Gottesdienstformen: Eifrige Bibelforscher, die Zeugen Jehovas

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So sieht das “Alte Kino” in der Gartenstraße 22 im Jahre 2018 aus. Es hat als Königreichssaal 120 Plätze und wöchentlich kommen Leute aus Bad Ditzenbach, Deggingen, Blaubeuren, Merklingen, Blaubeuren und natürlich auch Laichingen zu Zuammenkünften und Diensten der Zeugen Jehovas dort hin

 

Die Zeugen Jehovas nennen ihre Gottesdienste Zusammenkünfte und Uli Pillkahn hat mir gesagt, dass die allfreitägliche Zusammenkunft repräsentativer für den Geist seiner Vereinigung sei als die Veranstaltung für Gäste morgen. Das Wort Ostern kommt bei den Zeugen Jehovas nicht vor. Uli meint das knüpfe an eine heidnische Tradition an. Andererseits wollen sich die „Zeugen“ nächsten Freitag mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen dem jüdischen „Passah-Fest“ und dem christlichen Abendmahl beschäftigen. „Das Alte Kino“ mit seinen abgestuften Rängen und zwei tragbare und zwei feste Mikrophone lassen, als sich der Saal füllt, eher auf eine Podiumsdiskussion schließen, als auf das was ich bisher an Gottesdienstformen zu Gesicht bekommen habe. Nach dem einstimmenden Lied „Bleibe wachsam“ ,bei dem mich die technisch eingespielte Musikbegleitung überrascht, beginnt Elmar Schulz mit dem ersten Beitrag. Elmar Schulz bin ich vor einer Woche auf dem Markt begegnet, er hat den Kontakt zu Pillkahn gemacht und den Bericht angeleiert. In seinem Beitrag geht es um den Bibeltext der für alle circa 100 Anwesenden im „Alten Kino“, das jetzt Königreichsaal genannt wird zur Vorbereitung auf der Webseite JW.org hinterlegt ist. Und nicht nur für diese, alle 8457107 „Zeugen“ auf der Welt studieren wöchentlich den gleichen Text. Uli der mit seiner Frau Gaby acht Jahre in Südamerika war, bestätigt, dass sie frisch aus dem Flugzeug gestiegen, in Argentinien direkt weiter an ihren Fragen zu aktuell zu studierenden Bibeltexten weiter arbeiten konnten.

Gottesdienst als interaktive Schulung am Wort Jehovas

DSC00386Wachsamkeit wird heute Thema der zweistündigen hochkonzentrierten Sitzung sein. Schulz eröffnet seine Gedanken zu dem Gleichnis Jesu von den fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen. Schon im Kapitel vorher(Matth. 24, 32-51) hatte Jesus an die Schläfrigkeit der Menschen vor der Sintflut erinnernd zur Wachsamkeit gemahnt. Als Schulz den Text vorliest, lesen manche der „Zeugen“ im Tablet, manche im Paper, mein Nebensitzer Pillkahn hat eine Bibel auf den Schenkeln, die voll ist von Unterstreichungen, Umkringelungen und Randnotizen ist. Ich fühle mich wie in einem Lektürekurs an der Universität und erinnere mich, dass Pillkahn mir vorab erzählt hatte, dass die „Zeugen Jehovas“ zu Beginn „ernsthafte Bibelforscher“ hießen. „Die umsichtigen Jungfrauen sind wachsam“, so rekapituliert Schulz die Essenz, die er aus dem Text gezogen hatte; „(…) sie verzichten auf die vielen materiellen Vorteile in Satans Welt und lassen sich als Lichtspender,[anders als die törichten Jungfrauen] nicht durch eine vermeindliche Verspätung des Bräutigams aus der Ruhe bringen.“ Das Öl, welches die umsichtigen Jungfrauen den törichten Jungfrauen verwehrten, stehe dafür, dass „niemand für uns wachsam sein könne“, das liege in unserer eigenen Verantwortung, interpretierte Schulz. Der schulische Eindruck von der Zusammenkunft erhärtet sich noch als Edwin Jersak nach der Lesung seiner Bibelstelle in die Runde fragte: „Warum solle man vor den Ältesten, den Leitern der Gemeinde Respekt haben ?“ Als sich seine Frau meldete erhob sich Lachen in der familiären Runde. Danach bildeten sich zur nächsten Bibellesung zwei Gruppen, eine begab sich in den Nebenraum, in dem es auch eine Bibliothek gibt.DSC00382

Glaube und Werke zeichnen die „Zeugen Jehovas“ aus

Das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden im Matth. 25, 14-30 weiße darauf hin, dass man sich in den letzten Tagen eifrig am Predigtwerk beteiligen solle. Das der Knecht, der weniger aus den anvertrauten Pfunden gemacht habe und der der mehr daraus gemacht habe, gleich belohnt würden, deute darauf hin, das es Jehova nicht um das Ausmaß der Talente gehe, sondern um die Anstrengung etwas daraus zu machen, deutete Jersak. Es wurden auch Szenen aus Hausbesuchen nachgespielt und durch Älteste und Plenum evaluiert. Besonders interessant war aber der Beitrag von Heinrich Schwanzara der sich mit der Optimierung der Willkommensatmosphäre beim morgigen „Gedächtnismahl an den Tod Jesu“ beschäftigte. 8000 Leute seien in der Region von Tür zu Tür eingeladen worden. Man könnte beispielsweise, wegen der ungünstigen Parkplatzsituation weiter weg parken, so das Besucher die vielleicht später kämen noch einen Parkplatz hätten. Außerdem wollen sie mit den Gästen gerne ins Gespräch kommen. Warum sie meinen sie müssten andere Christen zu ihrem eigenen Glauben bekehren wurde noch nicht ganz klar. Die Vermutung nach dieser ersten Begegnung ist, dass sie eben wie viele christliche Kirchen vor ihnen und noch heute eschatologisch ausgerichtet sind, sich also in „den letzten Tagen“ auf die Wiederkunft Christi vorbereiten. Diese Vorbereitung des gläubigen Christen hat beispielsweise der evangelische Pfarrer Knöppler in seinem „Karfreitagsgottesdienst“ durchaus auch angedeutet, wenn auch nicht so stark betont.

Nicht nur wer mehr über die Ablehnung der Zeugen Jehovas gegenüber Osterbräuchen und über die Anzeichen, welche die Zeugen Jehovas für „die letzten Tage“ haben wollen wissen möchte, ist von den laichinger „Zeugen Jehovas“ am Samstag 31.März um 19.30 Uhr in den Königreichsaal in der Gartenstraße 22 in Laichingen zur „jährlichen Gedenkfeier an den Tod Jesu eingeladen“, der Eintritt ist frei, es werden keine Geldspenden eingesammelt.

Weitere Infos unter:  JW.org

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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