Mitten im Sturm II

Mit Hiob Gott ins Auge sehen

Im Rahmen einer Eventwoche im Gotteshaus Mosaik in der Ulmer Thränstraße 15/1 traf der Prediger auf ein volles Haus.Bei der Predigt am letzten Abend hatte Matthias Brandtner deutlich gemacht, dass Gott mitten im Sturm sei und der Sturm in Gott seine Macht verliere. Heute schaute er anhand der Geschichte des Namensgeber der Unglücksbotschaften schlechthin, wie ein Leben als Vollkatastrophe am Ende den größten Segen bringen kann. Hiob war ein reicher angesehener Mann gewesen und der Teufel hat ihm in seiner Prüfung alles genommen: Kinder, Rinder Haus.Viele interessante andere Beispiele hatte Brandtner aber dafür, dass die Beschäftigung mit dem Leid zu einer Entdeckung Gottes führen kann. So etwa der österreichische Psychologe Viktor Frankl, der alle seine Angehörigen verloren hatte und insgesamt vier KZ´s überlebt habe. In seinem Buch „Trotzdem ja zum Leben sagen“ entwickelt er im Fragen nach dem Sinn all der Gräueltaten erste Bausteine seiner Logotherapie. Die Logotherapie, die helfende Frage nach dem Sinn ist heute ein psychologisches Verfahren, welches tausenden Menschen hilft. Leid mache für das Leiden und die Schmerzen im Leben sensibel. So habe Nelson Mandela auch nach 27 Jahren Haft aus Leiderfahrungen heraus die Größe besessen seine erste Rede im Parlament über Versöhnung zu halten. Wie die Psalmen, verleihe Hiob seinem Leid Worte, er komme zu Gott. Von einem nur religiösen Menschen, so Brandtners Interpretation, reife Hiob nach und nach zu einer Liebesbeziehung zu Gott. Aber was tut der Normalsterbliche wenn der Sturm einen packt? Leid kann niederdrücken, entmutigen, er habe demletzt eine austherapierte Leukämiepatientin besucht, ganz schwach, das sei gruselig gewesen.Oder Leute die Schmerzen haben und es hälfe kein Medikament mehr zu Linderung. Leid könne einen in die Knie zwingen, kann zwingen uns zu zeigen wie wir wirklich sind.

Der Sturm fegt das Vergängliche weg

Ohne die Fassaden der Stärke. Auch Christen hätten keinen Vertrag mit Gott gegen Leid, keine Versicherung gegen den Schmerz.Wir seien dann im Klassenzimmer des Leides und hätten seine Lektion zu lernen. Stürme brächten unser „Ich kann das allein“ , unser Ego, zum wanken. Früher, so Brandtner, sei er in einer Gemeinde mit dem Glaubenssatz: „Wenn du alles richtig machst, dann segnet dich Gott“ gewesen.

Als seine Frau dann Lähmungserscheinungen bekam, obwohl er alles richtig gemacht zu haben glaubte, kam er in eine Glaubenskrise. Er spürte wie sich der Kern der Beziehung zeigte, jetzt wo seine Frau nicht mehr stark und frisch war. Das Versprechen in Guten wie in Schlechten tagen zusammen zu halten. Verträge, Gesetze und Schubladen prägten so viele Ehen in Deutschland. Dabei, und das habe er in dieser Krise gelernt, funktioniere jede Beziehung zu Gott auf Liebe, Annahme und Hingabe. In Deutschland sei das Leistungsdenken einfach zu stark. Beziehung heiße einfach „Ich geb dir mein Herz und du gibst mir dein Herz.Auch Hiob, so Brantner, hatte permanent Angst, er war nur religiös und nicht in Liebe. Das Leid habe ihm aber die Augen geöffnet. Der Besitz, die Verwandten waren weg. Er war enttäuscht, die Täuschung war weg, er konnte den wahren Kern wieder sehen. Gott kam zu ihm im Sturm, sagte entdecke mich, nicht meine schöne Verpackung.

In Kapitel 42,5 des Buches Hiob kann Hiob dann zu Gott sagen:“Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“Zur Verdeutlichung der Haltung, die man laut Brandtner haben muss um von Gott gerettet werden zu können, nur einer der vielen kaum zu glaubenden Geschichten aus des Pastors Repertoire. Eines Mittags sei in Eckernförde an der Ostsee. Ein DLRG-Schwimmer gerufen worden, da ein Mann im Wasser Schwierigkeiten hatte. Der Rettungsschwimmer habe in aller Seelenruhe, seinen Turm verlassen, sei zu Rettungsboot gelaufen, der man wühlte immer noch wild im Wasser. Dann sei er losgefahren, die Leute waren schon ganz nervös wie lange er brauche. Habe denn man mit dem Boot umkreist, bis er ihn schließlich aus dem Wasser zog um an Land seinen Körper auszupumpen. Die Leute waren außer sich. Eine Frau sagte: „Der Mann ist beinahe ertrunken.“ Ja, sagte er cool. Und sie hätten auch schneller sein können: „Nein“, sagte er, ebenso gelassen.“Einen Mann der noch mit der ganzen eigenen Kraft kämpft kann man nicht retten.“ Darauf habe Brandtner viel gelernt. Zum Schluss sagte er: „Das ist ein freies Land, sie dürfen gern mit ihrem persönlichen Leid nach Hause gehen, sie dürfen aber auch gerne Gott einen Rettungsring hinwerfen, indem sie jetzt für sich beten lassen.“

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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