Vom Mahlstrom der Gedanken zur Quelle der Stille

DSC00332Die Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes e.V in Ulm eröffnet die Einführungskurse in ihren Weg und ihre Lehre immer mit einem öffentlichen Vortrag. Gestern ging es in dem auffällig sauber und hell erscheinenden Vortragsraum in der Karlstraße um „Die Kraft der Stille.“

Die Gastrednerin Frau Martin-Miocic aus Freiburg eröffnete den Vortrag mit einem Gedicht des Meisters der empfindsamen Dichtung Rainer Maria Rilke „Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.“Dieses Gedicht, welches ferner vom „Geräusch der Sinne“ als Hinderungsgrund für das Still- Werden spricht umreiße die Bedingungen der Stille, so Miocic. Nämlich erstens, dass der „unaufhörliche Mahlstrom der Gedanken in uns seinen zwingenden Einfluss“ verliere. Und zweitens, dass sich in dieser Gedankenstille ein Raum öffne um die Wirklichkeit so zu sehen wie sie sei. Frei nämlich von Anhaftungen an Emotionen, Gedanken an Schönes. Auf der anderen Seite aber auch frei von Abneigungen gegen Schlechtes gegenüber negativen Emotionen und Hässlichem.Die Herausforderung sei im praktischen Leben, dass sich die Stille nicht von selbst erschließe sondern „ertastet“ und „erarbeitet“ werden wolle, so Martin-Miocic. Äußere Stille sei zwar zunächst und zumeist die Bedingung für innere Stille, die innere Stille stelle sich aber nicht gleich beim Ausschalten der Stereoanlage ein. Vielmehr, so verdeutlichte die Vortragende in gewählten und deutlichen Worten, sei die „Stille ein Raum, eine Instanz, eine Dimension“, welche die voreingenommene Weltanschauung als Ganzes erneuere. Sie zeigte dann anhand von Zitaten auf, dass die Stille in früheren Weisheitsschulen, und das Rosenkreuz sieht sich als aktuelle Weisheitsschule, als Pforte zur Einweihung galt. So heiße es etwa bei dem Sufimeister Rumi: „Ganz im Geheimen sprachen der Weise und ich. Ich bat ihn: Nenne mir die Geheimnisse der Welt. Er sprach: Schweig… und lass dir von der Stille die Geheimnisse der Welt erzählen.“„…wenn das Geräusch, das meine Sinne machen, mich nicht so sehr verhinderte am Wachen“ deutet Rilke im vierten Vers seines Stille-Gedichtes, das Hindernis auf dem Weg zur Stille an: es ist die eigene Wahrnehmungs- Denkungs- und Empfindungsweise.

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Die Stille als Sehnsuchtsort der Gottessucher

Die Stille sei eine „geistige Energie, ein Licht, ein Klang“, so Miocic weiter und diese geistige Kraft suche Kontakt zum Inneren des Menschen. Dabei gehe es um die Fähigkeit mit dieser Frequenz zu schwingen. Resonare bedeute zurücktönen, zurückschwingen, antworten.Die Methode dazu sei es leeren Raum zu schaffen in dem der Urklang dann erklingen kann. Wenn man dieses Räsonieren vermöge spüre man immer deutlicher das das innerste Wesen nicht zur Welt gehöre, sondern zum Absoluten, zum Ozean des Seins. Dann sei die Stille des Herzens zur Brücke des Ewigen geworden. Und das ewige, unerschütterliche und über allem ruhende Prinzip, sei die Quelle nach der es den Gottesucher dürste. Hier endete der Vortrag.

Es geht darum alles lieb zu haben

Im nachfolgenden Stuhlkreis fasste ein Diskutant den Inhalt des Vortrages noch einmal zusammen. Stille heiße Neutralität, in stiller Beobachtung hafte man nicht mehr am Schönen an und lehne das Hässliche nicht mehr ab, vielmehr lasse man beides sein und könne so beides als Teile eines tieferliegenden stillen Ganzen liebhaben.Viele schöne Beispiele aus den reichen Erfahrungsschätzen der Anwesenden wurden nun auf bereichernde Weise ausgetauscht. In dem Roman „Momo“ gebe es zum Beispiel eine Stelle wo Momo erst weiter komme als sie aufhöre den Strom steuern zu wollen, sie sich ihm also ganz hingebe. Auch sei die Stille wie ein leeres Blatt, welches einem jeden Morgen bei Erwachen geschenkt werde. Eine unberührte Reinheit, die zugleich ein Geburtenschoß für alle möglichen Manifestationen sei. Die Stille sei ebenso die Warte in der Selbstanalyse möglich werde, man könne in ihr ohne Wertungen neben sich treten und ansehen was sei.Ein Mann im roten Pulli sagte Stille könne man nur in Abgeschiedenheit erfahren, weil einen in der Welt zu viele Reize davon abzögen. Ein anderer Zuhörer knüpfte daran an. „Die Stille habe früher sicher viel mit Rückzug zu tun gehabt, heute dürften wir aber selbstbestimmt handeln. Die Stille sei in allen Tönen der Hintergrund, er übersetze sie gerne als Frieden, deshalb könne und solle man der Stille gerade auch im Getöse der Welt eine Stimme verleihen. Aber, und das sei grundlegend, so argumentierte er mit einem Zitat einer Großmeisterin der Rosenkreuzer: „Man kann kein Rosenwasser in eine Heringsdose füllen.“ Ähnlich wie beim achtfachen Pfad des Buddha bedürfe es auch auf dem rosenkreuzerischen Pfad einer umfassenden Reinigung von Gedanken, Gefühls- und Willensleben, welche eine Lebensaufgabe sei.

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Wer mehr über Lehre und Weg der Rosenkreuzer im Raum Ulm erfahren will hat in nächster Zeit zwei Möglichkeiten:

Am Dienstag 10.04.2018 beginnt im Vortragsraum in Ulm in der Karlstraße 37 um 20 Uhr der vierwöchige Einführungskurs: Die ewige Weisheitslehre Der Weg der Rosenkreuzer heute

Am Mittwoch 18.04.2018 um 20 Uhr gibt es an selber Stelle ein weiteren rosenkreuzerischen Vortrag zum Thema: Das Ulmer Lilienfries- sein Geheimnis- seine Botschaft

Bei Kurs wie Vortrag ist der Eintritt frei, Parkplätze sind vorhanden

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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