Europa das sind wir

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Blick auf das Donaufest vom ungarischen Langosch-König aus fotografiert

11.Ulmer Donaufest es warten 10 Tage kulturelle Vielfalt aus dem Donauraum

 

Ulm hat seinen Reichtum und seine Weltoffenheit über die Jahrhunderte sicher zu einem Gutteil durch seine Donauschifffahrt erworben. Das Donaufest auf dem an 10 Tagen Kunsthandwerker und kulinarische Schöpfer aus 10 Ländern entlang der Donau ihre authentischen Güter darbieten hat am Freitag begonnen. Traditionell ertönte die Donaufestfanfare als die Bürgermeister von Ulm und Neu-Ulm, Gunter Czisch und Gerold Noerenberg, die Gäste aus nah und fern begrüßten. 3 Bühnen, zwei entlang der Ulmer Donauseite und eine am Neu-Ulmer Ufer bieten meist kostenlose Konzerte und interaktive Vorführungen von Kunsthandwerkern der Donuanrainerstaaten. Ein Fest wie ein Fanal für das Europäische Ideal der Einheit in Vielfalt. Auch das internationale Donaucamp, an dem Jugendliche aus Deutschland, Österreich, Tschechien, der Solowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine und Moldawien teilnehmen, sagt: Europa sind wir. Das Programm des Donaufestes widmet sich also nicht nur dem Genuß und der Geselligkeit sondern läd auch ein auf die Spurensuche nach Gemeinsamkeiten und Differenzen.

Das Donaufest als Fundgrube für Begegnungen mit Donauländern

www.donaufest.de ist eine wahre Fundgrube für Anlässe zur Begegnung mit dem Reichtum Europas und seinen Menschen.Nach zehn Uhr begegnet am Ulmer Ufer seinen Zigarillo genießend in ein Gespräch vertieft der Ulmer Bürgermeister. An diesem lauschigen Abend, kann man sich alleine mit der Nase schon in so viele Geruchslandschaften entführen lassen von der klassischen Roten über Pizza und Hähnchen mit Paprika ist alles da was wie der Schwabe sagt „dr Maga ma.“ Und auch die Gesöffe sind in feinschmeckerischer Vielfalt in einer Weinlandschaft um den völkerverbindenen Strom gesäumt. Und dieses Jahr gibt es den Trend aufgreifend auch verschiedene Gins. Wacholder gibt dem Gin das besondere Etwas,und das reimt sich auf wach holder. Viele Sprachen hört man hier und man kann sich kaum satt sehen an den anrührenden Szenerien. So flanieren kann man sonst vielleicht in Nizza oder Beirut, Ulm ist gerade nah am Wasser, ein zutiefst liebenswerte Fleck Erde. Der Markt der Donauländer mit seinen duftenden Seifen und seinen Brettern und Schalen aus exotischen Hölzern lässt den Bewegungsfluss des Flaneures immer wieder stocken, mal ist das Lichterspiel auf dem dunklen Flusse magischer mal das freundliche Gesicht im kroatischen Stand.Güter die einen auf Märkten Land und und Land ab zu Hause sein lassen gibt es als Hülle für Preisvergleich und Handel. Aber auch Sachen die man noch nie gesehen hat, wie Löffel aus Horn bannen die neugierigen Blicke. Dann ein Kleinod aus grünen Tellern und Schalen aus Bulgarien. Das kesse offene Lachen des Händlers hinter dem Stand mit der weiß-grün-roten Fahne ist gar nicht mehr nötig um mich hereinzuziehen. Eine blonde Frau, die ähnlich angetan ist, macht dem Verkäufer gleich zu beginn ein Kompliment für seine schönen Augen. Sie seien noch tiefer als das glänzende grün-weiß-rot der Keramiken. Nina, die Mutter des Verkäufer kommt nun hinzu. Sie dreht einen Teller um und erklärt was darauf geschrieben ist. Nina, dass sei sie und Velikotarnova, das sei die Stadt in der die Teller hergestellt worden seien. Velikotarnova sei vom 12.- zum 14. Jahrhundert die Hauptstadt Bulgariens, des Landes mit der weiß-grün-roten Fahne, gewesen. So konkret und spannend hätte ich einmal im Studium in die Geschichte eines Landes eingeführt werden wollen.

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Keramiken und Augen glänzten beim bulgarischen Keramikstand um die Wette

Bulgarische Keramiken die Geschichte in sich bergen

Die Machart der Keramiken sei früher den Adligen in Velikotarnova vorbehalten gewesen. Sie und ihr Sohn hätten die Teller vom Museum dort kopiert. Dann liefert ihr Sohn noch die Entstehungsgeschichte eines solchen Tellers. Der Ton sei aus rotem Klee, der bei 800 Grad gebrannt werde. Nach einer Wartezeit werde der weiße Klee aufgetragen und dann bei 1200 Grad gebrannt. Dann erzählt Nina der angetanen Frau noch über die Symbole auf den Keramiken, nach einer äußerst angeregten Unterhaltung nimmt sie eine Schale. Das Metzgertor, das der nächste Zugang von der Stadt hierher ist auch im 14. Jahrhundert entstanden, ich bin gespannt auf die bulgarische Geschichte. Überall, an der Donaubrücke und auf den Bastionen begrenzen und bewerben Fahnen das Fest. Auf den unbespielten Bühnen trinken zwei Tische exponierter Weise Wein. Auf der Suche nach etwas Ruhe geht es die Donaubastion hoch, dort hat der ungarische Langos-König einen guten Überblick und Blick auf das neu-ulmer Donauufer, neben Langosch verkauft er auch „Retes“ Strudel, was mir österreich-ungarisch vorkommt. Ein Langhaariger Schwabe liest sein Schild. „Laang Gosch“, schallt es da und bekommt aus dem Munde eines Schwaben gleich eine ganz andere Bedeutung. Der Langosch-König meint auf das Reizthema Victor Orban angesprochen. „Ich mag ihn nicht, wenn bei euch die Leute denken, wir seien alle seiner Meinung, dann irrt ihr euch. In den letzten vier Jahren sind 800000 Ungarn vor der Regierung Orban geflohen.“ Ein wacher reflektierter und ironischer Mann dieser Langosch-König. Um 00.04 macht er seinen Stand dicht. Auf dem Weg zum fahrbaren Untersatz fotografiere ich die Einhörnerfahnen am Rathaus. Was es wohl mit ihnen auf sich hat? Plötzlich steht ein angetrunkender junger man neben mir. Es stellt sich heraus das er oft in der Ardeche´in Frankreich war wo es mich zu meiner nächsten Europareise hinzieht. Er versichert mir die Ardeche´, dass ist authetisches Frankreich, er könne mir sicher einen Platz für eine Übernachtung organisieren. Was für ein Abend, als ob Europa mit geheimen Liebensfäden eine neue Einheit weben wolle: Europa, dass sind wir.

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18 Leute kann eine Ulmer Schachtel in einer Fahrt vom Ulmer Ufer zum Neu-Ulmer Ufer bringen

 

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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