Ein Dorfladen für Feldstetten?

Pfarrer Geißler schaute sich den Dorfladen in Hülben an

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Carina Gleß und Philipp Geißler im Gespräch über den Dorfladen Hülben

 

Seit dem die Discounter sich auf dem Land breit gemacht haben, machen reihenweise Traditionsläden auf dem Land zu. Der Konkurrenzkampf ist zu groß und ihre Verkaufskonzepte stagnierten im Gegensatz zu denen der Discounter mit ihren großen Marketingabteilungen. Seit ein paar Jahren organisiert sich eine neue Generation von Dorfläden. Das Konzept heißt einkaufen da wo ich wohne. Und meistens haben die Töchter der Tante Emma Läden auch einige Vorteile gegenüber ihren altgedienten Namensgebern. Zum Beispiel eine breite Basis und andere Geschäftsform wie der Hülbener Genossenschaftsladen. Wir sind mal beim Hülbener Dorfladen vorbeigegangen.Der erste Eindruck ist, boa – sehr groß, rechts nach dem Eingang steht eine rund drei Meter lange Theke mit frischem Obst und Gemüse. Auffällig sind auch die in Form eines Dreiecks angeordneten drei Säulen. Nadina Severovic begrüßt uns als sie fertig mit Bedienen ist. „Grün meint sie zu den Säulen, da denke ich an Frühling, an Entspannung und Frische.“ Man sieht hier waren bedachte Leute am Werk. 200 Leute an der Zahl stämmen den genossenschaftlichen Laden im Zentrum von Hülben. Brötchen verkaufen neben einem Bäcker auch das geht in Hülben. Severovic ist eine von insgesamt drei Festangestellten. Dann kommt Carina Gleß bittet uns an den Tisch des kleinen Cafes und ergänzt als Buchhalterin des Ladens einige Details.

Alter Laden, Bürgermeister und neuer Laden gingen Hand in Hand

Zu den Festangestellten kommen die Woche über noch 7-10 Ehrenamtliche Mitarbeiter, einer machtzum Beispiel den Lieferservice. „Das Rathaus hat Ende 2016 als klar wurde das Frau Mock ihren Lebensmittelladen bald aufgeben wird im Gemeinderat eine Entscheidung angestrengt. Zur Wahl Standen zwei Szenarien: a)wollen wir einen Tante Emma Laden von den Bürgern oder b) wollen wir was auf der grünen Wiese. Die Entscheidung für unser Konzept viel und ab da konnten wir uns dahinterklemmen“, so Gleß. Dann gab Frau Mock ihren Laden am 31.Dezember 2016 auf. Nach zwei Wochen Pause machten wir dann am 19. Januar 2017 auf. Wir hatten immer die Unterstützung der Alten Garde um Frau Mock, die noch die Preise verglichen haben, bevor wir uns für den Lebensmittellieferanten Utz entscheiden haben. Grundsätzlich ist so einen Laden hochzuziehen schon sehr aufwendig. Wir haben jetzt 220 qm Ladenfläche mit Lagerfläche. Wir haben eine Leader-Förderung mittlere Alb erhalten. Der größte Kostenfaktor sind die Personalkosten. Unser Konzept ist es auch viele regionale Produkte zu führen, diese Produkte brauchen aber die meiste Arbeit. Man braucht Backwaren. Hier in unserem Schaufenster zu sitzen war für manche am Anfang ein Problem, jetzt freuen sich die Leute, wenn sie beim Kaffee mitbekommen, was auf der Straße los ist . Auch das Obst und Gemüse vom Gemüsehändler ist zentral wichtig. Genau wie Molkereiprodukte. In den Räumen hier war früher ein Schleckermarkt. Frau Bauer, gehörte auch zur Alten Garde, sie war früher beim Becker, und hat uns sehr weitergeholfen bei den ersten Schritten. Ein Farb- und Rahmenkonzept ist wichtig für so einen Laden, das haben wir vorher schon mit den grünen Pfeilern gesehen. Utz oder Okle helfen einem da weiter. Unseren Salat haben wir vom örtlichen Gärtner. Am Anfang war unser Sortiment kleiner, wir haben dann Zettel ausgelegt, was den Leuten noch fehlt und nach und nach aufgefüllt, jetzt haben wir halt zwei Sorten Sahne. Pfarrer Geißler der aufmerksam zugehört hat und auch selber viele Fragen los wurde will einen Laden der zugleich Begegnungsstätte ist. Er ist etwas überrascht über das Ausmaß des Ladens, darüber das eine Post zu haben gut sei, aber Zeitschriften Pflicht.

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Frisches Obst und Gemüse ist wichtig

In welchen Dimensionen denken?

Hülben hat ja schließlich mit seinen 2900 Einwohnern auch fast dreimal so viele wie Feldstettenoder spräche das eher für einen Ortschaften übergreifenden Laden? Der hülbener Laden hat Montags bis Samstags vormittags von 8.00 bis 12.30 Uhr und nachmittags von 14.30 bis 18.50 Uhr auf. Außer Mittwochs da ist Ruhetag. Für eine etwaige Vorstellung des Ansinnens im Gemeinderat so weiß Gless, ist es gut wenn man schon Planungsdetails für den Laden hat. In Feldstetten, so Geißler habe er schon einen Raum und die Ortsvorsteherin halte es für eine gute Idee, ein Dorfgemeinschaftshaus gibt es ja schon. Zwei Jahre Vorbereitungszeit müsse man, so Gleß, schon rechnen. Außerdem sei es wichtig andere Einzelhandelstreibende in den Laden zu integrieren. Vom Seco über Milch, Mehl und Nudeln stehen hier viele regionale Produkte in den Regalen.Um etwas großes anzufangen braucht man manchmal Vorbilder, der Hülbener Laden hat sicher viele Anstöße gegeben. Geißler will sich als Theologe auch noch den Laden in Kohlstetten anschauen, wo die Kirche involviert ist. Laut Gleß sei der Laden in Aßmannshardt hinter Munderkingen noch ein sehenswertes Projekt.

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Regional und integrativ sollte ein Dorfladen sein
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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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