Wir sind dann mal Baden

Was im Donau-Fluss auf der Agenda war

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Das internationale Forscherteam vom ulmer Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung hatte ein rund um stimmiges Boot mit Kostümen und Kompetenz zu ihrem Thema der Datensauger im Internet

Nach einer Schwörrede des Ulmer Bürgermeisters Czisch, die den Zusammenhalt in Ulm historisch gegründet in die Zukunft fortschrieb, freuten sich die Menschen längst der Donau auf ein regenfreies Nabada. 60000 Menschen wurden entlang der 7 Kilometer langen Nabada-Strecke erwartet.Als Czisch den historischen Schwur: „Armen und Reichen ein gemeiner Mann zu sein“ auf den Balkon des Schwörhauses ableistete, war vom Regen des Vortages unter dem das Münsterkonzert von Dieter Thomas Kuhn litt schon nichts mehr zu spüren. Und das unverwechselbare Zentrum, welches er sich für die Ulmer Innenstadt wünschte entspann sich schon von Mittag an an den Donau-Ufern. An der Neu-Ulmer Seite zwischen Edwin Scharff Haus und Klinik, hatten die 15 Themenboote geankert. Eine in Gold badende Piratenkrake und ein Schild:Datenkrake Nimmersatt 4.0 zogen die Leute zu sich. Kreiert wurde das durch zwei Zillen auf dem Wasser getragene Themenboot von Mitarbeitern des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung in Ulm. Die Materialien für die Boote seien von der Stadt finanziert, eröffnete Philipp.20 haben mitgeholfen, zehn passten nur auf das Boot. Dazu kämen zwei die die traditionellen ulmer Zillen lenkten und antrieben. Sie hätten das Thema gewählt, da es polarisiere und gut darstellbar sei. „Ich bin aber selbst aus Facebook ausgetreten, da ich es geschäftlich nicht brauche, gibt der Ulmer preis.Das Facebook Daten an Cambridge Analytica verkauft habe sei ein Vertrauensbruch gegenüber seinen Kunden, der schwer wiege, meint Philipp. Christian bringt noch größere Zusammenhänge in die entspannte Unterhaltung beim mittäglichen Grillen ein. Regime wie die DDR, hätten früher auf Teufel komm raus versucht Daten ihrer Bürger zu bekommen. „Heute stellen die Leute ihre Daten umsonst ins Internet; in einem nie dagewesenen Ausmaß!“ Für ihn habe Facebook, auch seine Vorteile, man sehe die ganzen Leute und wie sie ticken,käme aber Mal ein anderes Regime an die Macht könnten die Daten schlimmstenfalls aber auch zur sozialen Ächtung und Zerstörung einzelner Personen verwendet werden, so Christian.

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Kritisch angeschaut aus der hochgelobten Vernetzung  eine Verstrickung in soziale Medien wie  Instagramm und Whatsapp und  Facebook

Der Titelverteitiger setzte früh auf Special Effects

Das Boot nebenan,erzählt eine fröhliche Manuela, ist der Titelverteidiger der Themenbootabstimmung der Südwestpresse. „Darüber hinaus wir die letzten vier Jahre hintereinander gewonnen“, freut sich Manuela noch mehr. „Wir haben früh auf auffallende, schaukelnde oder sich drehende Elemente gesetzt, zeigt sie auf das Boot mit der Aufschrift Fan-Attack-Ulm. Werbung ist auf dem Wasser verboten, aber Manuela gehört zum Fan-Club der Basketballer von Ratiopharm Ulm. Nach dem Mittagessen und dem schätzungsweise dritten Bier, mutiert die lauschige Grillwiese auf Neu-Ulmer Donau-Ufer Ufer mehr und mehr zu der beim Nabada so heißgeliebten dichten Fankurve für die Aktivisten des Nabada. Diese laufen mit einem Boot wo sonst der Kopf ist Richtung Iller-Brücke. Sie werden nachher das feucht-fröhliche Vergnügen angefeuert von den Blasmusik-Booten anführen. Das hier ist wie ein Karnevalsumzug in Köln nur eben auf dem Wasser versucht Manuela, das anhebende Treiben einem der zahlreichen Zugereisten zu erklären.Ein Musikschiff im schwarz-weiß der Ulmer angestrichen schunkelt fröhlich und tönt schmissig, so dass einem das Bier noch viel besser hinunterläuft.

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Ein Partyschiff kenterte leider wegen Überlast

Integrativ, intensiv, intergenerational

Die meisten sitzen unkompliziert auf ihrem Pulli auf dem etwas feuchten Boden, manche haben Decken dabei, viele Bier. An den aufgebauten Ständen an der Uferstraße gibt es leckere Veggi-Bürger, Bier, Eis, Cafe, alles was das Sommerherz begehrt, auch die Toiletten sind gut ausgeschildert und gepflegt. Integrativ: Es gibt extra für Senioren der AWO reservierte Bierbänke.Die Doppel-Stadt kann Volksfest. Dann ist es Schlag 16.00 Uhr soweit, die Dellmensinger Musikkapelle, zieht mit ihrer Marschmusik den bunt-spritzenden Frei-Baderzug, bestehend aus Flamingos, Schlauchbooten, Einhörnern und einem eifrigen Ensemble sich gegenseitig nass machender Nabader nach sich.Alles schreit, alles jauchzt alles tobt. Die ersten Impulse sich auch hineinzumischen ins fröhliche Nass kommen auf. Als schon einige Kilometer bunt-stiebende Boote vorübergebadet sind legt das erste Themenboot: 100 Jahre Freistaat und zurück ab.  Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist hier gemeinsam mit König Ludwig dem II. abgebildet. Gemeinsam mit dem Themenboot: Bombenstimmung in Neu-Ulm, und dem geplanten Nuxit, assoziierte man eine durch absolutistische und kleinstaaterische Avancen bedrohte Demokratie.Wer an diesem Tag nach München sah, fühlte sich in diesem Gefühl und der Dankbarkeit für wachsame Bürger bestätigt.

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Junge und Alte, schwarze, braune und helle waren an diesem Schwörmontag im Boot

Insektensterben und Schiffbruch: alles ist im Fluss

Mit dem jetzt ablegenden Boot „Schluss mit Honig-R.I.P Maya und seiner abgefeuerten Luftschlangensalve, gewann das Spektakulum wieder die Oberhand. Dafür stand auch eine abenteuerliche pokalartige Bootskonstruktion, die es vermochte eine rote Rutsche zu tragen.Hier stand bezeichnender Weise nebst einer Deutschlandflagge geschrieben: „Mir wissad gar et wo mr sand, wo san mir eigentlich?“, leider kenterte das Boot später aus Überladung. Diesmal in Krakenform hob das Boot 22 wiederum die Problematik des Internets, auf die fließende Agenda. Wie eine Krake sei der Mensch in den virtuellen Fängen des Internets, heiße es Whatsapp, Google oder Facebook gefangen suggerierte das Boot. Und auch das Insektensterben war zwei mal auf der Donau auf dem Boot 28 hieß es lapidar und medienwirksam: Insektensterben.Wir sind dann man weg.Jetzt konnten sich die ersten am Ufer sitzenden Menschen nicht mehr halten und übergaben sich teils mit Unterhose und Top den, wenn auch nur von den Nabadern aufgewirbelten Flütchen.Kein Wasser auf die Zuschauer prankte es rot-weiß von den Brücken. So manche Wasserbombe traf aber trotzdem am Ufer auf. Und der niedere Wasserstand des europäisches Stromes lud auch solche zu ihrem ersten Hinunterbaden ein, welche bisher dachten die Donau sei ein 20 Meter tiefer reißender Strom, der sie nicht ins Vergnügen sondern in den sicheren Tod ziehe. So war es nicht vielmehr lernte man von der Maschinenbau-Studentin Mona das ein laminarer Fluss ein stetiger sei. Und das sie und ihre aus Kempten stammenden Kommilitonen, von der Last einer Prüfung befreit beeindruckt seien, welche Menschenmassen sich in Ulm für solche verückten Aktivitäten mobilisieren lassen würden. Die Kemptener beschwerten sich nur über den Bierpreiszuschlag zum „Ulmer Feiertag“. Kurzerhand schickten sie aber jemanden aus um einen halben Kasten Bier zu kaufen.Auch zwei von ihnen ließen sich hinreißen, ohne Wechselsachen in die Donau zu steigen. Sie waren aber positiv überrascht von Wassertemperatur und Wasserqualität.Am Ende als die Boote immer weniger wurden. Hörte man schon den Sound der Bühnen am Ulmer Ufer herüberschwappen. Die sozialbewussten jungen Leute gaben ihren Kastenpfand einem Flaschensammler, räumten ihren Müll auf und zogen der Musik nach von dannen. Willkommen Kultur.

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80 % der Insekten sind mittlerweile durch menschlichen Einfluß ausgestorben, gut das die Leute noch Humor haben, selbst und gerade bei solchen dunklen Kapiteln der Menschheitssamkeit
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Das letzte Einhorn und der rote Stier?
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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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