Gleis 44: Veranstaltungszug 2019 geht aufs Gleis

 

 





Während die Jungs und Mädels vom Gleis 44 den Januar weitgehend für eine Auswertung des äußerst bewegten ersten Sommers in dem großstädtischen Jugendzentrum nutzten,geht der Veranstaltungszug der Location im September wieder mit Volldampf aufs Gleis.
Das Gründungsmitglied Samuel erzähle mir die Positiv- und Negativerfahrungen die im
Medium des kreativen Chaos die ersten Monate des Gleis 44 geprägt haben. Darauf basierten,
so meint Samuel, die Verfeinerungen alter Veranstaltungsreihen und das Weglassen alter Schienen.
Doch zunächst die Entstehungsgeschichte des Ortes im Ulmer Dichterviertel.Am Anfang stand die Nachricht, dass die Stadt Ulm ein altes Gebäude der deutschen Bahn, statt eines anstehenden Abrisses als Jugendzentrum ausgeschrieben hatte, allerdings ohne Bezuschussung. Drei Jungs von der Waldorfschule Illerblick am Ulmer Kuhberg schauten sich die Location an, verliebten sich und bewarben sich. „Ganz verzückt und überwältigt“ seien die Jungs gewesen, als sie den Zuschlag für 3 Jahre Gestaltung des Gebäudes mit recht umfangreichem Außenbereich bekamen. Schnell
scharte sich um die 3 ein Kreis von 30 Helfern, welche nochmals unterstützt wurden von einem Kreis von 50 sporadischen Helfern. Nun wussten, so schildert Samuel lebhaft, „manche Räume aufgebrochen werden“ um ein Bild von Mäusekot und Spinnweben preiszugeben. Nach der ausgedehnten Grillparty zur Feier des Zuschlags kamen von März 2018 bis September Monate der intensiven Umbauarbeiten auf die Crew zu. Ende Juli zum Schwörmontag flog in Form einer Technoparty in den wildromantischen Räumen eine erste Testsonde aus, deren Ergebnis eine Bombenannahme war.


Aller Anfang war geil



Die Location befindet sich in der Schillerstraße 44 im Ulmer Dichterviertel.Das Gleis 44, so nannte der Kreis hemdsärmeliger Schaffer und genüsslicher Fester den Ort wohl wegen seiner Bahnvergangenheit hatte mit seiner ersten Party bei den Machern fette Motivationsschübe und bei den Besuchern hohe Erwartungen ausgelöst.
Mutig nennt Samuel den Schritt der Stadt, ein Kulturzentrum für junge Leute mit Raum für Hip Hop Battles, Theater, Joga, Upcycling-Cafes und klassische Musik zu gleich zum „Resident“ des vormals städtischen Gebäudes zu küren. Der Organisationstil des einfach machen wenig denken, hatte sich in den vergangenen Monaten als praktisch und hochinspirierend ausgewiesen, meint Samuel.“Einer hat eine Idee und die anderen lernen und haben kleine Abenteuer beim Ausführen dieser“, meint der gemütliche 20-Jährige mit seinem dicken Strickpulli in rötlichen Tönen. Samuel,der beim Gleis 44 für Marketing und Werbung verantwortlich zeichnet, genießt es auch, dass auf dem Gleis ein breiteres Aufgabenspektrum gibt, wie beispielsweise mal die Heizung zu reparieren, wenn die kaputt gegangen ist.
Ärmel hoch krempeln kann er und während im Innenhof, wo ein Biergarten entsteht, eine Statue
mit Anleihen an das Trojanische Pferd entsteht, sieht er sich als Rammbock, der große Acts solange nervt, bis sie ihr Equipment über den zwei Floors der alten Werkstätten im Erdgeschoss des mittlerweile mit einigen Ausstellungen verschönten Gebäudes ausbreiten und damit Publikum anziehen. Die Ausstellung „Wir bauen ein Haus“ beispielsweise wird am Samstag dem 09. Februar mit Sektempfang in dem Räumen des Gleis 44 eröffnet.



Von Klassik über Techno bis zu internationalen Acts


Werbung beim Gleis 44 läuft zur Zeit vor allem über Facebook und Instagramm. Die offizielle Eröffnung am 01.09.war ein Selbstläufer, „gefühlt von der ganzen Stadt gehypet“ platzten Gebäude und Gelände vor Menschen mit guter Laune aus allen Nähten.Hier trat,hernach auch in den Medien sichtbar, das zweite Mal das kreative Chaos, als Raum und Freude, im Medium von Musik, Wahrnehmung und Stoff zu Tage. Bei dem Event sah man das Techno-Fans etwas für Techno-Fans erschaffen hatten, welche in der Interaktion mit den Gästen zu etwas noch größerem explodierte. Das Gleis 44, welches sonst nicht
mit Geldern der Stadt gefördert wird finanziert sich rein durch Getränkeerlöse
und DJ-Kombinate, wie beispielsweise das Kollektiv Schillerstraße tragen mit ihren großen Partys
das Projekt. Oben gibt es Räume für Joga und Upcycling-Cafe´s.Mit dem Minimal von Sceptical und dem Basshouse von Marten Horger hat Samuel zwei internationale Acts für den Februar an Land gezogen auf die man sich definitiv freuen darf.
Eine Erkenntnis Samuels aus der Zeit des wilden ungeplanten Booms:„Kreatives Chaos ist geil aber auf Dauer ziemlich anstrengend.“ Im Januar wurde auf dieser Erkenntnis fußend entschieden, dass es nun einen festen Barkeeper in der neben den beiden Dancefloors und dem Raucherraum vorhandenen Bar geben soll und eine langfristigere Terminplanung. Das ist auch nötig weil viele der ehemals 50 Helfer drumrum wieder ihr eigenes Leben leben. Samuel hingegen hat nach dem er eine Reisephase beendet und ein Studium geschmissen hat eine Sechzigstundenwoche im Gleis. Seine Eltern waren davon zunächst gar nicht begeistert, seit es aber läuft schon eher, studieren will er aber frühestens in 2 1/2 Jahren, falls es keine Nachfolgeprojekt für die 3 Jahre im Gleis mehr gibt.


Was sich 2019 verändert



Eine Negativerfahrung sei der Weihnachtsmarkt gewesen. Alle dachten voll coole Idee ein alternativer Weihnachtsmarkt im Biergarten. Dann habe sich aber gezeigt, dass zu wenig Leute gekommen seien, sie hätten Miese gemacht. Das Wagnis der Reihe „Entgleisungen“ hinter der sich
klassische Konzerte verstecken, habe hingegen großen Anklang gefunden, schildert Samuel. Es gab viele Spenden und das Gleis-Team konnte aus einem deutschlandweiten Netzwerk aus jungen Musikstudenten schöpfen, die Lust hatten in einem Club zu spielen. Gerade laufe eine Anfrage um Fördergelder der Stadt für ein Klavier, von der der Start der Reihe, die im März beginnen soll, noch abhänge. Zu den festen Veranstaltungsreihen:Soul a Gogo, der Name ist vom Inhaber des Plattenladens Sound Circus, biete jeden ersten Samstag im Monat live Soulkonzerte. Am 02.02 beginne die Schiene erstmals mit DJ. Jeden 2. Samstag im Monat gibt es Orienttechno und und mit schwarzen berliner Bässen unterlegten Afro-House von Baghira Drums. Die gefeierte Ulmer Nachwuchsband Roadstring Army wird Donnerstag den 14. den Indieabend beschallen.
Unter den Labeln „Rebell Hifi“ für Reggae und 44 Pointz“ für Hip Hop seien Acts der beiden Genres monatlich gesetzt. Freuen tut sich Samuel kurzfristig auf die Show vom House Topact Marten Horger am Freitag 08.02 ab 22 Uhr und mittel- und langfristig auf die Eröffnung des Biergartens in dem entspannte Musik von DJ´s Tacos, Burritos und Veganes mit einer breiten Palette an Getränken gereicht werden sollen. Die Herren des Trojanischen Pferdes haben sich auch einen alten LKW gekauft, den sie gerade zum Foodtruck ausbauen und mit dem sie gegebenenfalls nach dem Projekt weiterfahren können.Bevor es vielleicht dazu kommt darf man von dem hochmotivierten Team erst mal einige sub- und hochkulturelle Impulse erwarten, welche den Hochgenuss an der Stadt Ulm definitiv verbreitern und vertiefen werden.

Weitere Infos, Bilder, Termine unter:  gleis44.de

 

Am Freitag, 08.02 gibt sich ab 22 Uhr Marten Horger an den Turntables die Ehre
DJ´s beim üben auf dem großen Dancefloor im Gleis 44

 

 

 

 

 

 

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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