Das Feuer des Ramadan

 

DSC01186
Durch das Fasten und das Bewusstsein der besonderen Zeit wächst in den Muslimen die Fähigkeit mit Hungernden mitzufühlen und die Zeit und Hingabe um in ihrem Heiligen Buch, dem Koran, zu lesen

 

In Deutschland ist gerade das Teilzeitmodell des Intervall-Fastens im Trend, welches zur körperlichen Gesundheit beitragen will, der islamische Fastenmonat Ramadan geht da etwas tiefer.Laut destatista leben heute 4.55 Millionen Muslime in Deutschland, die Gläubigen unter ihnen müssen seit 15.05.2018 bis 14.06.2018 fasten. Was bedeutet das für Muslime? Ich fragte einen sunnitischen Theologen, einen Moscheesprecher einer türkischen Moschee und Leute mit schönen Bärten auf der Straße in Ulm.

Viele Muslime fragen irritiert danach warum die Christen nicht fasten und mein Informant Israfil Polat gehört auch dazu: „Gott schreibt uns im Koran vor wie die anderen Gemeinden auch(damit sind Juden und Christen gemeint) zu fasten.“ Das heißt äußerlich erst einmal vom Morgengrauen bis zur Sonnenuntergang nichts zu essen und nichts zu trinken. Es gebe aber drei Bedingungen für das Fasten: 1. gläubig sein 2. geistige Gesundheit 3. Erlangung des Erwachsenenalters. Ist gibt sogar eine ernährungswissenschaftliche Anweisung des Propheten. Der Magen solle 1/3 Essen, ein Drittel Flüssigkeit und 1/3 leeren Raum enthalten. Der Ramadan sei der einzige Monat welcher im Koran erwähnt sei, meint Israfil, der in Ankara islamische Theologie studiert hat „Grundfasten heißt sich von Grundabhängigkeiten zu lösen. Grundabhängigkeiten sind Essen und Trinken. Fasten erschafft mehr Selbstskontrolle, kann Abhängigkeiten bekämpfen und führt zu geistig spiritueller Öffnung.Dazu kommt mit allen Organen zu fasten mit der Hand nichts schlechtes tun, mit dem Ohr keine Lästerungen zu hören und sexuelle Enthaltsamkeit.“ Mohammed sagt dazu laut Israfil: „Wenn jemand mit dir Streit haben will, sollst du nur sagen, ich faste, und ihn stehen lassen.“Fasten dient der Einübung von islamischen Tugenden um sie dann später fortführen zu könne.Ein muslimischer Mann auf der Straße in Ulm, sagt Ramadan heiße wörtlich verbrennen.

Fasten heißt Sünden verbrennen

Ein vollkommenes Fasten verbrenne die Sünden und die abscheulichen Charaktereigenschaften, böse Gefühle und verdorbene Ideen schmelze er wie die Sonne den Schnee. Ein Hadith, also eine überlieferte Aussage von Mohammed, die nicht im Koran steht, besagt laut der Online-Enzyklopädie eslam.de: „Ramadan verbrennt die Sünden und Fehler wie das Feuer das Holz verbrennt.“ Genauso ist von Mohammed überliefert: „Faste und werde gesund“. Ebenso erklärt der bärtige Mann auf der Straße, biete der Ramadan eine Gelegenheit in sich das Leid der Armen und Bedürftigen nachzuvollziehen. Man solidarisiere sich in diesem Monat noch mehr als sonst mit Armen und Bedürftigen. Der Mann rät mir auch aufgrund seiner schlechten Erfahrungen mit deutscher Medienberichterstattung über den Islam, niemandes Worte eins zu eins zu schreiben, auch nicht die eines Theologen, sondern immer selbst zu recherchieren. Mohammed Sarialtin, der Sprecher der türkischen, von Milli Görüs organisierten, Moschee in Ulm sagt mir: „ Es gibt auf der Erde 1,82 Milliarden Muslime, locker meint er, die sollen nicht lügen, sich nicht beklauen und sich nicht die Köpfe einschlagen, die Praktiken während des Ramadan bereiteten darauf vor, diese Tugenden auch später im Alltag besser verwirklichen zu können.

DSC01048
Israfil Polat hat zuerst Soziale Arbeit in Deutschland studiert und lies dann ein Studium der Theologie in Ankara folgen heute ist er Imam an der Zentrums-Moschee in Ulm-Söflingen und arbeitet an einer Doktorarbeit im Bereich der Seelsorge im Islam

 

DSC00690
Auf der Gebetsuhr sieht man die sechs Gebetszeiten für die 5 alltäglichen Pflichtgebete.Die 1,82 Milliarden Muslime sind dank ihrer genau berechneten Gebetszeiten wohl die größte gleichzeitig rhythmisch koordinierte Gemeinschaft der Erde. Das Wissen um die Verbundenheit Umma al Islam, der Gemeinschaft der auf Gott ausgerichteten Gläubigen stärkt die Muslime zusätzlich bei Niederwerfungen, Fasten und Gebeten.

Der Monat in dem die Herbsendung des Koran begann

„Viele nennen das Aid al Futur, welches dreitägig den Ramadan beendet Zuckerfest, beklagt sich Israfil. „ Das ist ein bisschen so wie wenn man Weihnachten Geschenkefest nennt. Futur bezieht sich zuerst darauf, das jeder islamische Familienvater an dem Fest für jedes Familienmitglied eine gewisse Abgabe an Arme und Notleidende abgeben muss.An zweiter Stelle wird an diesem Fest das ramadanische Fasten gebrochen. Der Ramadan ist also nicht einfach eine Möglichkeit das einem das Essen nach etwas darben besser schmeckt, sondern er ist eine der fünf Säulen des Islam. Ebenfalls ist es keine Zeit der Faulheit, sondern im Ramadan wird die Pflicht des fünfmaligen Gebets nach dem Sonnenstand noch einmal intensiviert. Israfil formuliert es so: „Es ist eine Zeit der Rückbesinnung auf den Schöpfer und der Rückgewinnung von dessen Gunst“. Der türkische Mann auf der Straße meinte dazu freudig: „Wir als gläubige Muslime erwarten den Ramadan als einen gesegneten Monat und wir werden ihn auch mit entsprechenden gesegneten Praktiken vergehen lassen. Man kann viel Geduld lernen bei der Bändigung des Hungers und noch mehr bei der Züchtigung alter Gewohnheiten.Islam ist Liebe und Frieden, wir aber sind alle sündig.“ Der Ramadan bestimmt sich nach dem Mondkalender der nur 354 Tage hat, deswegen verschiebt er sich nach unserer Zählweise jährlich um elf bis 12 Tage. Die Herabsendung des Koran an den Propheten Mohammed fand für Muslime im Ramadan ihren Beginn, er bietet eine besondere Atmosphäre für Läuterung. Mit dem Tarawih gebe es in der Zeit des Ramadan ein besonderes Gebet,weiß Israfil, welches auf das Nachtgebet folgt, die Königsdisziplin sei in den dreißig gesegneten Tagen den gesamten Koran an dieser Stelle zu beten. Immer an ungeraden Tagen des dritten Abschnitts des Ramadan(20-30.) sei eine besondere Empfänglichkeit für göttliche Botschaften gegeben, so Mohammed. Mohammed selbst hat sich im letzten Drittel des Ramadan ganz von weltlichen Aktivitäten zurückgezogen und lebte in der Moschee. Die Praxis des Ramadan erscheint uns vom kritischen analysierenden Bewusstsein aus als sehr regelorientiert. Israfil erklärt: „Die Gesetze, Rhythmen und Anleitungen verhelfen mir erst zu der inneren Befreiung. Erst wenn ich von meinen Trieben frei werde, bin ich wirklich frei. Der erste Schritt zur Unabhängigkeit ist, den materiellen Zwängen nicht mehr unterworfen zu sein. Auch die Abhängigkeit von Menschen lehrt der Islam zu überwinden. Ich soll zwar meine Familie lieben, allerdings nicht mehr wie Gott. Man soll nicht beten, gib mir dies oder gib mir das. Man denkt als Muslim auch ans Jenseits, also an den Ort an dem ich entweder für die Treue zu Gott belohnt werde, oder für meine Sünden bestraft.“

Advertisements

Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s