Spieltrieb?

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Wie sehe ich mit Mami´s Ohren? Wie Mami mit meinen Augen?

Das Kindermuseum Neu-Ulm bietet auf zwei Stockwerken Begegnung mit Ohr und Auge

Nach dem das Museum Neu-Ulm bis zum Februar 2018 umgebaut wurde, verspricht es jetzt bei jedem Wetter eine wohltemperierte Museumserkundung. Seit Ende Februar hat auch die neue Ausstellung Hör mal wer da guckt, eine Mitmachausstellung zum Hören, Sehen und Staunen ihre Pforten geöffnet. Das Kindermuseum, das seit seiner Eröffnung 2009 Ausstellungen in Kooperation mit anderen Museen macht, ist dieses Jahr eine Kooperation mit dem Kindermuseum ZOOM in Wien eingegangen. Wien hat die naturwissenschaftlichen Aspekte von Ohr und Auge in Stationen dargestellt. Die Mitarbeiter des Kindermuseums Neu-Ulm haben den Aspekt der Emotionen, die mit den zwei Sinnen verbunden sind abgedeckt. Das gerade die Stationen welche Neu-Ulm beigesteuert hat, den eigentlichen Charme, aber auch den pädagogischen Wert der Ausstellung besonders vergrößern wird in der folgenden Museumserkundung deutlich werden.An einem Dienstag Mittag in den Schulferien ist die Ausstellung gut besucht. Konfrontiert mit einem begehbar großen aufgerollten Schlauch mit einem roten Buzzer neben dem Schlauchende fühlt man sich auch nach dem Betätigen des Buzzernirgendwie doof. Gut das es da ein Erklärschild gibt. Da steht der Schall bewege sich mit einer Geschwindigkeit von 343 Meter durch die Luft; oder auch durch ein Rohr? Erst als ich die nette Dame im roten T-Shirt frage und ich die anderen Kinder, mit Aha-Erlebnis-Gesicht etwa eine Sekunde nach dem Buzzern sehe ,wird es mir klar. Der Schlauch ist 343 Meter lang ungefähr so lang wie der Schlauch auf dem ich gestanden habe, bevor mir die freundliche Dame, sie heißt Kristin da runter geholfen hat. Das war also die erste von 12 Stationen auf diesem Stockwerk, die sich noch etwas nach Schikane angefühlt hat. Die Ausstellung ist ja empfohlen für Kinder von 5-12 und möglicherweise zu einfach für komplizierte Geisteswissenschaftlerhirne.

Neben fachlichen Aspekten schulen die Stationen auch emotionale Intelligenz

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Gefühlsdetektive ist eine vom Kindermuseum Neu-Ulm selbst erstellte Station und schult sowohl Kognition wie Mitgefühl

 

Die zweite Station sieht ganz einfach aus, allerdings muss man hier zu zweit sein. Da der Eintritt für Kinder bis 17 Jahre frei ist und Erwachsene allein und Erwachsene mit drei Kindern beide 5 Euro zahlen, dürfte dieses Problem nicht sehr wahrscheinlich auftreten.Ich nehme Zuflucht zu Kristin, die sich bereitwillig zu einem Gesichts-Mix hergibt. Spiegel und Schlitze, die sich abwechseln führen zu der witzigen Situation, dass man auf einmal die Nase des Gegenübers hat und der nicht auszudenken, ob das wohl eine Verbesserung ist? Wie die Station vorher wo eine gerade Linie durch verschieden geformte mit Wasser gefüllte Gläser gebogen wird, sieht man hier, Licht besteht aus Wellen, und Objekte können seine Richtung ändern, was uns wechselweise komisch oder ästhetisch vorkommt. Just in diesem emotionalen Moment kommt die Ausstellungsleiterin Birgit Höppl und steckt mir, dass ihr die Ausstellung vom ZOOM in Wien zu naturwissenschaftlich war. Deshalb habe sie die Station „Hör mal wer da fühlt“ in Auftrag gegeben, ebenso den Weltempfänger, die Gefühlsdetektive, und im dritten Stock das Geräusche-Kino und die Klangwerkstatt. Ohr und Auge seien eben auch mit Emotionen verbunden und so könne das Kind bei der Station „Hör mal wer da fühlt“per Knopfdruck 15 verschiedene Familien, welche mit bestimmten Emotionen verbunden seien, anrufen. Da höre man dann einen traurige Mann, nach dem Anruf bei Dennis Depri, danach müsse man unten die richtige Emotion angeben.

Gefühlsdetektive?

Nach weiter geht es bei den „Gefühlsdetektiven“ hier muss man aus einer Wolke von glücklichen Kindern, die wenigen traurigen raus finden. Danach gibt einem der Bildschirm zwei Möglichkeiten, die eine ist ihnen zu helfen, die andere ist sie zu hänseln. Ein lachendes Gesicht erntet wer sich in das Kind einzufühlen vermochte, ohne es wegen seiner unbequemen Emotion abzulehnen. Beide Stationen werden gut angenommen. Witzig ist auch der Weltempfänger wo man Internet-Radios aus zehn verschiedenen Ländern anhören kann. Emotionen seien nicht an kognitives Verständnis gebunden, meint die Pädagogin. Sprachen, auch wenn man sie nicht verstehe, transportierten eine gewisse Gestimmtheit. Gesagt, probiert. Chinesisch: Hörte sich eher hart und distanziert an. Spanisch hingegen offen und attraktiv. Bei der Kamera Obscura zeigte sich das ausgewogene Verhältnis zwischen Sprache, Bildern und Versuchsanordnungen. Dem Auge auf der Spur so ich hier wieder das Bild wo ein Turm durch ein kleines Loch in eine Kammer mit Spiegel gespiegelt wird und auf einmal in dem Spiegel Kopf steht. Kamera Obscura heiße dunkler Raum, das Prinzip sei zuerst in der Lochkamera eingesetzt worden. Dadurch erhalte ich zumindest eine Idee von dem Zusammenhang und durch die Plastikfernrohre erspäht wird aus den unleserlichenBuchstaben, ein Esel. Das macht mich glücklich, weitestgehend dumm zwar aber glücklich.Wenn man etwas körperlich erfährt und der Freund hat es verstanden, dann weckt das einen gewissen Ehrgeiz. Auch wenn ich nicht verstanden hatte warum ein Fischauge, oder ein Brillenglas diesen oder jenen Effekt auf das Bild haben, so hatte ich es zumindest erfahren und kann jetzt auch dieser Basis meinen Brillenschleifer fragen, oder meinen Photohändler. Sehr beliebt war auch die Schreikabine, wo man so laut man konnte schreien durfte, sofern man sie Schallschutztür zugemacht hatte. 111, 4 Dezibel, Elfkommavier Dezibel lauter wie ein Wau-Wau, dass ist doch ein Zwischenerfolg. Auch Kristina meint sozusagen als pädagogischen Abschluss der 2. Stocks:„Bei Gefühlsstationen nehmen die Kinder am meisten mit.“ Adieu liebe Kristina, willkommen lieber 3. Stock!

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Anschaulich, interaktiv und kreativ, das Modell des Ohres vom Kindermuseum ZOOM in Wien

Der 3.Stock Vom Klanganleiter zum Klangwerker

Miloš Tomić war unter anderem im Filmeraum zu sehen, wie er allen möglichen und unmöglichen Alltagsgegenständen Töne entlockte. Er war mit seiner Konventionen durchtönenden Kreativität Klanganleiter für diesen Stock. Bevor man dazu kam wie das Hören eigentlich funktioniert konnte man durch das Trichterophon mit einem Gramphontrichter als Hörteil, und einem Plastikrohr als Sprechanlage, erfahren das es funktioniert. Und zwar durch den ganzen großen Raum des 3. Stockes. Wenn man wie ich falsch verbunden war, half aber alle Geräuschqualität nichts, man musste an Mami abgeben. Als der Spaß vorbei war, fand man sich vor dem Riesenohr, an dem alle Teile des Ohren vom Trommelfell bis zum Gehirn auf ansprechende Weise dargestellt waren.

Ein Bonuspunkt für Liebe zum Detail geht hier nach Wien. Das Gehirn ist in dem Modell dargestellt als Walnuss, die mit einer Lupe gesucht wird. Auch die versteckten Klappen wussten einen zu verblüffen, mal durch Worte die aus Emotionen entstanden sind wie Augenstern, mal durch auf der Ausstellung zu erwerbende verblüffende Informationen. Beim Zusammenklang der Sinne konnte man mit ganz viel Papier zu Musik malen. Witzig war auch der Monitor der einem Begriffe gestikulierende zeigte. In der Silent Disco konnte man mit verschiedenen Musiken auf dem Kopfhörer einander abschauen wie Musik Gestik, Bewegung und Mimik zu beeinflussen vermag.

Zum Schluss gab es noch ein Highlight, die pädagogische Helferin vom 3.Stock drosch mit einem Gummihammer auf ein umgedrehte Glocke, die mit Wasser gefüllt war. Und dann konnten wir ihn sehen, den geruchslosen unsichtbaren Kameraden, der so oft unsere Ohren füllt, denn Schall. Und dann als wir unser Finger eintauchten spürten wir ihn vibrieren. Den, den wir so gern verstanden hätten. Emil und Ben aus Mühlhausen die beide ihren Spieltrieb, der eine unverloren, der andere wiedergefunden, ausleben konnten, sahen ganz zufrieden aus.

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In der Klangwerkstatt hat man jede Menge mehr oder weniger geräuchvolle Materialen um kreativ loszulegen. Ben und Emil bauten zum Beispiel aus Korken und Eisstäbchen Schlegel für ihre kleinen Trommeln
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Am Ende war der Klang, das könnte ein Anfang sein

Wissenswertes für Besucher:

 

Vereinbarung begleiteter Ausstellungsbesuche etc.

kindermuseum@neu-ulm.de

Adresse:

Edwin Scharff Museum

Petrusplatz 4, 89231 Neu-Ulm, Tel.0731/70502555, esm@neu-ulm.de

http://www.edwinscharffmuseum.de

 

Öffnungszeiten

Mo geschlossen

Di, Mi 13 bis 17 Uhr

Do, Fr 13 bis 18 Uhr

Sa, So 10 bis 18 Uhr

Wer Angst hat das die Ausstellung bald ausläuft, sie geht

noch bis zum 15. September 2019

Reservierungen für Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich!

 

So erreichen Sie uns Zu Fuß

15 min vom Ulmer Hbf

12 min vom Münsterplatz

5 min vom Bhf Neu-Ulm

 

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Linie 5 bis Petrusplatz

Linie 7 bis Schützenstraße

 

Mit dem Auto

Der Beschilderung folgen: „Museen am Petrusplatz“ oder „Tiefgarage am Petrusplatz“, Parkmöglichkeit direkt unter dem Museum

Barrierefreiheit

Unser Haus ist barrierefrei

 

Eintrittspreise

Kinder bis 17 Jahre frei

5 Euro regulär, 1 x Erwachsene oder 1 x Erwachsene mit max. 3 Kindern

4 Euro ermäßigt

9 Euro zwei Erwachsene mit max. 6 Kindern

Partner

Die aktuelle Ausstellung im Kindermuseum des Edwin Scharff Museums wird unterstützt von der AOK Bayern, Möbel Inhofer und Interni by Inhofer, der Privaten Montessori-Volksschule Neu-Ulm, der Sparda-Bank und den Wieland-Werken

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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