Musikverein Sontheim macht Lust auf mehr

Musikverein Sontheim, 90 Jahresfeier, Berghalle Heroldstatt
Volker Pflügner und seine Kapelle

1928 wurde der Musikverein Sontheim gegründet, heute sah man ein quicklebendiges Gefüge die Berghalle in Heroldstatt beglücken. Welch ein Verdienst, dass von den Jüngsten der Blockflötengruppe über die Jugendkapelle, bis zur teilweise glänzenden Kapelle unter Volker Pflügner an diesem Abend alle eine reife Leistung ablieferten. Heiter und mit klarer Führung leitete Volker Pflügner, der obendrein am Tag des Konzertes zum 90-jährigen Bestehen des Vereins Geburtstag hatte die Truppe. Das erste Dokument seiner gut aufgelegten Kapelle und seiner Liebe zur Polka war die Tritsch-Tratsch-Polka. Mit dieses Schnellpolka kam die erst Infusion an Lebensfreude in das lange von Tiefsttemperaturen schockgefrorene Heroldstatt. Die nachfolgenden „Variationi in Blue“ gaben kurzweilig die Klangfarben der verschiedenen Register zu hören. Das Wort „blue“ umschrieb Alfred Oßwald musikalisch gekonnt, in einem bewegten Solo mit seinem Flügelhorn.Viele Freunde und ehemalige des Vereins saßen auf den, wie immer schön dekorierten Bänken und genossen. Der Kreislauf des Lebens des Löwenprinzen Simba von seinen ersten Ausflügen im Dschungel bis hin zur Geburt seines eigenen Sohnes erfreute nun die Ohren. Bevor die Musiker in die Welt der „Black Pearl“ auf Befreiungsmission ihres berühmten Piratenkapitäns entführten. Lautmalerisch wunderbar wurde dies Szene der Hinrichtung der Piraten dargestellt. Unvergessene Bilder weckte das Lied „Hisst die Flagge“ des „Jungen“ in dieser scheinbar aussichtslosen Situation. Wunderbare Läufe führten bis zu dem erlösenden Moment in dem das siegesverheißende Thema durchschlagskräftig und erhebend erklang. Schwer beeindruckt schickte die Kapelle die Hörerschaft in die Pause, wo eine Sektbar die Feierstunde noch zu befeuern einlud.

Ein fulminantes Ende zeigte die Kreativität und Spritzigkeit der Musikanten

Fulminantes Schauspiel zum Ende
Links an der Baumsäge Rene` Zäh, rechts Manfred Erb. Rechts daneben Helmut Zäh

Mit einer hellen Fanfare nahm der Florentiner Marsch seinen Auftakt. Dieser 1907 von Julius Fucik komponierte Marsch geht dem Volksmusikliebhaber durch Mark und Bein. Und das zeigte sich ganz besonders während der Interpretation des Musikvereins. Bei getragenen Stellen sah man ältere Gäste nacheinander mitsummen und mit pfeifen. Nun war die anfängliche Infusion von Lebensfreude mit der wachsenden Vertrautheit mit der Musik in Fleisch und Blut übergegangen. Der Dirigent bekam sein Ständchen von seinen Musikern und darauf bekam der Verein seine Huldigung vom stellvertretenden Bürgermeister Weberuß. Im Musikverein gebe es nur wenige Solisten, die anderen müssten auf einander hören und das sei auch eine gute Schulung für ein gedeihliches Leben außerhalb des Vereins. Auch der umtriebige Leiter der Jugendkapelle Rene´ Zäh für 15 Jahre Ehrenamt geehrt. Musikalisch ging es nun weiter mit dem „Concierto de Mariachi.“ Mariachis sind Gruppen von mexikanischen Wandermusikern bestehend aus Gitarre, Geige, Trompete und Sänger. Das auch ein Blasmusikorchester diese Klänge

nachempfinden kann zeigte sich eindrucksvoll im Laufe des Stücks. Zwei Solisten an der Trompete, Helmut Zäh und Rebecca Pflügner, werteten das Stück auf, in dem es schwelgerische Tenorhornläufe zu hören gab.Ein modernes Highlight setzte das Simon and Garfunkel Medley. Zum Abschluss erklang dann die Traditionspolka „die Liebste.“ Und natürlich hatte Volker Pflügner für den Fall, dass es dem Publikum gefallen hat noch eine Zugabe. Im Duo mit seiner Tochter Franziska sang er das die Lebensfreude noch einmal gesungen ausdrückende „Schön ist es auf der Welt zu sein.“

Als er danach zu einer allerletzten Zugabe den Radetzkymarsch ansagte, versagten ihm seine Musiker die Treue. Unverblümt stimmten aufrührerische Grüppchen ihre eigenen Lieblingslieder an. Da sah man beispielsweise einen wild gewordenen Rene Zäh den Dirigenten mit Kastagnetten vom Dirigentenpult verdrängen. Manche spielten mit einem Hammer auf einem Amboss und der lauteste, nämlich der Posaunist Hans-Peter Scheiffele spielte trotz Platzverweis durch rote Karte noch im authetischen Outfit „Ein Männlein steht im Walde.“ Dieses Großaufgebot an Verkleidung und Schauspiel war gerahmt von einem perfekten Timing und machte so etwas von Lust auf mehr.

Ein erneutes Stelldichein mit dieser bemerkenswerten Kapelle könnte sich beim der nächsten Feierstunde beim Römersteintreffen und beim Backhaushock in Sontheim von 22.-24. Juni ergeben.

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Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

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