Vita Classica Therme: Sorge gut für dich

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In der Vita Classica Therme darf man nicht filmen und davor regnete es

Die Therme Bad Krozingen oder wo hin mit dem wilden Pferd

Als ich morgens aus der SUSI rauskommen, fotografiere ich die Plakate von Festivals, Musik ist mir auch wichtig.Jetzt kommt jemand, ich ängstige mich, tu meine Kamera weg. Es ist die Schöne, die ich gestern beim Eisessen, schon so spannend vorkam, sie hat eine Feder hinter das Ohr tätowiert. Komischerweise kommt jetzt auch die Rothaarige vorbei, die vorgestern in der Apotheke vor mir Stand. Als ich Richtung Auto gehe, fährt bei der Unterführung nach dem Puff ein schwarz-roter, männlich geschnittener Transporter mit der Aufschrift „La Strada“ Richtung Frankreich. Als ich in die selbe Richtung losfahren will, fährt ein roter Van mit Aufschrift Haushaltssanierung Richtung Freiburg. Zusätzlich zu dem aufkommenden Regen bin ich etwas irritiert. Ich beschließe weiter bei der Bit by bit Strategie zu bleiben und erst mal mal für gute Bedingungen der Frankreichreise zu sorgen, ich kaufe also neue Scheibenwischer bei ATU. Als ich in Bad Krozingen, der nächsten Station angekommen bin, sehe ich erstens, dass ich noch genug Geld habe und zweitens, dass es hier eine Therme gibt. Ich gehe entgegen meiner sparsamen Gewohnheit zum Bäcker. Hier in im Bäcker tummeln sich ältere Leute, wohl auf Reha oder Kur und Handwerker.Als die ältere Frau am Nebentisch von Urlaub auf Teneriffa anfängt horche ich auf.“Die Leute sehen nicht wie gut deine Ohren sind“,denke ich meinen neuesten Leitsatz.“Urlaub auf Teneriffa ist so billig, in einer Gegend mit der man nichts zu tun hat, am Strand, wo man der Prägung nach gar nicht zu Hause ist. Interessiert ob Menschen die so denken auch etwas mit der AFD anfangen können, frage ich sie was sie von Björn Höcke hält. Mit der AFD könne sie gar nichts anfangen. Höcke sei für sie der neue Goebbels.Sie fragt mich wo ich herkomme? Ich sage von der Vauban. Sie meint die Vauban sei eine Exklave der Bevormundung durch deren Ältesten, die sich dazu berufen fühlten. Schöne andere Perspektive auf mein bisher sehr verklärt positives Vauban-Bild. Bei soviel Kontakt zu den Menschen hier, verlangt es mich nach der Bild-Zeitung, die ich nach etwas Warten zu fassen bekomme. Sie Titelt: goldener Aufschwung. Nur die Sparbuchsparer und der Niedriglohnsektor hätten nichts davon. Da ich zum Niedriglohnsektor gehöre, nehme ich das als weiteres Gegenargument ganz nach Südfrankreich zu fahren.“Erst wäge, dann wage“ „Das ist eine Schule des Schreibens“ rezitiere ich, wann sollte ich die ganzen Begebenheiten bis heute plus die 7 Tage Joga und Selbstbewusstwerdungsworkshop aufschreiben. Nur so durch Frankreich durchzufahren um nach Mont Segur zukommen, wäre gegen meine Überzeugung der Achtsamkeit gewesen. Und wenn ich heute in die Therme gehen würde, dauerte das bin Elf und danach hätte ich nicht mehr die Kraft bis Delle, wo vielleicht der nächste Campingplatz wäre zu fahren. Ich dachte erst einmal, sorge gut für dich in der Therme und dann penn erst mal bei Silvio in Mengen, dann kannst du immer noch los nach Frankreich.

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Tittisee Badeparadies Schwarzwald

Geh zu den Franzosen

Mein Kleingeld und mein Retourgeld vom Bäcker reichen um die 25 Euro Eintritt für Therme und Saunenlandschaft zu berappen. Sophie, die Bedienung an der Kasse ist aus Paris und weiß, in Frankreich gibt es keine öffentlichen Thermen, da sei alles privat, deshalb sei die Therme in Bad Krozingen auch von Franzosen gut besucht und die letzte Gelegenheit für eine Therme vor Frankreich.Es regnet, nach dem ich zwei Bahnen im Innenbecken geschwommen bin, spüre ich jetzt draußen den Regen auf der Haut.Das kühle Tröpfeln des Regens ist mir im Medium des warmen Wassers, das rechte Maß an Information. Draußen stehen die Scharen gelb-weißer Liegestühle, die im Regen verwaisen.“Wasser verfließt, Steine bleiben“, denke ich im Anblick der urigen Steine von denen wildes warmes, die Leiber massierendes Wasser verschwenderisch hernieder prasselt.In Augenblicken der Überfülle, kommt mir zur Zeit immer das Gedicht, welches ich für das Tanztheater „Geht nicht gibt’s nicht“ beisteure. Es beginnt so: „Ach ja, jetzt weiß ich wieder was ich vermisst habe, es war der Augenblick, der die Augenbinde nimmt, das Sprungbrett, das Springen, der Springer die Kraft, das große Hinein und Darinnen…“ Wie schön ist dieses freie Spiel mit Wasser, Sprache, Körper und dem Mit-Sein anderer.Ich spreche es unter Wasser und merke das Prätention viel zu viel Luft braucht, dann lasse ich meinen Körper ganz durch die Strömungen leiten. Ich treibe, strecke mich tauche. Dann kommt mir erst der Gedanke, dass man so eine Arena der Aus-und Eindrucksformen ja nicht für mich allein gebaut haben wird und ob ich wieder im Sinne des gestrigen Gesprächs überschieße oder zu zuvorkommend bin.Ich beschließe einfach gut für mich zu sorgen, ohne andere provokant auf ihre falschen Begrenzungen aufmerksam zu machen. Irgendetwas starkes sagt mir geht zu den Franzosen. Auf der Liege, deren Position, ich, ich kann und will nicht anders, nach dem Kriterium der sexuellen Attraktion ausgesucht habe, liegt eine Lesende. Jetzt wird es dann bald Zeit für das vernünftige Pferd und den Wagenlenker. Zunächst verhake ich mich in den verlockenden Anblick zweier sich gegenseitig aufdehnender Füße der Lesenden.Dann zeigt sich das sie mit einem Mann da ist, den ich fairer Weise als ihren Partner auffassen muss. Mein wildes Pferd ist aber noch immer auf den Hinterbeinen, ein junges Mädchen zwei Liegen weiter, hat sich gerade weggedreht. Für einen Unhold wäre jetzt der rechte Zeitpunkt das wehrlose Wesen zu bespannen. Das würde aber ihre Integrität verletzen und wenn ich eines beim Journalismus gelernt habe, dann, das die Wahrung der Integrität, des anderen, die er selbst wählen darf das oberste Gebot ist. Ich habe jetzt ein Bedürfnis. Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst steht im „Sahnehäubchen“, der Cafeteria hier in der Vita Classica Terme.

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Ein Brunnen in Engen im Hegau

Scharfe Zügel im Brodelofen des Pools

Der Eros, wie auch die Politik bedürfen mehr als vieles Andere des Wagenlenkers und des vernünftigen, muthaften Pferdes welches mit dem wilden Es in Verhandlungen zu treten vermag.Ich beschließe erstmal süß und schokoladig zu Essen. Mir ist gesagt worden selbst Mitgebrachtes zu konsumieren sei kein Problem. Ich genieße es sehr und niemand sagt etwas.Dann begegne ich Ulf, der nach der Sauna draußen im Regen liegt, er ist aus Schleswig Holstein, wohnt aber in Gaggenau in Nordbaden.Ich interviewe ihn zu seinen Erfahrungen mit Franzosen. „Die in Gaggenau nehmen gerne.“ Die im Elsaß sprächen ungern Englisch und rümpften die Nase wenn ein Deutscher kein Französisch spräche. Genau davor habe ich Angst ohne Sprache mein Lieblingswerkzeug und die notwendige materielle Gebefreude in Frankreich festzusitzen. Die anderen potentiellen Gesprächspartner darunter auch ein französisches Ehepaar von dessen weiblichem Part ich mich angezogen fühle müssen stets vorher zum nächsten Aufguss, wenn ich meinen Stift zücke.Die Franzosen hier scheinen aber aufgeschlossen zu sein und können Deutsch.Einmal nach der Sauna bleibt sie Frau noch länger sitzen, wir schauen uns etwas verlegen, aber eben auch erregt an, ich denke an die Bibel und an ihren Mann. Dann geht sie glücklicherweise. Wie sagt Jesus einmal sinngemäß, wenn eurer Auge oder eure rechte Hand zum Ärgernis für andere wird, reißt sie euch aus. Abends genieße ich nochmals den 30 Grad heißen Pool und ganz im Spiel aufgegangen, taxiert mich eine blonde Frau. Ich freue mich über das Angebot zum Spiel, das wie die Engländer dem Vorurteil nach sind, diskret aber intensiv ist. Ich strecke mich, erweitere die Kampfzone, freue mich der verschwommenen Unterwasseransichten. Inzwischen sind noch drei Franzosen dazugekommen, die intim miteinander sind. Die beiden großen und rassigen Frauen bilden nun einen weiteren Magnet in dem Brodelofen der Brünstigkeit. Meist ist es wichtig den Mann milde zu stimmen um die eigenen Avancen nicht zum Angriffsgrund für den Mann werden zu lassen. Es scheint alles glatt zu laufen. Doch als die drei den Pool verlassen, fehlt mir der Mut ihnen nach zu gehen. Und ich verweile in dem angenehmen Zustand, der nichts vermisst und die eigene Ladung in kleinen Pfeilen verströmen kann. „Solang du nach dem Glücke strebst, bist du nicht reif zu glücklich sein, und wäre alles Liebste dein, kommt mir da von Hesse. Abends eine halbe Stunde vor Schließung ist die Blonde noch immer im Pool, sie spricht mit einem anderen Engländer. Diskretion, denke ich, ach ja die Engländer, die sind mir noch ferner als die Franzosen und doch manchmal so unverschämt nahe.Nach der Schließung um Elf hat kein Campingplatz mehr offen. Mir war aber schon Mittags Silvio eingefallen zu dem will ich fahren um neben seinem Wohnwagen mein Zelt aufzuschlagen, im Modus der Selbstsorge.

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Am nächsten Morgen rief mich wieder der Berg und die erste  Station am Blauen in Badenweiler war bei einem internationalen Damentennisturnier
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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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