Gottesdienstformen: Erinnerung an das Blut des Bundes in Blaubeuren

Wie schon am Dienstag und am Mittwoch fand im Chor der Stadtkirche in Blaubeuren am Gründonnerstag eine Gottesdienst statt. Der Name Gründonnerstag hat laut Dekan Schwesig, der den Gottesdienst leitete nichts mit der Farbe Grün zu tun, sondern komme vom althochdeutschen Wort „greinen“ , das mit dem Wort weinen verwandt sei und die Trauer über Jesu Verrat ausdrücke.

In der evangelischen Kirche in Blaubeuren ist es Tradition das die Gemeindräte die Gottesdienstbesucher begrüßen und mit Gesangbüchern versorgen. Als die Kirche eingeläutet wird und die Menschenströme langsam abebben und Ruhe auf den Bänken einkehrt wiegt sich die anatomisch detaillierte Jesusgestalt an ihrem Kreuz leicht im Wind hin und her. Der Organist Michael Hauser beginnt ein besinnliches Vorspiel an der leisen meditativen Orgel.Dekan Schwesig

fragt sich zu Beginn was an dieser Nacht vor der Hinrichtung Jesu anders sei. „Vor uns ist die Nacht des Verrats und das Kreuz an dem Jesus das Leben lies“ sagt er mit voller Stimme. In der Nacht vor seiner Hinrichtung hat Jesus anknüpfend an die jüdische Tradition des Pessachfestes wo die Befreiung des jüdischen Volkes aus der Gefangenschaft gefeiert wird, seine Jünger zum Abendmahl gerufen.

Jesus als das letzte Opfer

In dieser Nacht gibt es für die Juden nur ungesäuerte Brote und bittere Kräuter, so hatte Schwesig auch Jesus von Kindesbeinen an gelernt. Schwesig erzählte nun die Geschichte der Einsetzung des Abendmahles durch Jesus nochmals. Das er sich mit den 12 Jüngern zum Abend setzte und wie er ankündigte das einer der Jünger ihn verraten werde. Als Judas ihn fragte ob er er sei,sprach Jesus:“Du sagst es.“ Danach teilte er mit den Zwölfen das Brot und den Wein. Schwesig erinnerte daran das nicht nur Judas, sondern auch Petrus seinen angeklagten Meister im Folgenden verraten hat. Der Menschensohn sollte dann ganz allein die Marter der Kreuzigung erleiden müssen, bis er, am Ende seiner eigenen Kräfte Gott fragte ob er ihn verlassen habe. Auch Moral und Ethik sollten beim Gericht der Welt gegen den Sohn Gottes gegen ihn gewendet werden. Doch jetzt beim Abendmahl hätten die Jünger Jesu Nähe in ungekannter Intensität gespürt und wussten, laut Schwesig, dass er, sein Fleisch und sein Blut, von nun an immer bei ihnen sein würden. Im Gottesdienst wurde das Rituale des Abendmahles in Form des Herrenhuther-Mahles nachvollzogen, dass heißt Brot und Wein kamen, für Alte angenehmer, direkt an die Bänke. Die Erfahrung des Sakramentes des Abendmahles beschreibt vielleicht am besten ein Zitat aus dem Johannes-Evangelium: „Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.(Johannes 6,35). Als der Dekan bei dem mit Orgel begleiteten Ritual als letzter trank läutete die Glocke drei mal hell.Dann sangen alle gemeinsam „Lobe den Herrn meine Seele und seinen heiligen Namen was er dir gutes getan Seele vergiss es nicht Amen.“ Denn jetzt war klar geworden, dass der morgige „Karfreitag nicht das letzte Wort hat“, wie Schwesig formulierte, sondern das „Brot und Kelch ein Zeichen der Freiheit“ sind, die Jesus uns durch sein Opfer bereitet hat, „vergossen(…) für viele zur Vergebung der Sünden.“

Wer im Gottesdienst in einer besonderen Situation auf die andere Seite der Passion Christi schauen will der sei hingewiesen auf den Osternachtgottesdienst am Ostersonntag um 5 Uhr morgens in der Klosterkirche Blaubeuren

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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