Von der Flüchtlingshelferin zum Fluchtursachenbekämpferin 2

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Manfred Markowsky vom Zentrum für Folteropfer Ulm und Gabi Ayivi im Gespräch

Gabi Ayivi lebt in Nigeria und hilft dort Kindern

Gabi Ayivi ist zum ersten Mal 2011 nach Nigeria gefahren, mit ganz viel guten Eindrücken von Nigerianern durch die Flüchtlingshilfe, wollte sie da ein Haus bauen. Die Leute dort hätten ihre Arme weit ausgebreitet als sie angekommen war, etwas später habe sie ein Grundstück geschenkt bekommen um ihr Haus darauf zu bauen. In Deutschland hingegen, so schildert sie persönlich, gebe es zwei Formen von Kälte, zum Einen die klimatische Kälte, noch schlimmer aber die innere Kälte. Trotz der äußeren und inneren Wärme, sehe man in Nigeria aber des Öfteren Leichen an Hauseingängen um die sich niemand kümmere. Die islamistische Regierung von Muhammadu Buchari habe einiges zum sozialen Misstrauen beigetragen. Die Menschen aus Nigeria hätten, ähnlich wie auch hier im Kontakt mit Behörden Angst verhaftet zu werden, deshalb hielten sie sich bei Meldungen und Ähnlichem zurück.Nigeria sei eine ehemalige englische Kolonie, von dem hergesehen sprächen die Leute dort Englisch, es gäbe aber drei verschiedene Ethnien im Land. Die christlichen Igbo im Süd-Osten. Dort wo das Öl liege, welches das Schicksal Nigerias so geprägt habe. Die Hausa und Fulbe im Norden, die muslimisch seien und die christlichen Joruba im Süd-Westen.Es gebe aufgrund des Genozits, der während des Biafra-Krieges gegen die Igbo verübt wurde, und der Umweltschäden durch unfachmännische Erdölförderung Abspaltungstendenzen, welche auch von christlichen Kirchen befürwortet werden. Da ihre Verständigungsarbeit zwischen Ethnien und Religionen von den Gottesstaatsbestrebungen Buharis völlig zerstört worden sei. Im Januar stehen Wahlen an. Gabi Ayivi meint Stimmen seien käuflich und wenn es sein müsse kämen auch 13-jährige zur Stimmabgabe. Es sei mit Aufständen zu rechnen.

Organisationen wetteifern um Flüchtlinge

Der Flüchtlingshelferkreis in Blaubeuren hatte die Veranstaltung im Rahmen des Cafe International im evangelischen Cafe Vier organisiert, weil er Rat suchte, wie mit den afrikanisch stämmigen Geflüchteten umzugehen ist. Vorgeschichte: Die Nigerianer wurden des Öfteren zum Cafe und gemütlichen Beisammensein eingeladen, kamen auch einmal, dann aber nicht mehr. Die nigeriaerfahrene Helferin antwortete lapidar: Nigerianer trinken gar keinen Kaffee. Dann schob sie noch nach, die Nigerianer hätten auch Angst, dass die Flüchtlingshelfer mit den Behörden zusammenarbeiten. Dann meldete sich eine nigerianische Frau auf Englisch, sie sei vier mal zu den Cafe´s hingegangen habe sich dort aber trotzdem isoliert gefühlt. Darauf antwortet eine Dame vom Helferkreis sie käme öfter, sei aber eine Ausnahme. Nach der Referentin hält ein Syrer, der sich vom Flüchtling zum Flüchtlingshelfer hochgearbeitet hat ein Loblied auf die für alle offenen Flüchtlingshelfer in Blaubeuren. Er fragt nach ob die Helfer Englisch könnten und schlägt dann vor runde Tische zu machen wo englisch gesprochen wird, so fühlten sich beide Parts in der gemeinsam gesprochenen Sprache wohl und es müssten nicht immer welche Verständnis heuchelnd rumsitzen. Dann erhebt die nigerianische Frau nochmals das Wort und erzählt, dass sie einige Leute hier von der Freikirche “Haus der Hoffnung” kenne in der sie sich wohler und geborgener fühle.

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Die nigerianische Frau lehnte die Werbungen des Helferkreises ab und erklärte sich

Bericht vom Zentrum für Folteropfer Ulm

Dann kommt ein plötzlicher Gast herein Manfred Markowski, den die Referentin noch aus der Zeit im Flüchtlingsrat Baden-Württemberg kennt.Er arbeitet gerade im Zentrum für Folteropfer, kurzerhand wird er gefragt aus welchen Nationen die Folteropfer am häufigsten kämen?Die meisten seien aus Afghanistan, gefolgt vom Irak und Syrien, dann kämen schon afrikanische Länder wie Sierra Leone, Somalia, Äthiopien und China. Die Therapie sei oft der letzte Notanker, in der Angst vor der unfreiwilligen Rückkehr, es gebe auch Selbstmorde. Die Tendenz staatlicherseits, sei ganz klar Härte walten zu lassen. Zuerst seien Psychologische Gutachten nicht mehr akzeptiert worden, jetzt helfen auch medizinische Gutachten nicht mehr gegen Abschiebung.Dann hakt Gabi Ayivi wieder ein. Im Norden sei überall die Terror Miliz Boko Haram, auch sonst sei großes Gewaltpotential bei Armee, Polizei und auch in der Zivilgesellschaft. Es gebe keinen sicheren Ort für die Abschiebung nach Nigeria.Der Freund ergänzt Nigerianer haben eine geringe Bleibeperspektive von 15 % in Deutschland. Das Projekt der sympathischen warmherzigen Frau heißt Olileanya , was Hoffnung in der Sprache der Igbo heißt, bisher hilft sie vor allem Kindern in Emene in Nigeria. In ihren Hut sammelt sie jetzt auch für psychisch Kranke Menschen, die sich nachts mit Papier zudecken würden und eine hohe Drogenabhängigkeitsrate aufweisen würden. Dann spricht sie noch einmal über die Wahl der Revolutionsführer der Igbo sei verschwunden, es gebe keine anderen Kandidaten als Buhari. Letztes Jahr habe Buhari auf Staatsbesuch in Berlin 18 Millionen eingestrichen, vielleicht dafür das er gesagt habe Frauen gehörten an den Herd, fragt sich die emanzipierte Fluchtursachenbekämpferin.

 

Links:

www.olileanya.info

mail@olileanya.info

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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