By the way berichtet: B 311-Reporte

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Am ersten freiburger Morgen verwies der Hirtem bei Grabmale Vatter in Littenweiler weiter: nur wo hin?

Der Jugend begegnen: von Riedlingen bis Messkirch

Meine Reise zu den Troubadouren begann im Frühling mit einem tanzenden weißen Schmetterling nach einem harten Winter auf der Schwäbischen Alb. Meine Reise auf der B 311 Richtung Freiburg wurde angefeuert von einer hart errungenen Entscheidung gegen einen Zeitungsausträgerjob, welcher das zeitliche Territorium meiner Berichterstattungskapazitäten durch seinen Beginn um vier Uhr morgens von Montag bis Samstag extrem eingeengt hätte. Weiter ging es mit der Erringung einer Zeitzone der Befreiung von der Besitzerin meines Autos, meiner Mutter, und der darauffolgenden Legitimation von zwei Wochen Freizeit seitens meines „Inhabers“ Jobcenter.Ohne von den Realitäten flüchten zu wollen, schaute ich meinem halb-nomadischen Wesen ins Auge. In Justingen ließ ich mich von dem Schild Informationszentrum Biosphärengebiet ziehen um alle Kraft in die Zukunft des Berichterstatters zu investieren, der zur Zeit alltäglich an die Reichweite der Schwäbischen Alb gebunden ist. Auch dieses Territorium hatte zu meiner hohen Gestimmtheit mit dem letzten Brief den ich in der Heimat empfing eine Deterritorialisierungslinie bekommen. Ich hatte eine Einladung aus Ulm zu einer beruflichen Reha Mitte September

Von Ehingen bis Riedlingen

In Ehingen begann nach der Erkundung der, den Reisefluss stauenden, Sehnsuchtsorte Hütten und Teuringshofen die eigentliche Reise auf der B 311. Ich dachte an Ulm:Stadtluft macht frei. Wie hat mir ein naher Freund einmal in einem Gespräch über den Sinn der Demokratie zitiert: „Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit und das Geheimnis der Freiheit ist der Mut“, Perikles Mitbegründer der antiken athenischen Demokratie. Beim dem Wetter von Mitte August wäre ich hier wohl zusammen mit meinem alten Reiseatlas sowie Handtuch und Badehose zu dem tollen Badesee in Rottenacker gefahren um, wie man so schon sagt, etwas Vergangenheit auszuatmen, etwas Gegenwart zu inhalieren um so genügend Luft für das Begegnende, die Gegend zu haben.Das schlechte Wetter, welches mich gestern beim Halt an der Urspringschule abends, meine Müdigkeit gewahrend, nochmals heimfahren lies, machte mich nun an dem Seensuchtsort vorbeifahren.

Bei meiner ersten bewussten Fahrt auf der 311, ohne Sozius oder Fahrer, war ich schon einmal im Kloster Obermarchtal,  gelegen an einer Ausfahrt der verheißungsvollen Bundesstraße gelandet. Deshalb sah ich davon ab wieder hinzugehen. Vielmehr kitzelte es mich jetzt beim braun-weißen Schild Schloss-Mochental. Diesen Exkursionen in das Barockschloss umgeben von Kühen und befüllt mit Gegenwartskunst und auch die darauffolgenden Begegnung mit Thomas, dem lokalen Künstler aus Transylvanien, gebührt jeweils ein eigener Beitrag.

Riedlingen: Melanie(15) und Roxana(17) im Interview

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So saßen die beiden Nachbarinnen da und schauten den Autos  auf der B 311 nach, so haben wir uns getroffen

Riedlingen ist mir bei meiner Durchfahrt auf begradigter Straße immer als ein angemessener Ort vorgekommen um einfach mal, ohne links und rechts zu sehen, durchzufahren. Ein Mc Donalds, ein Edeka, links ein Backshop, aber da rechts sitzen zwei junge Mädchen und schauen vor einem alten schönen Haus den Autos beim Fahren zu. Ich drehe und nach einem kurzen Zögern ob Man die einfach ansprechen kann, besinne mich mich dann aber auf die Tugenden der Demokratie. Riedlingen ist das eine, Riedlinger das andere.Während  ich beim Kontaktmachen Fragen überlegene, stellt sich Melanie vor. Sie ist 15 Jahre alt, hat schwarze Haare und kommt aus Riedlingen. Ihre Freundin Roxana  ist halb spanisch und halb rumänisch und spricht, vor einem Jahr eingewandert, noch nicht gut deutsch. Auf die Frage ob sie einen schönen Sommer gehabt habe, antwortet Melanie mit ja.Roxana will ehrlich sein. „Deutschland ist das schlechteste Land der Welt, ich bin mit meinen Eltern gegen meinen Willen hergekommen.“ Aber habt ihr nicht gute Zeiten beim Grillen und Chillen gehabt, entgegne ich. Roxana meint: Grillen? Wenn ich ein Schnitzel will gehe ich ins Steakhouse.Dann meint die blonde Spanierin mit dem Piercing im Zahnfleisch über den Schneidezähnen. „Diese Generation ist kaputt, was soll ich machen. Dann lenke ich das Gespräch auf den Berufswunsch. Roxana will Buchhalterin werden. Wenn sie dabei aber zu viel lesen müsse, wolle sie Model werden. Melanie hingegen ist sich ziemlich sicher Altenpflegerin werden zu wollen, sie liebe es Alte Menschen zu betreuen und ihnen zu helfen. Dann frage ich die beiden ob sie in Zukunft hier in Riedlingen bleiben wollen.Melanie will hier die Ausbildung machen und dann auch bleiben. Roxana will wenn die 18 ist zu ihrem Freund nach Memmingen ziehen.Melanie hatte auch einen Freund, dem ist aber ohne Führerschein der Weg zu ihr nach Riedlingen zu weit. Bei der Frage wie viel Stunden die beiden pro Tag im Internet seien antworten beide mit oft. Melanie sei fasst immer im Internet, weil es bei ihr ohne Musik nicht gehe. Roxana ist 5-6 Stunden im Internet und chattet viel mit ihrem Freund. Was die Musik betrifft höre Melanie Deutschen Rap, wie übrigens fast alle Riedlinger, Kapital Bra, UFO 361 und SXTN die zwei rappenden Mädels aus Berlin. Sie sei aber mit Rammstein, was ihr Vater höre aufgewachsen, was ihr noch immer gut gefalle.Roxana hört spanische Musik beipielsweise Natos y Waor. Wir verabschieden uns. Als ich auf die andere Seite zum illegal beim Bäcker geparkten Auto kommen will, merke ich welche massiven Ausmaße an zielgerichteten Blechströmen mich von der anderen, begegnenden, Seite trennen.

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links Melanie(15) aus Riedlingen, rechts Roxana(17) aus Riedlingen

Vorbei an den Hängenden Gärten von Neufra,über Mengen und Krauchenwies gelange ich nach Messkirch, dass ich demletzt noch gegoogled hatte. Denn das mittelalterliche Dorf, von dem mir meine Psychologin erzählt hatte, welches mit Originalplänen und Werkzeugen in Oberschwaben aufgebaut wird, entsteht hier in Messkirch beim Campus Galli. Angesichts des Ankommenwollens in Freiburg und der fortgeschrittenen Zeit orientiere ich mich aber Richtung Altstadt, dort erspähe ich, nach einem kurzen Dip in in den Gottesdienst in der katholischen Martinskirche, meine zwei designierten nächsten Interviewpartner am Eingang des bereits geschlossenen Schlosses.

Messkirch: Alex(19) und Gioseppe(16) und Lucifer Morningstar(16)

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Lucifer morningstar(16) aus Messkirch

Es ist Freitagabend. Erst gehe ich an den beiden Jungs vorbei, da sie mit Kartenspielen und gleichzeitig ein Video anschauen beschäftigt sind. Dann aber nutze ich den Break nach dem Kartenspiel und stelle mich vor.Alex ist etwas angetrunken. Er meint auf meine Frage wie der Sommer war: „Der Sommer war scheiße, hier ist nicht viel los.“ Giuseppe, mit seinen großen wachen Augen, meint der Sommer sei ganz ok gewesen. Alex unterbricht: „Es kommt mir behindert vor wie sie fragen.“ Ich versuche mit dem Satz, dass alle Menschen relativ zu ihren Herausforderungen behindert seien, zu beschwichtigen. Gioseppe will etwas mit Elektroniker werden, weil er viel Geld verdienen will. Alex will Maschinen und Anlagenführer werden, weil das eine angenehme Arbeit sei. Welche Musik hört Giuseppe, wie Melanie in Riedlingen auch Capital Bra. Alex antwortet erst auf die Frage wie viel er im Internet sei wieder.“3-4-5 Stunden.“ Giuseppe erklärt die viele Zeit im Internet: „Die meisten jungen Leute hier interessieren sich nicht für Kultur und Geschichte, es gibt keinen Bahnhof, kein Schwimmbad, auch keine vernünftige Jugendarbeit. Auf den Stufen zum Schloss begegnet mir ein 16-jähriger, den ich wegen seiner postiven Ausstrahlung anspreche. Er sei ein hoffnungsloser Fall gewesen, jetzt mache er aber Bewusstseinserweiterung durch Meditation. Er will auch interviewt werden, wenn ich ihn lucifer morningstar nenne. Sein Sommer sei normal gewesen, sei nicht im Urlaub gewesen und in Messkirch gehe nicht viel. Er geht auf die zweijährige Berufsschule, wo er seinen Realschulabschluss macht. Auch er will im Beruf viel Geld verdienen, aber auch etwas mit Menschen machen: IT-Kuafmann sei sein Berufsfavorit. Im Internet sei er fünf Stunden am Tag. Musik höre er breitgefächert House, Alternativ Rock zum Beispiel Barnes Courtney. Er wolle weg von Messkirch. Neue Leute. Neue Gegend. Hier sähen die Leute nur so wie er früher war. Ego-Ego. Nicht so wie er wirklich ist. Es ist schon nach 20 Uhr, wenn ich noch munter in Freiburg ankommen will. Öffne ich mir jetzt einen Energydrink und ziehe meine Fühler wieder ein um in der Dämmerung den Soundtrack von das Boot anzuhören. Vorbei am reizvollen Sigmaringen, der Durchfahrtstadt Tutllingen und Immendingen und den dunkeln Schluchten, den Serpentinen von der Höhe hinab in den Schwarzwald bis nach Freiburg mit Marika Röck´s , “Ich brauche keine Millionen” im Ohr. Wohin würde mich meine Reise von Freiburg aus mich führen? Auf den Parkplätzen vor Freiburg zeigte sich das schlafende Europa. LKW´s aus D,P,Esp,Ct, Ro,Cz, Sk, A,Fr.

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Am nächsten Tag in Straßburg am Abend zeigte sich eine europäische Stadt, hier vor dem berühmten Münster der lieben Frau

 

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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