Der Stand der Dinge beim ulmer Internet der Dinge

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Die Jahresveranstaltung der Initiative ulm.digital e.V

Lange Schlangen bildeten sich beim Check-in der Jahresveranstaltung 2018 der Initiative ulm.digital e.V vor dem Stadthaus. Wie gewohnt gab es eine Voranmeldung. Löblich auch Kurzentschlossene bekamen noch ein obligatorisches, in der „Mensch-Dymo-Verbindung“ hergestelltes Namensschild.Die initiative.ulm.digital kann sich beider Bürgermeister der Schwesterstädte Ulm und Neu-Ulm als Schirmherren erfreuen. Beide waren auch da und sprachen ein Grußwort. Ebenso der Unternehmensberater Heribert Fritz als Vorsitzender der Initatitive und Professor Michael Weber als Präsident der Universität Ulm und Beisitzer der Initiative. Unter den etwa 270 Gästen im vollbesetzten Saal des Stadthauses, so gab Fritz erfreut bekannt, seien knapp 200 Unternehmer.Ebenso seien Vertreter der Stadtwerke Ulm(SWU), der Volkshochschule Ulm, der scheidende Präsident der Industrie und Handelskammer(IHK) Peter Kulitz und Vertreter fast aller Kreditinstitute in Ulm anwesend.

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Neu-Ulm´s Oberbürgermeister gab sich verhalten bejahend in Sachen KI, und lieferte so gute Fragen, deren Beantwortung noch aussteht

 

Unterschiedliche Grußworte von Ulm und Neu-Ulm

Die ersten und einzigen politisch nachdenklichen Worte über Digitalisierung hörte man von Gerold Noerenberg, dem Bürgermeister Neu-Ulms. Gut getimed: das erste Gateway des LoRa-WAN am Standort Neu-Ulm, des Wide Area Netzwerks für das Internet der Dinge, auf das Ulm setzt, wurde heute laut Noerenberg vom Donaubad zugesagt.Auch vom Donaubad waren Vertreter da. Dann teilte Noerenberg ein Szenario, welches ihm ein Berater eröffnet habe.Sein Handy fragt ihn ob er die Brasilienreise in vier Monaten immer noch anzutreten gedenke?Als er mit Ja antwortet, erinnert ihn sein Handy, dass sein Ausweis abgelaufen sei und fragt ob es den Neubeantragungsprozess mit Hilfe von Künstlicher Intelligent beim Amt anstoßen solle. Dafür brauche er aber ein neues Bild. Das Handy fragt ob gleich ein Bild mit der richtigen biometrischen Proportion gemacht werden solle? Dieser Vorgang habe ihm zu denken gegeben bekennt Noerenberg, denn: „Brauche ich dann noch meine Mitarbeiter in der Verwaltung.“ Werde der Mensch ersetzt oder könne er sich in Zukunft ganz dem Reich der Freiheit widmen? „Wichtig ist mir kritisch zu hinterfragen und die Gesellschaft mitzunehmen, während man die positiven Möglichkeiten des Internet der Dinge mitnimmt“, so endete Noerenberg.

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Eine Million Euro Preisgeld hat Ulm als  digitale Zukunftsstadt im Bundeswettbewerb letzte Woche eingefahren

 

Wohlstandswahrung auf den Schwingen von vernetzten Dingen

Der smarte Moderator Jakob Pietron führte Gunter Czisch hingegen als einen Politiker ein, der mit dem Thema Digitalisierung in den Wahlkampf gegangen sei, Gegenwind bekommen habe und gewonnen habe. Auch heute konnte er Lorbeeren preisen. Ulm sei seit einer Woche ein Gewinner des Bundeswettbewerbs Digitale Stadt und habe somit 1 Million Euro gewonnen. Ulm sei nun eine von vier digitalen Zukunftskommunen und eine von 7 Zukunftsstädten, und darauf sei er besonders stolz, die einzige in Baden-Württemberg. Ehrlich war er auch. „Die Stadt will Steuern einnehmen.“ Trotzdem sei er für Teilhabe auch für Smartphoneferne, die etwa 20 % der Ulmer ausmachen sollen „Ziel ist es die Weichen so zu stellen das 2030 der Wohlstand auch noch so aussieht wie heute.“ Heribert Fritz der Unternehmensberater von der Initiative ulm.digital erklärte er wolle: „(…)digitale Ideen fördern, durch Leuchturmprojekte Talente nicht nur halten, sondern anziehen.“ Auch die Förderung des mittlerweile sehr beliebten Verschwörhauses sei ein Kernpunkt. Hier können Bürger beispielsweise beim Löten von Platinen, oder am 3D-Drucker konkreten Kontakt mit dem Thema Digitalisierung bekommen. Auch dem Programm der Veranstaltung lag eine „Ulmer-Münster“-Platine bei. Man hoffte bei deren Ansicht nur, dass das Verhältnis zwischen großer „KI“ und kleiner Kirche nicht als ernste Macht-Anspielung gemeint ist. In seinem 25. Jubiläumsjahr darf man das Stadthaus, dass damals vielen spinnefeind war, als mutigen Lichtblick der Versöhnung von Tradition und Moderne sehen. Auch Bürgermeister Czisch hat aber bei einer Veranstaltung zu Ulm Digitale Stadt 2030 schon gesagt, dass es keine Alternative zur Digitalisierung gebe, allerdings aber die Möglichkeit sie selber in die Hand zu nehmen, und die müsse man ergreifen.

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Internet of Things(IoT) konkret

Drei Ulmer Unternehmen zeigten nun was IoT für Ulm konkret bedeuten könne.Das die SWU ein Interesse habe innerhalb der Reichweite des Ulmer LoRa-WAN ihre Stromablesungen zu automatisieren, war schon auf den Rängen gestreut werden. Antonija Scheible, Chief Digital Officer der SWU zeigte nun die vermeintliche Notwendigkeit auf, beispielsweise des Services, dass die SWU im Urlaub einen Wasserbruch von LoRa-WAN und entsprechender Sensorikmanaged, ohne den Urlauber dabei zu behelligen. Björn Semjan Geschäftsführer der systemzwo GmbH stellte ein Parkraummanagementsystem vor, dass mit Vernetzung und Senorik(ultraschall und druck) an Ulmer Parkplätzen(70000 angemeldete Fahrzeuge), die angeblichen 30 % des Ulmer Verkehrs an Parkplatzsuchern zur Geschichte machen soll. Gerhard Gruber der Geschäftsführer für Marketing der eXXelent solutions GmbH ist auch bei der Firma citysens mit dabei. Die werben mit dem gleichen Szenario wie Frau Scheible: Der Stadtwerksmitarbeiter muss, wenn er beim Ablesetermin niemand antrifft wieder kommen. Mit LoRa-WAN und anderen Technologien des Internet der Dinge ginge das einfacher. Später stellte sich heraus das die SWU Citysens, als Kooperation mit den Unternehmen der beiden Vortragenden und Cortex media von  Andreas Buchenscheit im September gegründet hat.

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Die abgebildete Platine lag jeder Einladung bei als Angebot sie im Verschwörhuas bestücken zu lassen. Links Andreas Buchenscheit am Ende seiner Zeitreise durch das Intenet der Dinge

Die wissenschaftliche Perspektive:embedded systems

Professor Michael Weber startete mit einer These in sein Referat. „Die profundeste Technologie ist die die sich so in unser Alltagsleben integriert, dass man sie nicht mehr bemerkt.“Dafür gab er zwei Beispiele, die Schrift, die zu Luthers Zeiten noch weithin als Hexerei angesehen wurde. Irgendwann denke man aber nicht mehr darüber nach das die Schrift ein System sei, welches die gesprochene Sprache repräsentiert. Heute sei sie ganz normal als Hintergrundtechnologie. Ebenso der Elektromotor, der habe in den Anfängen noch die Dampfmaschine ersetzt, heute sei er unauffällig in Autos, Rasierapparaten und elektrischen Zahnbürsten verbaut. Man müsse aber sehen, das solche Prozesse schleppend abliefen und die Einbettung beim Elektromotor 150 Jahre gedauert habe. Er erwartete „Die KI-Vernetzung wird allgegenwärtig. Wir sind ja heute schon bereit unsere Daten dem Netzwerk zu geben! Wir werden es nicht aufhalten, genau wie die Schrift und den Elektromotor.“ Zum Schluss gab er den Rat, das Wissen über KI zu teilen, Wissenschaft heiße Wissen teilen.

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Andrea Martin von IBM gewährte Einblicke und Ausblicke für die WATSON benannte KI von IBM

KI kontrolliert KI: Keynote von IBM

Im Laufe des Abends verschob sich die Dauer des offiziellen Teils, so musste Andrea Martin Chief Technologie Officer von IBM Deutschland ein bisschen in ihrem Vortrag anziehen. Es war der 100. Geburtstag des Frauenwahlrechts und daran erinnerte die lockige Badenerin. Sie wolle das KI in hundert Jahren so normal sei wie Frauenwahlrecht heute, betonte sie. KI, das müsse man wissen, sei kein einzelnes System, dass man sich in den Keller stelle. Nein KI sei ein Blumenstrauß aus Technologien die Daten erkennen könnten und Intelligenz entwickelten. KI müsse immer zweckgebunden und eigentumsgebunden eingesetzt werden. Denn die Gesellschaft entscheide welchen KI- Anbieter sie vertraue. Was IBM, deren KI unter WATSON firmiere anbiete sei ein Programm, welches die Entscheidungen von KI nach bestimmten Kriterien zu bewerten vermöge. Für Erkenntnisgewinne in der Welt der Großen Zahlen zum Beispiel in der Gesundheitsbranche könne KI eingesetzt werden. Oder auch damit ein Ingenieur beispielsweise auf einer Bohrinsel, das ganze Wissen seiner Vorgänger als Entscheidungshilfe bereitgestellt bekomme.

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KI in der Pflege, dass wäre wohl soi ein Gebiet wo man die Bürger nochmal befragen könnte ob sie das mehrheitlich wollen

Der Einsatz erfordert politischen Mut

Einsatzmöglichkeiten gebe es aber auch in der Bildung um seinen eigenen Lernstand, besser abschätzen zu können. Auch die Verbesserung der Mensch-Maschine-Interaktion im Bereich der Emotionen seien ein Thema. Für kranke Menschen sei es eine Herausforderung die maschinelle Personalisierung von Empfehlungen zu verbessern.Zum Beispiel Bewegungsvorschläge anhand der Tagesform für Parkinsonpatienten. Das Wort Industrie 4.0 viel den ganzen Abend nicht.Aber auch die Erhöhung der Effizienz im Gebäudemanagement werde mit Programmen der KIbewerkstelligt. Nutzungsspitzen, Reinigungsströme alles könne erfasst werden und durch Historien, könnten die Abläufe ständig verbessert werden.Zum Schluss gab sie noch kurz das Bonbon zukunftsweisender Technologien. Brain-inspired neuromorphic systems schauten sich beim Gehirn neue Dimensionen des Berechnens und interpretierens ab. Quantencomputer hätten die fast unvorstellbare Möglichkeit viele Operationen zugleich zu berechnen, und seien so ungleich schneller als herkömmliche Rechner. Es gebe schon viele Anwendungen, so wie Blutdruck- und Stresssensoren für Feuerwehrmänner. Von Pietron gefragt, warum das unsere Feuerwehr noch nicht habe? Sagte sie es käme immer auf den Mut der Entscheidungsträger an, solche Neuerungen auch einzuführen.

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Am Schluss wurde das ganze Team von Abendgestaltern mit Blumen bedacht

 

Links:

Ulm Zukunftsstadt 2030:

https://www.ulm.de/leben-in-ulm/digitale-stadt/zukunftsstadt

IBM-Projekt:Brain-inspired neuromorphic systems:

http://research.ibm.com/articles/brain-chip.shtml

Grundsätzliches zum LoRa-WAN:

https://www.lora-wan.de/

Unternehmen Heribert Fritz:

http://uno-services.net/

Unternehmer Gerhard Gruber:

https://citysens.de/

https://www.exxcellent.de/

citysens die Kooperation mit den SWU und ihr Zweck:

https://www.swu.de/privatkunden/unternehmen/presse/pressemitteilung/news/citysens-stadtwerke-schliessen-kooperation-mit-ulmer-it-firmen-ab/

https://www.exxcellent.de/

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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