Rückblick und Ausblick nach Ende der zweiten Phase der Bewerbung Ulms für den Wettbewerb Zukunftsstadt 2030

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Plakate und Mindmaps aus der ersten Phase des Wettbewerbs Zukunftsstadt von Herbst 2015 bis April 2016 dokumentierten das deren Ziel gewesen war Ideen und Visionen für die Stadt von Morgen zu entwickeln

Am Dienstag 26. Juni lud die Stadt Ulm die Bürgerschaft zur Abschlussveranstaltung der Stufe 2 von Zukunftsstadt 2030, und das Stadthaus war voll.270 Gäste gaben die erfreuten Veranstalter kund.Bürgermeister Gunter Czisch betonte schon in seiner Begrüßung, dass es beim Thema Digitalisierung nicht um einen Spielplatz für Technikfreaks gehe. Später sollte man erkennen wieviel kreatives Potential von den Menschen in und um das Verschwörhaus, dem Ort für Junge nicht Fussball, sondern Technikbegeisterte, wie es Czisch formulierte,  in die Bewerbung einfloss. Digitalisierung sei kein Nebenthema. Außerdem sei die Einbindung der Bürgerschaft in die Entscheidungsfindungsprozesse der Zukunftsstadt ein Erfolgskriterium des Projektes. Schon  für die erste Phase hatten sich 186 Kommunen beworben, von denen 58 vom Bund ausgewählt wurden.

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Gunter Czisch argumentiert auf der Podiumsdiskussion zum Thema: Innovation von Unten

Czisch:Die Stadt muss die Netze in der Hand behalten!

Doch das eigentliche Objekt des Abends sollte die Phase zwei des Wettbewerbs Zukunftsstadt 2030  sein, die seit Februar 2017, bis Ende Juni 2018, also bis jetzt läuft. Die Ergebnisse dieser Phase in der es das Ziel war die Visionen und Ideen zu ersten Prototypen zu entwickeln und erste Umsetzungen zu planen, wurden von den nachfolgenden Vorträgen dargestellt. Czisch erwähnte, den Städtetag Baden-Württembergischer und Bayrischer Städte am Vortag im Ulmer Rathaus um dezidiert darauf hinzuweisen, das es der Freie Reichsstadt Ulm gut zu Gesicht stehe, alles zu tun um die Netze ihrer Bürger, die von staatlich kaum zu belangenden Akteuren kontrolliert würden, wieder in die Hand zu bekommen. Nachdem er ironisch gegen die mit einem roten Punkt versehenen Bürger, die nicht gefilmt werden wollten gefrotzelt hatte, sagte er, er wisse aus Statistiken, dass um die 25 % der Bevölkerung dem Thema Digitalisierung skeptisch entgegenstünden, auch da wolle er Vertrauensarbeit leisten. Dann sagte er etwas, dass den Demokratiebewegten wohl schockiert haben dürfte: “Digitalisierung ist ein Thema, wo es die Option nicht mitzumachen nicht gibt”. Facebook verändere das Verhältnis zwischen Bürger und Staat ganz grundlegend, vieles an Sicherheitsproblemen  die damit in der Zukunft verbunden sein könnten, könne man sich heute noch gar nicht vorstellen, sagte Czisch allgemein und verwies in die asiatischen Staaten als Anschauungsbeispiel. Die Stadt sei der demokratisch Legitimierte, sie müssen die Netze in der Hand behalten. Dabei gelte für die Politik , sie müsse Dinge auf den Weg bringen von denen heute noch nicht klar sei, ob sie funktionierten werden. Trotzdem bedürfe es solcher Projekte in den Bereichen Mobilität, Energie und Stadtgesellschaft. Die Einbindung der Stadtgesellschaft in der ersten Phase habe zu rund 200 Vorschlägen aus der Bürgerschaft geführt. Etwa ebensoviele kamen von Experten, endete Czisch.

Prototypen:  1.Mehr Transparenz und Zugänglichkeit der Ulmer Haushaltes

Stefan Kaufmann ist Informatiker und Leiter des Verschwörhauses. Er stellte drei Protoypen des Wettbewerbs, vor. Erstmal den offenen und transparenten Haushalt Ulms und dann die Digitalisierung von Dachbodenarchiven und die Erklärcafes im Verschwörhaus zu Begriffen wie “smart”, oder augmented reality. Das sehr demokratiebewegte Verschwörhaus hat durch den ersten Prototyp das Ziel von höherer Transparenz und Zugänglichkeit in Bezug auf den Ulmer Haushalt verwirklicht. Der Haushalt ist neben den offenen Haushalten anderer Städte unter       http://www.offenerhaushalt.de abrufbar. Für den nächsten Prototyp  pries Kaufmann die Lizenz “Creative Commens” als Geschäftsmodell und Grundlage für die freie Veröffentlichung von Inhalten im Internet an. Ziel war hier die digitale Bewahrung und Sichtbarmachung  von bestehenden Kulturgütern. In einem Aufruf wurde die Ulmer Bürgerschaft dazu aufgerufen, ihr Dachbodenalben ins Verschwörhaus mitzubringen, digitalisieren zu lassen und zu veröffentlichen. Die Gerätschaften dazu kann übrigens jeder bei Wikimedia ausleihen. So wurden  in Ulm unter anderem über 100 Jahre alte Bilder von  seltenen Tramwagen für die digitale Gemeinschaft gesichert. Auch das Erklärcafe, welches Erklärvideos verschiedener Begriffe aus der Welt des Digitalen ins Internet stellt,  war ein  Baustein für eine Digitalisierung von Unten.

Phase 3: “Internet der Dinge für Alle- Digitalisierung von unten gestalten”

Sabine Meigel die Leiterin der Geschäftsstelle digitale Agenda der Stadt Ulm  stellte das LoRaWAN vor, welches in Ulm gerade installiert wird. Es ist ein neuentwickeltes Netzwerk, welches eine große Fläche, die ganze Ulmer Innenstadt, als technische Voraussetztung für ein Internet der Dinge, überspannt. Zur Zeit sprudeln erste Daten die die Personenzahl auf einem Ulmer Platz abbilden. Das offene Netzwerk soll allerdingst von unten wachsen, Anwendungen, wie Standortanzeige von gestohlenen Rädern, oder Feinstaubdatenanzeige auf mobilen Endgeräten sind denkbar. Auch wenn das Netz noch nicht ausgereift ist, so ist es doch ein unabdingbarer Baustein für die Umsetzung  der Vision des Internets der Dinge von Unten. Wichtig so Meigel sind beim Internet der Dinge, die Kriterien der Offenheit und der Inklusion. Auch sei es mutig gewesen Nachhaltigkeit mit als Gütekriterium für die Zukunftsstadt 2030 zu nehmen, gerade weil Nachhaltigkeit und Digitalisierung nicht immer so gut zusammenpassten. Ulm bewirbt sich für Phase 3 des Wettbewerbs Zukunftsstadt 2030 bis Oktober unter dem Titel: “Internet der Dinge für Alle -Digitalisierung von unten gestalten.” Dann werden 8 der bisher noch verbleibenden 23 Kommunen ausgewählt. Für die im Januar beginnende Phase 3 könnte die Stadt mit 1.000.000 Euro Fördergeld rechnen.

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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