Gottesdienstformen: Das unangetastete Abendmahl

DSC00392Rund 120 “Zeugen Jehovas” und Gäste versammelten sich am Samstag den 31.03.2018 zur alljährlichen “Feier des Todes Jesu” im Königreichssaal in Laichingen. Auf der ganzen Welt, so eröffnete der Sprecher, seien heute in 120000 Versammlungen 12000000 Millionen Menschen in Königreichssälen zu dieser Feierlichkeit versammelt. Die zwei Publikumsmikrofone von gestern waren nun 5 Weingläsern und  5 Tellern mit Broten gewichen. Und alle “Unwissenden” waren gespannt auf das besondere Abendmahlritual der Zeugen Jehovas. Eines hatte sich nicht verändert, alle “Zeugen” hatten in irgendeiner Form ihre Bibeln dabei und wurden bei jedem der zahlreichen Bibelzitate zum Mitlesen aufgefordert. Das erste Gebet, ein Dankesgebet, hob sich durch den Fokus auf Jehovas Leiden bei der Opferung Jesu ab, anstatt des üblichen Fokus auf den Dank für das Leiden, welches Jesus in der Karwoche auf sich genommen hatte. Dann begann Bruder Florian Schwanzara das Abendmahlsritual mit der Bibel herzuleiten. Erst las er Lukas 22,19 und 20 wo Jesus die zwölf Jünger auffordert Wein und Brot zu seinem Gedächtnis zu essen, nach dem Beispiel dieses letzten Abendmahles.DSC00397 Dann belegte er mit Römer 5,12, dass “durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist” und mit Römer 5,19, dass durch “die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen[sei], die zum Leben führt.” Jesus sei aber mit Hebräer 2.9 “durch die Leiden des Todes “gekrönt mit Preis und Ehre.” ” Ruhig und einfühlsam, wie einer der das Leid das er beschreibt nachgefühlt hat betonte Schwanzara “Jehova zahlte den Höchstpreis seines Sohnes, weil er die Menschen liebt.” Dann wurde er wieder bibelwissenschaftlich und wieß auf die 144000 hin, von denen wohl die meisten die “Zeugen Jehovas” kennen. Offenbarung 14,1 berichte von der Vision des Propheten Johannes, in der er Einblick in den Himmel bekommen habe. Die 144000, so berichtet der Vers, standen mit dem “Lamm” auf dem “Berg Zion” und “hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn.” Daraus leitete er ohne weiter Bibelbelege ab, dass die 144000 eine besondere Beziehung zu Gott hätten, nur sie hätten eine himmlische Hoffnung. Und nur sie seien befugt vom Brot und vom Wein zu nehmen. Die 144000 spürten intuitiv, dass sie dazugehörten.

Irdische und himmlische Paradieseshoffnung

Gott habe aber nicht nur die himmlische Paradieseshoffnung verkündet, sondern auch eine Irdische. Man solle sich beispielsweise vorstellenwie es wäre, wenn Jesaja 65, 25 einträte: nämlich das alle wilden Tiere gezähmt wären,  oder Jesaya 23, dass niemand mehr von Arbeitgebern ausgebeutet würde. Die genaue Stelle wo steht, dass dies Aussichten auf den Himmel auf Erden sind lieferte er nicht. Jesaja 65,17, spricht zumindest von einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Der Vater des Prediger,Heinrich Schwanzara,  sprach nun zum Beginn des Rituales das Gebet für das Brot.

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Die “Zeugen Jehovas” verwenden unverschnittenen ungewürzten Wein und ungesäuertes Brot für ihre “Gedenkfeier an den Tod Jesu”. Sie lehnen die magische Transsubstantion der “Symbole” ab. Wie das Wort schon sagt sehen sie die Speisen nur als Symbole um sich an Jesu und Jehovas Opfer zu erinnern.Sie lehnen auch den heilsamen Charakter des Abendmahles ab, da nur der Glaube an Jesu nicht aber Rituale heilsam seien.

Währenddessen, reichten “Schüler” wie Gäste das ungesäuerte Brot umher, ohne es anzutasten. Florian Schwanzara hatte schon angedeutet, dass unter den Anwesenden vielleicht gar keiner aus der “kleinen Herde” der 144000 sein würde. Ein kleines schrie laut und lang und auch meine Hand zuckte etwas bei dem Anblick des knusprigen Brotes. Und mein Geist schwankte zwischen “Unser tägliches Brot gib uns heute.” und  “(…)führe uns nicht in Versuchung(…). Als das Brot von den nicht jungfräulichen unangestastet zurück zur Stelle wo sonst die Mikrofone liegen gewandert war, stimmte Manuel Melone das demütige Gebet für den Wein an.Darin bittete er für die “Gesalbten”, dass sie “treu” bleiben sollten. Und nun wanderte der Wein durch die Gemeinde und auch der Versuchung sich mit diesem “Lieblingsgetränk Jesu?” zu stärken widerstanden alle. Zum Abschluss wurde wieder mit der Bibel belegt, dass man sich im Namen Gottes regelmäßig versammeln solle, alle, insbesondere die Gäste seien dazu herzlich eingeladen. Auch gebe es kostenlose Bibelkurse von den “eifrigen Bibelforschen.”

Wer diesem Angebot nachkommen will kann jeden Sonntag um 9.30 Uhr zu der Zusammenkunft der “Zeugen” im Königreichssaal in der Gartenstraße 22 dazustoßen.Wenn ihr wo anders wohnt gibt es Infos zum nächsten Königreichssaal in eurer Nähe unter JW.org

 

 

 

 

 

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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