Die Welt reparieren

Vielen Volkshochschulen hat Niko Paech, der oldenburger Ökonom, mit seinem Thema Postwachstumsökonomie schon Besucherrekorde beschert. Ilse Fischer Giovante, die die Volkshochschulen als „Schrittmacher der nachaltigen Entwicklung“ sieht freute sich über die weit über 50 Interessierten im gesteckt vollen Fröhlichen Nix in Blaubeuren. Paech hat einen ganzen Rücksack voll streitbare Thesen im Gepäck Indessen würden in Deutschland am Tag 2,15 Millionen Barrel Öl verbrannt. Sehr liebevoll seinem Publikum zugewandt, machte er die unerfreulichen Begebenheiten in norddeutscher Nüchternheit anhand von Folien deutlich.

Das größte Problem des grünen Kapitalismus sei dabei eine fast religiöse Techniküberschätzung.

Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion

Ohne technische Verstärkung komme ein Mensch nicht über ein bestimmtes Leistungsniveau hinaus. Wachstum(im Sinne von Anstieg des BIP) entstehe erst wenn Akkuschrauber, Autos oder Hochöfen verwendet würden. Das selbe Phänomen der Technisierung der Produktion, schaffe aber eine Schattenseite, deren Perfektionierung hierzulande unter dem Begriff „Industrie 4.0“ als Zukunftslösung verkauft würde. Wenn zum Beispiel Audi es heute schaffe, durch technische Innovationen das gleiche mit fünf statt zehn Leuten zu produzieren, dann muss, das Wachstum verdoppelt werden, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Weiterhin sei die Rationalisierung alias Industrie 4.0 in denGesundheits-, Pflege- und Finanzsektor eingedrungen. „Das Wachstum, dass nötig wäre um diese Arbeitsplätze zu retten,gäbe dem Ökosystem den letzten Gnadenstoß“, so Paech deutlich. In Europa habe kaum noch einer Zeit um das ganze gekaufte Zeug wertzuschätzen, dass sei eine von sieben Wachstumsgrenze. Unser Wohlstand, so sprach Paech weiter Tacheles, resultiere ausschließlich aus der Lohndifferenz zwischen uns und den Werkbänken im asiatischen Raum.

Co-Designer der wahren nachhaltigen Entwicklung

Darauf gebe es drei Reaktionen im jetzigen Wirtschaftssystem. Erstens Islamischer Staat. Zweitens Migration und drittens die Kopie unseres Wirtschaftsmodelles im eigenen Land. Dabei vergäßen viele, dass nicht nur bei der Produktion Abgase ausgestoßen würden sondern auch beim Konsum der Güter, so Paech. Nichts sei wichtiger als der Ausstieg von Atom- und Kohleindustrie. „Wir brauchen aber eine Reduktion des CO2 Ausstoßes von derzeit 11 Tonnen auf 2 Tonnen“, machte er klar. Man müsse anerkennen, dass dies ohne eine Reduktion unseres eigenen Verbrauchs nicht möglich sei. Viele Hartz IV Empfänger seien jetzt schon meist gezwungenermaßen auf dem Niveau. Die zentrale Frage sei daher, wie man ein Weniger an Konsum und Produktion organisiert, ohne sich benachteiligt oder unterdrückt zu fühlen.

Das Zauberwort hieße Prosumtion. Jeder der eine PVT-Anlage auf dem Dach habe sei ein Prosument, weil er sowohl Strom vom Netz konsumiert als auch für das Netz produziert. Der Markt sei dazu da gute Produkte wertzuschätzen und schlechte zu diskreditieren. Jetzt schon sei der Verbraucher der Co-Designer der Produkte, bei Ikea übernehme der Konsument sogar die Endmontage(Lachen in den Reihen). Durch internationale Billiganbieter sei das Deutsche Reparaturwesen verkommen.

Eine Ökonomie der Instandhaltung, sei extrem arbeitsintensiv, ein Gegenentwurf zu Industrie 4.0 . Weder in der Bibel noch bei Luther oder gar Marx stünde, dass der Mensch 40 Stunden arbeiten müsse. Eine Arbeitszeitverkürzung der kommerzialen Arbeit auf 20 Stunden sei sinnvoll. Die restliche Zeit könne für die Instandsetzung der eigenen Güter und Gemeinschaftsarbeiten genutzt werden. Er selbst nutze eine Waschmaschine mit vier anderen zusammen. Nur 0,79 Tonnen von den jetzigen 11 entfielen auf den direkten Stromverbrauch. Der Löwenanteil C0 2 stecke in Produktion und Transport der Produkte. Produktlebensdauer sei eine physische Größe die Nutzungsdauer hingegen eine kultureller

Kasten weitere Informationen unter zu Paechs Forschungen unter Postwachstumsoekonomie.org, Paech´s Initiative zur Meldung von schlechten Erfahrungen mit Produkten unter Murks-nein-danke.de

Advertisements

Author: farounfirewater

Ich bin der singende tanzende Aufwind der neuen Welt

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s