 35 jährigen Engagements gegen Atom- und Kohlestromgewinnung rühren.

Mischungsverhältnisse im Neandertal

In der gespannten Atmosphäre begann dann Christa ihr Thema „Biodeutsch“, biodeutsch ist eine Wortschöpfung der Identitären Bewegung um den ethnischen Wert, vor dem rein passdeutschen Status herauszustreißen. Schon der Nendertaler sei damals in kulturunvordenklichen Zeiten einem

Einwanderer aus Afrika, dem Homo Sapiens nämlich, auf erotische Weise mit Kindesfolgen begegnet, davon zeuge ein Oberschenkelknochem im Ulmer Museum. Eine detailierte Geschichtserzählung sieht zwar anders aus und auch der Sprung vom Stelldichein der Urtypen zur Völkerwanderung darf als harsch bezeichnet werden. Die Schilderung des Raufens, Saufens und Mordens von Allemannen, über Franken bis hin zu Vercingertorix dem Gallier, dessen Tochter der Jubiäumsasterix, zum 60. gewidmet ist, und darüber hinaus gab allerdings lustige und triftige Indizien für einen gesamteuropäischen „Spermienmix.“ Die Franken, die sie nicht nur als besonders frei, sondern als besonders brutal einstufte, verband sie mit dem aus Nürnberg-Schweinau stammenden Markus Söder. Der müsse wissen, dass die Bayern ein Volksstamm seien die aus Illyrern und zu einem Gutteil aus Geflüchteten aus der Schweiz und besiegten Langbarden bestünden. Der Höhepunkt, sie forderte in ihrer wunderbar roten bulgarischen Volkstracht von Markus: „Mach eine Psychotherapie, denn alles was du ablehnst bist du selbst.“

Nach dieser langen geschichtlichen Herleitung gab es dann zur Belohnung für die kognitive Anstrengung einen poetischen Song von Tom über eine stigmatisierte blinde Japanerin. „Old picture,It could be me, it could you thousand mildes away.“ Prädikat: tränentreibend.

Das dann der Begriff Kelten noch mit Stellen aus Carl Zuckmayers „Des Teufels General“ bemerkenswert erhellt wurde, zeugte davon das es Mayerhofer, durchaus um das Deutsche war. Nicht aber das „Biodeutsche“, sondern das Kulturdeutsche und zum Schluss gar das „Demokratiedeutsche“. In einem Abschnitt, der nur als mystisch und episch zu umschreiben ist schildert Zuckmayers General Harras auf einer dreiviertel Seite die Menschen die im Laufe der Zeiten alle am Rhein inkarniert sind. Vom jüdischen Händler über den französischen Liebhaber bis hin zum preußischen Soldaten um hernach, das Rheingebiet als die „europäische Völkermühle“ zu charakterisieren und solche wie der Goethe seien auch von da fügt er hinzu. Das sei also die Kelter, ein Verfahren um aus verschiedenen Trrauben Wein zu gewinnen.

Auch seien die meisten Flüchtlinge nach dem 2.Weltkrieg nach Bayern und Baden Württemberg gekommen. Da sei es doch lachhaft wenn ihr Verwandter Thorsten sich bei den Identitären wie ein direkter Abkömmling von Herman dem Cherusker brüste. Obama habe auch Deutsche Gene, das sehe man ihm auch nicht an der Nase an. Biodeutsch, meint sie das gibt es nur bei Kartoffeln. Und die sind ja nicht wie die Deutschen nach Amerika ausgeandert, sondern anders rum, denke ich.

Harte und klare Worte verlor sie in Richtung Puffgänger. Bei den Nutten, die in der Blaubeurerstraße, von starken Männern beschützt.in der Horizontale ihre Schleppergelder abarbeiten dürften, da könne es gar nicht bunt genug sein. Nur rassisch bräuchte man es rein.

Bei den Nutten darf´s bunt sein

Da sei ihr ihr Volk, von dem es heißt, dass es aus Promenadenmischungen bestehe, die Österreicher schon lieber. Da mache man zwischen den Ausländern einfach gar keine Unterscheidungen, das seien die Tschuschen, von denen es auch Kapellen gebe, die man beim Danaufest in Ulm auch sehen könne. Es gebe da einen tollen Rahmen, auch beim Brunch der Kulturen im Haus der Begegnung könne man so manche Tänze mit ungewöhnlichen Taktfrequenzen tanzen.

Einen tollen Schluss fand das Programm in einer innigen Rezitation des Fischers von Goethe. Hier sah man wieder auf gemeinschaftseröffnende Art das Eros und Arbeit, wie Alexander Kluge erforschte, die wichtigsten Praxisgebiete des werdenden Kulturdeutschen sind.

Der Fischer

Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
»Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie’s Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew’gen Tau?«

Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll,
Netzt’ ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war’s um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1779)

BiRD

ES begann mit einem Atemzug und Du?

Mit einem Schrei?… einer Suche in Abhängigkeit nach der einen

Variable/

die sich Quelle nennt

Dem namenlosen das sich nach dem einen Namen sehnt

Als das Vergleichen begann fing ich zu zweifeln an

Der Weg eines erwachsenen Kinds auf der Suche nach dem Mann

Dem Mann der diesen Unfall baute

Diese Straßen, der Mann der deine Mutter haute

Es begann mit einem Augenblick,

mit einem Schreck und Tränen.

Mit hellem Licht, das Geborgenheit zerbrach

das Licht wurde gebrochen, beschattete sich selbst und ging sich nach

Es ging weiter in Sehnsucht gefangen, denn du hattest des Himmels Blau gesehen

Und das tiefe Rot das Fleisch und die Früchte

doch das as Licht war ein Blender für dich und der Himmel ein Hunger, ein endloses Flehen

Dein Wille warf dich nieder, kollidierte im Kampf, du sahst rot, die Angst schrie: flüchte

Du ranntest zitternd, und endlich körperlich gebrochen, bald hörte man deine Faust an das Elternhaus pochen

Hunger, Hunger, Hunger und ins Blaue hinein nach dem Leben schrein, zurückgestutzt, Angst in den Knochen, Hund nie auf die Füße gefallen, gefördert und gefordert, Abhängig von Allem

Gefallen und gut gefallen – ES endet nie und DU?

(Daniel Baz in der Freiburger Zeit um 2014 als ich mittellos im Schloßbergwald campierte, während sich andern Sehnsuchtsortes das 400 jährige Jubiläum der internationalen Schule der Befreiung zutrug)

Nordischer Herbstwind

Der Wind weht und vieles besteht

Der Wind wehrt und vieles vergeht

Schon lange, zu lange?

Weht Vater, Mutter, Kind zusammen

die schon lange aneinander gefangen sind

Weht sie durch sich und durch einander-

-Durcheinander!-

Der Wind weht und vieles besteht

und sieht des Körpers begierige Freiheit

verliert ihr Gebiet

Weniger werden!!!

Hallt es durch wallhallische Hallen

Weniger werden wenn die Blätter fallen

Weniger werden wenn die Kälte sich vermehrt

´ Lediger werden, nicht unversehrt!!!

Der Wind weht, lass ab,

so wie das Blatt abgeht

Von einem Feuerball gehalten

auf einem blaugrauen Planet

Sei du der Wind der mich verweht,

die Zeit die vergeht und der

Ort an den es mich weht

Leben tut gut?

Leben tut weh!

Es spricht der Mut: Leben vergeht gut

Wenn der Leber im im Ableben

lebendig besteht

Lebendig besteht!

Die toten Blätter können tanzen,

im flutenden Blau mischen sich

die Leiber zu schmierig glänzendem

Leichengrau

Die alte Fassung ist verlassen

die Windsbraut bebt und weht gelassen

ein neues Leben

nebellungenstark

Ganz stürmisch und gelassen,

für Shoppingmalle nicht zu fassen.

Unter der Zwetschge

An jenem Tag in heller Sonn-September
blau unterm alten Zwetschgenbaum
Roch es nach Fallobst, zertreten so sämig.
Weich...
Rot ausgebreitet; orangen-rotes Fleisch

Aufblickend... sah man
die gräulich angehauchten Tropfen
Auf Augenhöhe eine braune Frucht
belegt mit weiß ob es wohl für und ist?

Wieder wandert eine Holde in den Mund
friedliche Lust und lockrer Darmesgrund!

Das Rot das hinter dem Hauch von Blau
dem Aug entgegenstand stand wie ein Wille!
Sich dem Fall und Übergang wie Starkes selbstvergessen hinzugeben

Kein Gegen mehr, Hinüberstand
Wie viele selge Münder hat
die Zwetschge schon gesehen?

Wieviele überdachte er und schirmte
sie beim Übergang?

Vielleicht spucken solch Selige
heute noch gerne über morsche Mauern
ihre kessen Kerne?

Und tagen bis in die Sterne
und fahren mit ihren zärtlichen Händen
bis in des Morgenlandes Ferne,

sie haben sich gerne.

(Daniman, 20.09 u 13.10.19)

Gleit 45

 



Bachsuiteentgleisung in D-Moll
Viel Spiel, viel Haben, viel Soll


Fick mich in mein Sommerloch
und stoß mich wieder weg
denn es schmeckt nach Freiheit dieses Leck


Fick mich! Mein Verlangen schreit
nach einem Langen.Spiel!
Fick mich ohne Bangen noch,
ich hab ein Sommerloch


Ich bin die herbe Blühte, du der linde Schmetterling
dass ich dir meinen Nektar bring,
versprech ich schon im Kling und Sing.


Ich mach Musik, Raum und Freude, Spaß
ich wehr mich nicht gegen den Krieg,
das Gas und den Heidenspaß


Ich perform die schönsten Lieder
sittsam und geländegängig
nur zum Zeugen bin ich abhängig


Du bist so groß du Musenkuss
das selbst der Tintenfisch zum
Nixenmahl sich strecken muss


Fick mich in mein Sommerloch !
Der Aufruch macht mir Angst.
Der Türsteher droht, Obama sagt: Du kannst.


Fick mich in mein Sommerloch
weil ich nix bin als des Augenblickes Licht.
Zünd mich an mein Funke in der Finsternis


Die Leidenschaft muss sich nach Außen wenden,
wie ein viel zu langes Warten.
Es ist etwas im Busch in unserm Diesseitsgarten.


Und dann sind wir Wohlgefallen.
Gottes Gedanken fallen
wie Symbole und Zahlen
in unsre blutkochenden Oberschalen


Ja. Sa(h)rabande, geile Suite von Bach
Lass sie ganz durch dich fallen,
wie eine Synphonie aus Oh und Ach




Erzeuge durchlichtete Hallen
in diesem Einbruch von Freiheit befallen


Des Knaben Wunderhorn- Schulung zum großen Gesang
In deinem Loch ist die Fülle die sommers Leerheit,
winters Stille ist


Bachsuiteentgleisung in D-Moll
Viel Spiel, viel gemeinsam, viel Sol
Wenn du das bebende Bündel bist bin ich der Führer
Verführter Lyriker
Liebanese, Assyrer, gefickter Feuerschürer

Danimed, an einem Tag im blauen Mond September

Berufssuche

Sich schleifen und finden lassen
den Bruch des Gewordenseins
vergegenständlichend

-Rohstoff und Rohdiamant-

Reifung statt Verrohung
besinnen statt berechnen
gerecht werden statt reich

vertrauen statt ängstigen
ermutigen statt drohen
Duldsamkeit statt Leidenschaft
Verantwortung statt Freiheit

Nicht wissen sondern tun,
nicht tun sondern lassen,
nicht sondern, sondern
sondieren

Verbindung von Erkenntnis und Lösung
auf eine Perspektive hin...
Verscherzen statt Bekümmerung
verwischen statt übersteigen

Nicht besonders sein, nicht Besonderes erschaffen,
nicht erziehen sondern anziehen, nicht entgrenzen, sondern Grenzen halten lernen.

Aufrecht und gelassen, sich dem Umfeld nährend, das Innere entwickelnd Vorbild geben, folgend dem höheren Gesetz.

Rohstoff und Rohdiamant unter Druck, unter Menschen, der Herkunft und des Glaubens unverletzt im großen Mitgefühl aufs Berufssuche im Hier und Jetzt.

(Farounfirewater 2014, letzte Zeile hinzugefügt,17,06.10.19)