110 Jahre Lebensmittel Zäh

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Langsam

Wenn Annelore Baz  geborene Zäh nachdem sie wie immer um 14 Uhr mittags den Laden aufgeschlossen hat undsie zu der Tür mit Schelle rein geht, könnte man meinen öfter einmal diesen Klang. Denn kommen tun Mittags manchmal bis zum Ladenschluss um 17.30 Uhr nur drei Leute und davon die meisten zum „schwätza.“ Kurz und klar, der Laden lohnt sich schon lange nicht mehr, aber was machen mit den ganzen Sachen darin. „Die meisten Kunden sind schon gestorben“, meint die trotzdem heitere Ladeninhaberin. Und die anderen kommen nicht mehr seit es kein frisches Obst und Gemüse aus Stuttgart mehr gibt. Stuttgart ist Annelore´s heimliche Liebe, dort hat sie einst im Krankenhaus gearbeitet, als Diakonische Helferin für 60 Mark, dass erzählt sie gern. Und meistens fügt sie dann noch hinzu „Ha ihr hend jo gar koi Ahnung.“ Dann als Blumenverkäuferin bei der Großgärtnerei Kölle, wo sie schon einiges für den späteren Albladen gelernt hat. Erst ab 1976 bediente sie in dem damals noch anders strukturierten Laden Seite an Seite zu ihrer Mutter Marie Zäh. Annelore hat sie Blumen und Gestecke in den Laden gebracht und wohl auch eine erweiterte Kundenschaft.

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geht es

Wie alles anfing

1908 als Schwester Marie Zäh´s geboren wurde übernahm ihre Mütter Marie Hirning den Lebensmittel und Kurzwarenladen in der Weberstraße 17 von Leuten die weggezogen sind.Man muss laut Annelore wissen: „Damals nähten die alten Weiber noch in der Winterszeit Hemden und Jacken für sich und ihre Leute. Oma´s Laden war nur ein kleiner Flecken des jetzigen Ladens, hinten wo jetzt die Weinflaschen stehen. Oma hatte acht Kinder und kochte nebenher jeden Tag für 5 Leute. Damals starb man noch an Diphterie. Ihr man war Schneider, ohne ihn hätte es vom Geld her mit dem Laden nicht gereicht, damals gab es noch zwei ander Läden im Dorf. Mit 20 übernahm Oma Marie Hirning den Laden. Mit 80 übergab sie den Laden an ihre Töchter Marie Zäh, das war 1968. Spätestens 1976 waren Kurzwaren im Laden schon nicht mehr aktuell. Den Schrank auf dem die Kurzwaren seit 1908 standen hat Annelore immer noch in der zur Kühlung vorgesehenen alten Garage stehen. Durch ihre Erfahrungen bei größeren Gärtnereien, fügte Annelore nun das Konzept eines Blumen und Geschenkeladens zum bestehenden Lebensmittelladen hinzu.In den Jahren von 1976 bis 1996 lief der Laden gut. Dann gab es mit dem Versterben der langjährigen Inhaberin Marie Zäh zu einem Bruch. „Am Donnerstag stand Marie noch im Laden, eine Woche später, war sie nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt, schon tot. Den Stress der Stoßzeiten früher, will die 74 Jährige Annelore nicht mehr, langsam leert sich auch der Laden. Länger wie 2018 darf sie nicht mehr aufmachen. „I hoff halt das no baar Leit kommad, i hau jo immer no scheane Sache.“

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 (happy)zu Ende

Link: http://dorfladen-netzwerk.de/

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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