Die Historie von der schönen Lau

          Nacherzählung der Erzählung in vier Stationen

             Erste Station: Die fremde und verfemte Lau

Im Schwabenlande, auf der Alb, bei dem Städtlein Blaubeuren, dicht hinter dem alten Mönchskloster, sieht man nächst einer jähen Felsenwand den großen runden Kessel einer wundersamen Quelle, der Blautopf genannt.“ So begann Siegfried Hermann die Erzählung der Historie von der schönen Lau in der Originalfassung von Eduard Mörike auswendig vorzusagen.Für die Renovierung der Matthäus Alber Hauses hatte er die Erzählung den ganzen Sommer über Gästen rund um den Blautopf , gegen eine Spende,vorgetragen. Zum letzten Mal wartete die Erzählung sogar mit einem musikalischen Umrahmung von Antonia Hermann(9), Geige, und Gregor Hermann(6), Cello auf. So begannauch „Hofkapelle der schönen Lau“ mit einer musikalischen Einstimmung. An der ersten Station der in vier Stationen gegliederten Geschichte, erzählte der blaubeurer Laienschauspieler von der Schwimmhaut der Lau, die zarter als die Blätter des Mohn gewesen sei. Und von ihrem Schicksal als von ihrer Heimat im Schwarzen Meer Vertriebenen und der daraus resultierenden Schwermut der Lau. Die mit gewaltigen Kräften ausgestattete Nixe sei den Menschen mal gut und mal böse gesinnt aufgetreten. Alle hatten aber Angst vor ihr, da sie in der Lage war den ganzen Kessel, der „wunderbaren Quelle“ zum Überlaufen zu bringen. In Hörweite sei das Nonnenkloster gewesen, die Lau soll aufgetaucht sein, wenn Pater Emeran die Orgel dort spielte. Als ein frecher Hirtenjunge, sie einmal beim Zuhören erspähte rief er: „Hey Laubfrosch, wird guad Wetter?“. Darauf riss sie ihn hinunter.Dramatisch und in Gestik und Mimik angemessen schilderte Hermann auch die Episode wie der Junge wieder aus den „nassen Kammern“ des Hofstaates der Nixenfürstin zurück auf die gewohnte blaubeurer Erde fand. Die vierzig gebannten Zuschauer hörte man auf dem Weg entlang des Blautopfes seine Farbe loben, ähnlich wie Mörike es tat „…von Farbe ganz blau, sehr herrlich, mit Worten nicht wohl zu beschreiben…“

Zweite Station: Wie die Lau das Lachen lernte

DSC02040
Eine packende Erzählung und 40 hochkonzentrierte Zuhörer ließen die Lau vor authentischer Kulisse wieder aufleben

An der zweiten Station, mit einer erhöhten Perspektive auf den „Kessel einer wundersamen Quelle“erfuhr man nun das die Lau deswegen von ihrer Heimat am Schwarzen Meer in den Blautopf verbannt wurde, weil sie nur tote Kinder geboren hatte. Das aber kam von ihrer grundlosen Traurigkeit, nicht anders herum. Deshalb hatte ihre Schwiegermutter ihr prophezeit, dass sie nicht eher ein Kind bekommen könne, ehe sie fünfmal von Herzen gelacht habe. Nur vermochte es der ganze Hofstaat des Königs nicht sie zum lachen zu bringen und so hatte der König sie nach Blaubeuren verbannt in die Nähe des Wohnorts seiner Schwester.Bei der Wirtin des Nonnenhofs Beta befand sich ein kleiner Brunnen, in dem ihre Tochter Jutta beim Schöpfen die Lau entdeckte, ängstlich rief sie ihre Mutter. Dieser überreichte die Lau einen Kreisel, der ein Friedenstifter sein soll. Die Beta dankte ihr herzlich und lud sie zu ferneren Besuchen ein. Ferner gingen angesehene Leute im Nonnenhof aus und ein, die den magischen, laut und hell tönenden Kreisel kaufen wollten, ohne Erfolg.

Dritte Station: Der Nachttopf

DSC02043
Die Beschäftigung mit der Historie von der schönen Lau ist auch eine Begegnung mit alten Worte, die Mörike bewusst wählte um die Leser in die alte Zeit versetzen.

Die Lau freundete sich nun mit den Frauen an. Als sie von Jutta angezogen wirdstößt sie nach einem Kichern das kein Lachen war, beim Abschrubben ihrer Fußsohlen auf eine Bettnische. Neugierig schaut sie hinter den Vorhang und lobt, den trefflichen Topf der zum Vorschein kommt, dann muss sie aber die Nase rümpfen und als die Mädchen zu Lachen anfangen, merkt sie etwas und beömmelt sich auch vor lachen.Der Topf ist ein befüllter Nachttopf. Die Blaubeurer haben es tatsächlich geschafft ist die traurige Schönheit, die auch die arge Lau genannt wurde zum ersten Mal zum Lachen zu bringen. Auf dem Weg zur dritten Station gegenüber der Hammerschiede erzählt eine Frau, sie habe Siegfried Herrman vor acht Jahren noch erlebt, wie er den umfangreichen Text abgelesen habe. Sie sei jetzt von dem Schauspiel mit Musik von seinen Enkeln ganz begeistert.

Vierte Station: Der Kuss und die Befreiung der Lau

dsc02045.jpg
Von Dresden waren die Enkel Hermanns für die musikalische Umrahmung  der Abschlussaufführung der Historie von der schönen  Lau herkommen; ihre Gesichter von Freude geschönt

Eines Abends trafen sich Beta, Jutta und die Mädchen von Nonnenhof zu einem Spieleabend, irgendwann kam es auf den Reim: „ s´leid a Glötzle Blei, glei bei Blaubeira, glei bei Blaubeira leid a Glötzle Blei.“ Die Mädchen konnten es gar trefflich, doch die Lau brachte es nur langsam hin. Als sie von Beta angespornt, ganz draus kam. Mussten sie und ihre Freundinnen abermals lachen.Bevor die letzte Station zwischen Sommerbühne und Eisdiele spielte die Kapelle der schönen Lau nochmals auf. Und dann sah man schon den Wirt mit dem Gespann von Sonderbuch zum Nonnenhof hetzen und Alarm schlagen: „Um Gottes Willen schickt die Lau nach Hause.“, denn er Blautopf war am Überlaufen.Die Lau lag wie tot da und er trug sie mit dem Worten: „Not kennt kein Gebot“ in Richtung Blautopf.Dort angekommen sagte etwas in ihm küsse sie: und es war getan. Alsbald hörte die Flut auf und die Lau lachte innerlich.Nun lies sie Lau sich von ihren Zofen aufputzen und als sie am Brunnen erschien, war ihr Gesicht „von Freude verschönt.“ So verkündetesie das ihr Bräutigam gekommen sei um sie zu holen. Sie wolle dem Nonnenhof mit einem steinernen Krug voll Silbergroschen danken und guten Segen auf das Haus und seine Gäste bringen.Auf das es weiterhin, wie unter Beta reisenden Gesellen gute Herberge biete.

Links:

Die Historie von der schönen Lau im Volltext:

http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-historie-von-der-schoenen-lau-5521/1

Advertisements

Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s