Linkes KleinkunstLab im Cafe d´Art

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Christoph Wernicke als Marlene Dietrich im zweiten Weltkrieg

Soziale Kämpfe, Liebeslieder und Marlene in Neu-Ulm

Um die zehn Leute waren dabei als der linke Bundestagsabgeordnete und Schauspieler Matthias Brandt im ersten Stock  des Neu-Ulmer Cafes kämpferisch über seine Zeit im Aufsichtsrat des Karlsruher Theaters berichtete. Der Menschenrechtsbeauftragte der Partei erzählte auch über die Bedrohung durch die AfD, welche in Karlsruhe versucht habe Stücke die nicht ihrem Kulturverständnis entsprächen abzusetzen. Zur Zeit sei die Gefahr noch nicht gegeben, aber man müsse wachsam sein. Die Schilderungen, des Abgeordneten, dass der AfD-Mann von linken auf dem Korridor des Theaters in die Enge getrieben wurde, damit er spüre, dass er nicht willkommen sei, stießen manchen Zuhörern auf. „Man müsse die Mittel der Demokratie nutzen“, meinte Oxana Arkaeva. Danach spielte Francesco Russo italienische Liebeslieder mit Mundharmonika und Gitarre. Das letzte Lied war über die Freiheit(Liberte e Liberta) und handelt davon wie schön es sei jemanden in der Blumenwiese zu lieben. Oxana,die russische Kulturmanagerin mit Amerikaerfahrung erzählte von einem afghanischen Sänger, der von Ulm aus abgeschoben worden ist, dann passierte ein großer Anschlag in seiner Provinz in Afghanistan. Dann habe er zurück gedurft und Ulmer Künstler hätten ihm einen Vertrag verschafft. Am Wochenende sei er im Rahmen der Friedenswochen in der Friedrichsau aufgetreten.Crista Mayerhofer moderierte charmant und sprachgewandt.

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Francesco Russo an Gitarre und Mundharmonika

Marlene Dietrich erzählt ihr Leben

Der Blickfang war am Beginn des Abends schon das barocke Kostüm eines Transvestiten gewesen.Dieser hatte sich jetzt umgezogen und mit der amerikanischen Uniform war er nun die Dietrich. Erstmal bedankte sich die Dietrich erstaunt über den freundlichen Empfang. Denn sonst höre sie nur „Ami go home“ und Amihur-Rufe wenn sie in Deutschland auftrete. „Was ich trage ist keine deutsche Uniform, nein ich wurde in Amerika hoch dekoriert, weil ich gegen die Nazis gekämpft habe.“ Und dann stimmt der freie Schauspieler Christoph Wernicke „Ich weiß nicht zu wem ich gehöre“ an. Dort singt sie vom sich zu schade sein für einen alleine und der Liebe die stets das neue ist. „Ja, ich könnte bestimmt ein ganzes Telefonbuch mit meinen Affären füllen, treu war ich aber nur zwei Männern meinem eigenen und Jean Gabant. Als Preußin habe sie sich getraut etwas zu sagen. Verliebt hat die blonde Venus sich das erste Mal 1914 in ihre Französischlehrerin, die dann ausreisen musste und Französisch wurde als die Feindsprache erklärt. Schon immer ist die Schöne mit der männlichen Stimme zwischen den Fahnen gestanden. Die Anfrage für die weibliche Hauptrollin einem frühen Buchheim Propagandafilm für die neue U-Bootwaffe(1928), habe sie abgesagt. Das Rolle habe dann eine blondereblauäugigere bekommen.Die wurde dann im Zuge der Nürnberger Rassegesetze weil jüdisch inhaftiert. In Hollywood war sie dann ganz selbstverständlich mit Lesben, Franzosen,Juden und Schwarzen zusammen. Bestechen hat sie sich nicht von den Deutschen, die sie ins Reich zurück holen wollten, und ist in Hollywood gebleiben. Als der Krieg dann begann ging ihr Geliebter Jean Gabin dann nach Frankreich um gegen die Nazis zu kämpfen. Die Dietrich wollte auch an die Front. Zuerst motivierte sie Soldaten in Casablanca, bis sie dann über Oman nach Tanger bis an die Front kam.

Marlene Dietrich war auch im Leid ganz nah an den Menschen

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Christa Mayerhofer interviewt den Künstler zu seinen wichtigsten Werten

Als sie sich mit Jean in Algier traf fand ein verheerender Bombenangriff der Deutschen statt.„Am nächsten Morgen lagen noch Verstorbene und Verwundete in den Gassen, ich habe mit ihnen gesungen und gespielt.“ Auch in Monte Casino, als Rom gegen harte Angriffe der Nazis verteidigt wurde und auf 400 Soldaten eine Schwester kam, war sie zehn Wochen. So manchem Sterbenden hielt sie Lilly Marlen singend in den Armen. Rom wurde verteidigt. Dann kam sie zum amerikanischen Nachrichtendienst OSS, bei der Ardennenschlacht, bei der die Nazis nochmal zeigten was sie konnten, hat sie Erfrierungen erlitten.Als auch diese blutige Schlacht gewonnen war, fuhr sie mit dem ersten Panzer nach Berlin um ihre Mutter zu besuchen. Die wollte nur das der Bastard mit dem Bart stirbt.Bald darauf starb sie selber  „Berlin 1920, als ich gegangen bin und Berlin 1945, was für ein Unterschied.“ Für den Krieg, und wenn es der Kalte war, ließ sich die Dietrich danach auch nicht mehr von den Amerikanern einspannen. Sie ging lieber zum Anne-Frank-Haus als es noch niemand kannte. Zum Schluss sang die Dietrich ein mit diesem Hintergrund verändertes „Just a Gigolo“. Zum gemeinsamen Schluss stimmte dann Russo „Bella Ciao“ an, welches mit Textblättern von allen Deutsch mitgesungen werden konnte. Ein schöner Abend.

 

Am 14.09 um 19.00 Uhr findet im Kleinkunstcafe´zum Fröhlichen Nix in Blaubeuren das nächste Linke KleinkunstLab statt. Linkes KleinkunstLab heißt jeder kann mitmachen, es gibt Beiträge, die aber auch als Anregungen zum politischen Gespräch gedacht sind

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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